Ausbildung Tourismuskaufmann: So startest du in die Reisebranche

Tourismuskaufmann

Bild: generiert mit KI

Helena Hesse, 06.07.2026  |  Lesedauer: 8 Minuten

Kurz und knackig:

Punkt 1: Die Ausbildung Tourismuskaufmann dauert in der Regel drei Jahre und läuft dual ab: Du arbeitest im Betrieb und lernst parallel in der Berufsschule.
Punkt 2: Du berätst Kund:innen zu Reisen, planst Angebote, kalkulierst Preise und kümmerst dich auch um Buchungen, Reklamationen und Organisation.
Punkt 3: Der Beruf passt zu dir, wenn du gern mit Menschen arbeitest, Sprachen magst und auch bei Planänderungen entspannt bleibst.

Du liebst Reisen, organisierst in der Freundesgruppe sowieso immer alles und findest Excel nicht komplett abschreckend? Dann könnte die Ausbildung Tourismuskaufmann spannender sein, als sie auf den ersten Blick klingt. Hier geht es nicht nur um Urlaubsträume, sondern auch um Beratung, Verkauf, Planung, Zahlen und ziemlich viel Kommunikation.

Ausbildung Tourismuskaufmann: Was macht man da eigentlich?

Tourismuskaufleute für Privat- und Geschäftsreisen beraten Kund:innen, vermitteln Reiseleistungen und organisieren Reisen von der ersten Idee bis zur Buchung. Das kann die Pauschalreise nach Griechenland sein, aber auch eine Geschäftsreise mit Flug, Hotel, Mietwagen und Umbuchungsoption.

Klingt erstmal nach Reisebüro? Stimmt teilweise. Du kannst aber auch bei Reiseveranstaltern, Geschäftsreise-Dienstleistern, Online-Reiseportalen oder touristischen Serviceunternehmen arbeiten.

Typische Aufgaben sind:

  • Kund:innen beraten: Du findest heraus, was Personen wirklich brauchen.
  • Reisen planen: Du kombinierst Flüge, Hotels, Transfers und Zusatzleistungen.
  • Preise kalkulieren: Du prüfst Budgets, Angebote und Konditionen.
  • Buchungen bearbeiten: Du kümmerst dich um Reservierungen, Zahlungen und Unterlagen.
  • Probleme lösen: Wenn ein Flug ausfällt oder eine Reise geändert werden muss, bleibst du ansprechbar.
  • Marketing unterstützen: Bei Veranstaltern kannst du auch an Aktionen, Angeboten oder Kampagnen mitarbeiten.

In dem Beruf geht es nicht darum, selbst dauernd am Strand zu liegen. Du verkaufst, planst und organisierst Reisen für andere. Wenn du trotzdem gern über Länder, Kulturen und Reiseformen sprichst, ist das ein klarer Pluspunkt.

Wie läuft die Ausbildung Tourismuskaufmann ab?

Die Ausbildung Tourismuskaufmann ist ein anerkannter dualer Ausbildungsberuf in der Reisebranche und dauert normalerweise drei Jahre. Dual bedeutet: Du bist im Ausbildungsbetrieb und besuchst zusätzlich die Berufsschule.

Je nach Betrieb und Berufsschule findet der Unterricht an festen Wochentagen oder in Blöcken statt. Im Betrieb lernst du den Alltag kennen: Kundengespräche, Buchungssysteme, Angebote, Rechnungen und alles, was dazugehört.

In der Berufsschule geht es unter anderem um:

  • Touristische Produkte und Reisearten
  • Kundenberatung und Verkauf
  • Rechnungswesen und Kalkulation
  • Wirtschafts- und Sozialkunde
  • Marketing und Kommunikation
  • Fremdsprachen, je nach Schule und Schwerpunkt

Wichtig: Du brauchst nicht automatisch Abitur. Viele Betriebe achten eher darauf, ob du kommunikativ, zuverlässig und serviceorientiert bist. Ein mittlerer Schulabschluss kann reichen, Abitur oder Fachabitur kann aber Vorteile bringen.

Mehr Orientierung rund um Ausbildungsplätze findest du in der UNICUM-Ausbildungsbörse: https://karriere.unicum.de/ausbildung

Welche Voraussetzungen brauche ich für die Ausbildung Tourismuskaufmann?

Nur „Ich reise gern“ reicht nicht. Das ist ein guter Start, aber im Alltag brauchst du auch Geduld, Organisation und ein Gefühl für Menschen. Das kannst du tun: Wenn du noch nicht sicher bist, ob der Beruf zu dir passt, suche dir ein Praktikum im Reisebüro, bei einem Veranstalter oder in einem Hotel. Auch Nebenjobs mit viel Kundenkontakt helfen, zum Beispiel im Café, Einzelhandel oder Service.

Für deine Bewerbung kann ein sauberer Lebenslauf viel ausmachen. Tipps dazu findest du bei UNICUM Karriere: https://karriere.unicum.de/erfolgreich-bewerben/checkliste-lebenslauf

Stärke

Warum sie wichtig ist

Kommunikationsfähigkeit

Du erklärst Angebote verständlich und gehst auf Wünsche ein.

Organisation

Reisen bestehen aus vielen Details, die zusammenpassen müssen.

Serviceorientierung

Kund:innen erwarten Hilfe, besonders wenn etwas schiefläuft.

Zahlenverständnis

Du kalkulierst Preise, prüfst Rechnungen und vergleichst Angebote.

Sprachgefühl

Englisch ist im Tourismus oft wichtig, weitere Sprachen sind ein Bonus.

Stressresistenz

Umbuchungen, Beschwerden und Zeitdruck gehören dazu.

Was verdient man in der Ausbildung Tourismuskaufmann?

Dein Gehalt hängt vom Betrieb, Tarifvertrag, Bundesland und Ausbildungsjahr ab. Als grobe Orientierung nennen Ausbildungsportale häufig Beträge im Bereich von etwa 750 bis 1.050 Euro brutto monatlich über die drei Ausbildungsjahre hinweg.

Ausbildungsjahr

Grobe Orientierung brutto/Monat

  • 1. Jahr: Ca. 750 bis 805 Euro

  • 2. Jahr: Ca. 850 bis 915 Euro

  • 3. Jahr: Ca. 1.000 bis 1.060 Euro

Wichtig: Das sind Orientierungswerte, keine Garantie. Manche tarifgebundenen oder größere Betriebe zahlen mehr, kleinere Betriebe weniger. Schau deshalb immer konkret in die Stellenanzeige.

Nach der Ausbildung kannst du im Reisebüro, beim Veranstalter oder im Geschäftsreisebereich einsteigen. Mit Erfahrung sind auch Spezialisierungen möglich, zum Beispiel auf Luxusreisen, Kreuzfahrten, Gruppenreisen, Geschäftsreisen oder Online-Touristik.

Ausbildung Tourismuskaufmann oder Studium: Was passt besser zu mir?

Gerade wenn du schon studierst oder über ein Studium nachdenkst, ist die Frage fair: Ausbildung oder Studium?

Die Ausbildung ist praktisch, direkt und nah am Berufsalltag. Du verdienst von Anfang an Geld und merkst schnell, ob dir Beratung, Verkauf und Organisation liegen.

Ein Studium im Bereich Tourismusmanagement ist theoretischer und breiter angelegt. Es kann sinnvoll sein, wenn du später eher in Management, Marketing, Strategie, Nachhaltigkeit oder Unternehmensentwicklung arbeiten möchtest. Erst eine Ausbildung machen und später studieren ist kein Umweg. Du bringst dann echte Praxiserfahrung mit, was im Tourismus ein echter Vorteil sein kann.

Mehr zur Studienwahl findest du im UNICUM-Netzwerk unter: https://www.unicum.de/de/studium-a-z

Option

Passt gut, wenn du ...

Möglicher Nachteil

Ausbildung Tourismuskaufmann

Schnell praktisch arbeiten und Geld verdienen willst

Weniger theoretische Breite

Tourismusstudium

Dich für Management, Analyse und Strategie interessierst

Dauert länger und ist oft weniger praxisnah

Erst Ausbildung, dann Studium

Beides kombinieren möchtest

Braucht mehr Zeit und Planung

Wie bewerbe ich mich für die Ausbildung Tourismuskaufmann?

Bei der Bewerbung zählt vor allem, dass du zeigst: Du verstehst den Beruf. Schreib also nicht nur, dass du gern reist. Erkläre lieber, warum du gern berätst, organisierst und mit Menschen arbeitest.

In deine Bewerbung gehören normalerweise:

  • Anschreiben: Warum dieser Beruf und warum dieser Betrieb?
  • Lebenslauf: Schule, Praktika, Nebenjobs, Sprachen, relevante Skills.
  • Zeugnisse: Meist dein aktuelles oder letztes Schulzeugnis.
  • Nachweise: Praktika, Sprachzertifikate oder Auslandserfahrungen, wenn vorhanden.

Formulierungsbeispiel fürs Anschreiben:

„Mich reizt an der Ausbildung, dass sie Kundenberatung, Organisation und kaufmännisches Arbeiten verbindet. Durch meinen Nebenjob im Service habe ich gelernt, freundlich auf unterschiedliche Menschen einzugehen und auch in stressigen Situationen lösungsorientiert zu bleiben.“

Auslandserfahrungen, Sprachreisen oder Ehrenamt können super passen. Aber nur, wenn du den Bezug erklärst. „Ich war drei Wochen in Spanien“ ist okay. Besser ist: „Dabei habe ich gemerkt, wie wichtig klare Kommunikation, Vorbereitung und Flexibilität auf Reisen sind.“

Tipps zum Aufbau deiner Bewerbungsmappe findest du hier: https://karriere.unicum.de/erfolgreich-bewerben/bewerbungsmappe-aufbau

Welche Karrierechancen habe ich nach der Ausbildung Tourismuskaufmann?

Nach der Ausbildung kannst du in verschiedenen Bereichen arbeiten. Klassisch ist der Einstieg im Reisebüro oder bei einem Reiseveranstalter. Auch Geschäftsreiseanbieter, Kreuzfahrtunternehmen, touristische Online-Portale oder Servicecenter kommen infrage.

Mögliche Entwicklungsschritte sind:

  • Spezialisierung: Zum Beispiel auf Fernreisen, Geschäftsreisen, Kreuzfahrten oder Gruppenreisen.
  • Weiterbildung: Etwa Fachwirt:in, Betriebswirt:in oder Tourismusspezialisierungen.
  • Studium: Zum Beispiel Tourismusmanagement, BWL oder Marketing.
  • Leitung: Mit Erfahrung kannst du Team- oder Filialverantwortung übernehmen.

Die Tourismusbranche verändert sich stark. Online-Buchungen, digitale Beratung, Nachhaltigkeit und KI-Tools spielen eine immer größere Rolle. Das ist kein Grund zur Panik, aber ein Hinweis: Wer digital fit ist und trotzdem menschlich gut beraten kann, hat Vorteile.

Für wen lohnt sich die Ausbildung Tourismuskaufmann wirklich?

Die Ausbildung lohnt sich für dich, wenn du gern kommunizierst, serviceorientiert bist und keine Angst vor Zahlen, Buchungssystemen und Beschwerden hast. Du solltest Lust auf Reisen haben, aber auch verstehen, dass der Job kaufmännisch ist.

Sie passt eher nicht zu dir, wenn du möglichst wenig Kundenkontakt willst oder dir Organisation schnell zu viel wird. Auch wenn du vor allem selbst reisen möchtest, ist der Beruf vielleicht nicht die beste Wahl.

Kein Stress: Du musst nicht schon mit 18 deinen kompletten Lebensplan kennen. Ein Praktikum, ein Beratungsgespräch oder ein genauer Blick in Stellenanzeigen hilft oft mehr als stundenlanges Grübeln.

Ausbildung Tourismuskaufmann ist mehr als Urlaub verkaufen

Die Ausbildung Tourismuskaufmann passt zu dir, wenn du Reisen spannend findest, aber auch Beratung, Organisation und kaufmännische Aufgaben ernst nimmst. Du brauchst kein perfektes Weltreise-Profil, sondern Neugier, Servicegefühl und die Bereitschaft, dich in Kund:innen hineinzudenken. Wenn du gern Lösungen findest, statt nur Prospekte zu verteilen, kann dieser Beruf ein ziemlich guter Start sein.

 

Häufige Fragen zu Ausbildung Tourismuskaufmann

Wie lange dauert die Ausbildung Tourismuskaufmann?

+
Die Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre. Sie findet dual statt, also im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule. In bestimmten Fällen kann eine Verkürzung möglich sein.

Was macht ein Tourismuskaufmann im Alltag?

+
Du berätst Kund:innen, planst Reisen, vergleichst Angebote, buchst Leistungen und bearbeitest Änderungen oder Beschwerden. Außerdem gehören kaufmännische Aufgaben wie Kalkulation, Rechnungen und Organisation dazu.

Brauche ich Abitur für die Ausbildung Tourismuskaufmann?

+
Nein, Abitur ist normalerweise keine Pflicht. Viele Betriebe stellen auch Bewerber:innen mit mittlerem Schulabschluss ein. Wichtiger sind Kommunikation, Zuverlässigkeit, Serviceorientierung und Interesse an Tourismus.

Wie viel verdient man in der Ausbildung Tourismuskaufmann?

+
Das Ausbildungsgehalt variiert je nach Betrieb und Tarif. Als grobe Orientierung kannst du mit etwa 750 bis 1.050 Euro brutto monatlich über die drei Ausbildungsjahre rechnen. Die genaue Summe steht in der jeweiligen Stellenanzeige oder im Ausbildungsvertrag.

Ist Tourismuskaufmann ein Beruf mit Zukunft?

+
Ja, aber der Beruf verändert sich. Digitale Buchungssysteme, Online-Beratung, nachhaltiges Reisen und individuelle Reiseplanung werden wichtiger. Gute Chancen hast du, wenn du Beratung, Organisation und digitale Tools kombinieren kannst.

Was ist der Unterschied zwischen Tourismuskaufmann und Kaufmann für Tourismus und Freizeit?

+
Tourismuskaufleute für Privat- und Geschäftsreisen arbeiten stärker mit Reisevermittlung, Reiseveranstaltung und Geschäftsreisen. Kaufleute für Tourismus und Freizeit beschäftigen sich häufiger mit regionalen touristischen Angeboten, Freizeitprogrammen, Veranstaltungen und touristischem Marketing.

Kann ich nach der Ausbildung Tourismuskaufmann noch studieren?

+
Ja, das ist möglich. Viele nutzen die Ausbildung als praktische Basis und studieren später zum Beispiel Tourismusmanagement, BWL oder Marketing. Das kann besonders sinnvoll sein, wenn du später mehr Verantwortung übernehmen möchtest.

Helena Hesse

UNICUM-Autor/-in seit 2025

Reisen planen, Menschen beraten und dabei kaufmännisch arbeiten: Die Ausbildung Tourismuskaufmann verbindet Fernweh mit Organisationstalent. Wer gern kommuniziert, lösungsorientiert denkt und Lust auf die Reisebranche hat, findet hier einen praxisnahen Einstieg mit vielen Entwicklungsmöglichkeiten. In diesem Artikel erfährst du, was dich in der Ausbildung erwartet, welche Voraussetzungen wichtig sind und ob der Beruf wirklich zu dir passt.

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