Gehaltsvorstellung Bewerbung
Mit der richtigen Recherche ist die Gehaltsverhandlung kein Problem | Foto: Thinkstock/Photobuay
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09. Jun 2017

Hannah Essing

Vorstellungsgespräch

Bewerbungen: Wie spreche ich meine Gehaltsvorstellung an?

Über Geld spricht man nicht – oder doch?

Die richtige Zahl

Doch was ist die richtige Zahl? Dafür lohnt es sich, erstmal zu recherchieren, was das Durchschnittsgehalt in der Branche ist. Dazu kommen weitere Faktoren wie der Bildungsgrad – promovierte Hochschulabsolventen verdienen im Durchschnitt mehr als jemand mit einem Bachelorabschluss. Auch Arbeitserfahrung und Betrieb können eine Rolle spielen.

TippEin Gehalt nennen, das etwas höher ist als das Wunschgehalt. Wie die englische Gründerin und Werbeberaterin Cindy Gallop meinte: "Du solltest nach der höchsten Nummer fragen, die du hervorbringen kannst, ohne laut loszulachen!" Wenn dann noch gefeilscht wird, endet man mit einem höheren Gehalt, als wenn man mit seinem Wunschgehalt gestartet hätte.

Das lässt sich sogar professionell rechtfertigen: Indem man beweist, wie gut man verhandeln kann, beweist man, dass man diese Fähigkeit auch mit in den Job bringt.

Gehaltsvorstellung im Anschreiben

Fragt ein Betrieb in der Stellenausschreibung ausdrücklich nach der Gehaltsvorstellung, sollte dieses auch seinen Platz im Anschreiben finden, ansonsten wirkt es so, als würde man sich vor der Frage drücken wollen – was ja durchaus der Fall sein kann, was du aber vermeiden solltest. Auch hier gilt: erst die Recherche, welches Gehalt angemessen wäre, dann ganz klar schreiben, dass dies die Vorstellung ist, die man hat.

Ein "Meine Gehaltsvorstellungen würde ich gerne in einem persönlichen Gespräch erläutern" ist zwar eine Möglichkeit, aber nicht immer empfehlenswert.

Gehaltsvorstellung im Vorstellungsgespräch

Kommt die Frage nach dem Gehalt im Vorstellungsgespräch auf, nicht gleich panisch werden oder das Thema wechseln. Es ist wichtig, dem Thema nicht auszuweichen, sondern sie mit der gleichen Ernsthaftigkeit zu beantworten wie die anderen Fragen. Folgende Punkte können dabei helfen:

  • Begründen, warum du dieses Gehalt verdient hat: Gib einen kurzen Hintergrund über deine professionellen Erfahrungen und deine Kompetenz, ehe du deinen Vorschlag machst. Damit rechtfertigst du die Zahl, die du als nächstes nennst.
  • Eine Gehaltsspanne als Angabe machen: Wenn du dich damit wohler fühlst, kannst du dein Wunschgehalt in einer Gehaltsspanne angeben. Achte dabei allerdings darauf, dass dein niedrigster Wert nicht viel niedriger ist als dein Wunschgehalt.
  • Verkauf dich nicht unter Wert: Auch als Berufseinsteiger/in bringst du wertvolles Wissen mit und machst gute Arbeit. Gibst du eine Zahl an, die weit unter dem Durchschnittsgehalt liegt, wirkt es für den Betrieb so, als würdest du deine eigene Arbeit nicht wertschätzen.

InfoFazit

Auch wenn es nicht immer leicht ist, über Geld zu sprechen, sollte man doch gerade heraus sagen, wie die Gehaltsvorstellungen aussehen. Mit guter Recherche und der richtigen Formulierung ist das weniger schwer, als es aussieht.

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