"Haben Sie noch Fragen?" Tipps für das Vorstellungsgespräch

Denise Haberger - 28.12.2015

Vorstellungsgespräch Fragen

Gut vorbereitet, fällt dir das Vorstellungsgespräch leichter | Foto: Thinkstock/AlexRaths

Wer nicht fragt, bleibt dumm

"Jedes gut geführte Bewerbungsgespräch sollte so verlaufen, dass der Bewerber die Chance bekommt, Fragen zu stellen", sagt Thorsten Knobbe, Geschäftsführer der Karriereberatung "Leaderspoint.de". Bewerber sollten diese Chance dann auch unbedingt nutzen, aber mit Bedacht. "Man kommt nicht unbedingt interessiert rüber, nur weil man viel nachfragt", so Knobbe. Man könne auch nervend oder zu fordernd wirken. Sich nicht einfach nur ausfragen lassen, ist für Christina Thiel entscheidend. Die Karriereberaterin aus Moers (www.job-management.net) weiß: "Bewerber machen sich oft zu klein." Daher sei es wichtig, kluge Fragen parat zu haben. "Im Idealfall findet das Vorstellungsgespräch auf Augenhöhe statt", erklärt sie.

Vorbereitung ist alles

Recherche, Recherche und noch mal Recherche – das A und O vor einem Vorstellungsgespräch. Und wenn du schon mal dabei bist, ist es sinnvoll, dir vorab ein paar Fragen zu überlegen, die du hinterher loswerden willst. Aber stell keine Fragen, die du durch eine simple Suche auf der Firmenhomepage selber beantworten kannst. "Es ist wichtig, sich vor dem Gespräch zu erkundigen, damit man nicht als Ahnungsloser dasteht", sagt Thorsten Knobbe und ergänzt: "Es ist allerdings gerade bei großen Konzernen auch klar, dass man nicht alles wissen kann."

Gut aufpassen im Gespräch

"Mach dir Notizen!", empfiehlt Christina Thiel. Denn: "Fragen entstehen oft auch im Gespräch selbst. Die sollte man bis zum Ende nicht wieder vergessen." Thorsten Knobbe rät dazu, bei Unklarheiten direkt nachzufragen: "Ein Zweck des Vorstellungsgesprächs ist ja auch, sich klar zu werden, was von einem verlangt wird und ob man das machen will. Missverständnisse sollten daher sofort ausgeräumt werden."

Geschickt nachhaken

"Wer aufgabenbezogene Fragen stellt, ist auf der sicheren Seite", so Thorsten Knobbe. Auch Nachfragen zu Aspekten, die bereits angerissen wurden, seien meist unkritisch. "Bei einer befristeten Stelle ist es durchaus legitim, zu fragen, warum es eine Befristung gibt", sagt der Experte. Wenn es der Gesprächspartner nicht von alleine anspricht, sei es außerdem wichtig, sich nach Karrierepfaden im Unternehmen zu erkundigen. Allerdings: "Je kleiner ein Unternehmen, desto weniger Karrierepfade gibt es und desto unwahrscheinlicher ist es, dass dieser Aspekt thematisiert wird", weiß Knobbe. Daher sollte dies ganz obenauf deiner Liste stehen. Karriereberaterin Thiel legt die Frage nachdem zukünftigen Arbeitsplatz und Arbeitsalltag nahe: "Eine Besichtigung des potenziellen Büros ist sogar durchaus üblich."

Vorsicht bei diesen Fragen

Riskant ist laut Thiel die Frage nach dem Gehalt – zumindest im ersten Gespräch: "Da sollte der Arbeitgeber den ersten Schritt machen." Knobbe warnt vor einem bestimmten Thema: "Wer auf der Liste nach hinten wandern will, spricht die Familienplanung an." Gerade bei Berufseinsteigern ginge es im Jobinterview vorrangig darum, keinen Zweifel daran zu lassen, dass der Job an erster Stelle stehen wird.

Sonderfall CSR

Dir ist das Thema Corporate Social Responsibility (CSR) bei einem Arbeitgeber wichtig? Dann hake ruhig im Vorstellungsgespräch nach." Wenn das für Bewerber ein Ausschlusskriterium ist, dann sollten sie unbedingt abklären, ob und wie das Unternehmen gesellschaftliche Verantwortung übernimmt", sagt Christina Thiel. Aber auch hier gilt: Vorabrecherche ist vorausgesetzt. "Man kann im Gespräch dann gut eine einzelne Aktivität herausgreifen und z.B. fragen, warum man gerade dieses Thema fördert", empfiehlt Thorsten Knobbe.

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