Anschreiben meistern: So wird deine Bewerbung wirklich gelesen

Heike Kruse  -  10.03.2026  |  Lesedauer: 9 Minuten

Das perfekte Anschreiben Büro

Für das perfekte Anschreiben solltest du einige Dinge beachten. 

Deine Checkliste für das Anschreiben

  • Absender und Adresse vollständig und richtig?
  • Ansprechpartner /-in in die Adresse mit eingebaut?
  • Auch deine eigene Adresse vollständig inkl. Telefonnummer?
  • Ist die Betreffzeile richtig? "Ihre Stellenanzeige in ... vom ... als ..."
  • Sind Ort und Datum korrekt?
  • Sind alle geforderten Angaben im Anschreiben enthalten?
  • Sind alle Rechtschreib- und Zeichenfehler verbannt?
  • Ist das Anschreiben unterschrieben?

Erster Eindruck: Briefkopf und Anrede

Der erste Eindruck entsteht oft schon, bevor Personaler:innen das Anschreiben lesen. Laut Bewerbungsexperte Jürgen Hesse (Büro für Berufsstrategie Hesse/Schrader) entscheidet bereits der Aufbau des Briefkopfs und die richtige Anrede darüber, wie professionell eine Bewerbung wirkt.

Worauf Personaler:innen achten:

  • Adressfeld: Geht das Schreiben direkt an eine konkrete Ansprechperson?
  • Anrede: „Sehr geehrte Damen und Herren“ wirkt unpersönlich.
  • Details am Ende: Ein kurzes PS kann eine besondere Stärke oder Referenz hervorheben.
  • Sauberer Aufbau: Klarer Briefkopf und strukturierte Angaben wirken professionell.

Tipp: 

Versuche immer, eine konkrete Ansprechperson zu finden. Steht kein Name in der Stellenanzeige, lohnt sich ein kurzer Anruf im Unternehmen. Das macht dein Anschreiben sofort persönlicher.

Der richtige Einstieg

Der erste Satz entscheidet, ob dein Anschreiben Interesse weckt. Grundsätzlich gibt es zwei gute Wege, in den Text zu starten:

1. Bezug herstellen

Wenn möglich, beziehe dich direkt auf etwas Konkretes:

  • ein Stellenangebot (Jobbörse, Website, Zeitung)
  • ein Telefonat oder persönliches Gespräch
  • ein Treffen auf einer Messe oder Karrieremesse

Wichtig: Name der Gesprächspartner:innen nennen, das wirkt persönlicher und zeigt echtes Interesse.

2. Initiativbewerbung

Gibt es kein Gespräch und keine Stellenanzeige, erkläre kurz, warum dich das Unternehmen interessiert.

Typische Einstiege sind zum Beispiel:

  • „Ihr Unternehmen steht für …“
  • „Besonders spannend finde ich an Ihrem Unternehmen …“
  • „Schon länger verfolge ich die Entwicklung Ihres Unternehmens …“

Der wichtigste Punkt: Direkt zum Thema kommen und Interesse zeigen – ohne lange Einleitung.

Beim Anschreiben beliebt: Das "Ich-Sie-Wir"-Prinzip

Ist der Einstieg geschafft, folgt der wichtigste Teil des Anschreibens: der Inhalt. Bewerbungsexperte Jürgen Hesse empfiehlt dafür eine einfache Struktur – das „Ich-Sie-Wir“-Prinzip. Die Idee: Erst stellst du dich vor, dann zeigst du dein Interesse am Unternehmen und am Ende verbindest du beides.

Prinzip Worum es geht Inhalt im Anschreiben
1. Ich – Wer bist du? Der größte Teil des Anschreibens dreht sich um dich. • Wer bist du?• Welche Qualifikationen und Erfahrungen bringst du mit?• Welche Stärken zeichnen dich aus?• Warum interessierst du dich für die Stelle?
2. Sie – Warum dieses Unternehmen? Zeige, dass du dich mit dem Unternehmen beschäftigt hast. • Bezug zur Stelle oder zum Unternehmen herstellen• Kurz erklären, warum der Job zu dir passt• Interesse und Motivation zeigen
3. Wir – Warum passt ihr zusammen? Zum Schluss verbindest du deine Stärken mit dem Nutzen für das Unternehmen. • Zeigen, wie deine Fähigkeiten dem Unternehmen helfen• Perspektive einer gemeinsamen Zusammenarbeit aufzeigen

Beispiel:
„Gerne möchte ich meine Fähigkeiten künftig in Ihrem Unternehmen einbringen und gemeinsam mit Ihrem Team weiterentwickeln.“

Kurz gesagt: Du → Unternehmen → gemeinsame Zukunft. Genau so wirkt ein Anschreiben klar, logisch und überzeugend.

Gehaltsvorstellungen richtig formulieren

In manchen Stellenausschreibungen werden Gehaltsvorstellungen verlangt. Wichtig ist dabei vor allem der richtige Platz im Anschreiben.

Nenne das Gehalt nicht direkt am Anfang. Zuerst sollten deine Motivation, Qualifikationen und Stärken im Fokus stehen. Erst gegen Ende des Anschreibens ist der passende Moment, die Gehaltsvorstellung zu erwähnen.

Tipps für die Formulierung:

  • Gehalt erst im letzten Teil des Anschreibens nennen
  • lieber eine Gehalts­spanne statt einer festen Summe angeben
  • sachlich und kurz formulieren

Ein möglicher Satz lautet zum Beispiel:

„Meine Gehaltsvorstellungen liegen bei einem Jahresbruttogehalt von … bis … Euro.“

Während Floskeln wie „Hiermit bewerbe ich mich …“ im Einstieg eher schwach wirken, ist „Mit freundlichen Grüßen“ am Ende eines Anschreibens völlig in Ordnung. Laut Bewerbungsexperte Jürgen Hesse kann man damit nichts falsch machen.

Wer möchte, kann die Schlussformel auch leicht persönlicher gestalten.

Mögliche Varianten:

  • Mit freundlichen Grüßen
  • Mit freundlichen Grüßen aus Berlin
  • Mit freundlichen Grüßen nach Bochum

Die Abschlussformel darf also ruhig etwas lockerer sein. So wirkt das Anschreiben sympathischer und persönlicher, ohne unprofessionell zu werden.

Stellenwert des Anschreibens

Laut Bewerbungsexperte Jürgen Hesse legen viele Personaler /-innen das Anschreiben quasi ungelesen zur Seite. Wie wichtig ist das perfekte Anschreiben dann überhaupt? Ist es dann nicht überflüssig?

"Ich bin einer der wenigen Vertreter, die denken, dass das Anschreiben gar nicht so wichtig ist. Das bedeutet nicht, dass jetzt viele Fehler gemacht werden dürfen und man sich keine Mühe geben sollte. Aber die wichtigen Punkte müssen in dem beruflichen Werdegang zu finden sein. Ich glaube, dass es viele Personaler gibt, die aufgrund des beruflichen Werdegangs und der Ausgangsposition sehr schnell sagen, der oder die kommt für uns nicht infrage. Es gibt aber auch Kandidaten, bei denen sich der Personaler nicht sicher ist. Er wird dann nochmal die Zeugnisse des Bewerbers beurteilen und sich anschauen, wie das Anschreiben getextet ist. Dadurch versucht er fündig zu werden, ob der Bewerber infrage kommt oder nicht."

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