Automobilkaufmann-Ausbildung: Dein Einstieg in Autohaus, Verkauf und Service

Automobielkaufmann

Bild: generiert mit KI

Helena Hesse, 03.07.2026  |  Lesedauer: 7 Minuten

Kurz und knackig:

  • Dauer: Die Automobilkaufmann-Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre und läuft dual ab: Du arbeitest im Betrieb und gehst in die Berufsschule.
  • Inhalte: Du lernst nicht nur Autos zu verkaufen, sondern auch Service, Finanzierung, Marketing, Lager, Werkstattprozesse und Kund:innenberatung kennen.
  • Gehalt: Je nach Bundesland, Betrieb und Tarif kannst du in der Ausbildung ungefähr zwischen 940 und 1.390 Euro brutto im Monat verdienen.

Du interessierst dich für Autos, willst aber nicht den ganzen Tag unter der Hebebühne stehen? Dann könnte die Automobilkaufmann-Ausbildung ziemlich gut zu dir passen. Hier geht es um Beratung, Organisation, Zahlen, Kund:innenkontakt und natürlich Fahrzeuge. Klingt erstmal nach viel Büro? Stimmt teilweise. Aber langweilig wird es im Autohaus selten.

Automobilkaufmann-Ausbildung: Was macht man da eigentlich?

Die Automobilkaufmann-Ausbildung ist eine duale kaufmännische Ausbildung in der Automobilbranche. Du lernst, wie ein Autohaus wirtschaftlich funktioniert: vom Verkauf über Service-Termine bis zu Finanzierungsangeboten.

Dein Job ist die Schnittstelle zwischen Kund:innen, Werkstatt, Verkauf und Verwaltung. Du erklärst zum Beispiel Leasingangebote, erstellst Rechnungen, planst Termine oder unterstützt beim Fahrzeugverkauf.

Typische Aufgaben sind:

  • Kund:innen beraten: Du erklärst Fahrzeugmodelle, Ausstattung, Finanzierung oder Leasing.
  • Service organisieren: Du koordinierst Werkstatttermine und kümmerst dich um Aufträge.
  • Kaufmännisch arbeiten: Du schreibst Rechnungen, prüfst Zahlen und bearbeitest Verträge.
  • Marketing unterstützen: Du hilfst bei Aktionen, Fahrzeugpräsentationen oder Social-Media-Ideen.
  • Lager und Zubehör kennen: Du lernst, wie Ersatzteile und Zubehör verwaltet werden.

Du musst kein wandelndes Auto-Lexikon sein. Interesse an Autos hilft, aber wichtiger sind Kommunikationsstärke, Organisation und Lust auf Kund:innenkontakt.

Wie läuft die Automobilkaufmann-Ausbildung ab?

Die Automobilkaufmann-Ausbildung dauert normalerweise drei Jahre. Sie ist dual aufgebaut: Du bist also im Betrieb, zum Beispiel in einem Autohaus, und zusätzlich in der Berufsschule. Im Betrieb lernst du die Praxis kennen. In der Berufsschule geht es um kaufmännische Grundlagen, Rechnungswesen, Marketing, Wirtschaftsprozesse und rechtliche Basics. Viele Auszubildende durchlaufen verschiedene Abteilungen. Das ist sinnvoll, weil du am Ende nicht nur „Verkauf“ kannst, sondern den ganzen Betrieb verstehst. Das BIBB nennt unter anderem Teile und Zubehör, Werkstatt, Kundendienst, Marketing, Fahrzeughandel, Finanzdienstleistungen, Personal sowie kaufmännische Steuerung als wichtige Bereiche.

Bereich

Was du lernst

Warum das wichtig ist

Verkauf

Beratung, Angebote, Verträge

Du verstehst, wie Fahrzeugkauf funktioniert.

Service

Termine, Aufträge, Kund:innenkontakt

Du hältst den Alltag im Autohaus am Laufen.

Finanzierung

Leasing, Kredit, Versicherung

Du kannst Kund:innen Optionen erklären.

Lager

Teile, Zubehör, Bestellungen

Du checkst die Abläufe hinter der Werkstatt.

Marketing

Aktionen, Präsentation, Zielgruppen

Du lernst, wie Fahrzeuge sichtbar werden.

Welchen Schulabschluss brauche ich für die Automobilkaufmann-Ausbildung?

Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis stellen viele Betriebe Bewerber:innen mit mittlerem Schulabschluss, Fachabi oder Abi ein.

Wichtiger als die perfekte Note ist oft, dass du zuverlässig, offen und sorgfältig bist. Mathe sollte dich nicht komplett abschrecken, weil du mit Rechnungen, Preisen und Finanzierungsmodellen arbeitest. Deutsch ist ebenfalls wichtig, weil du viel kommunizierst und schriftlich sauber arbeiten musst.

Das hilft dir bei der Bewerbung:

  • Praktikum im Autohaus: Zeigt echtes Interesse und gibt dir Gesprächsstoff.
  • Nebenjob mit Kund:innenkontakt: Zum Beispiel im Einzelhandel, Café oder Service.
  • Technisches Grundinteresse: Du musst nicht schrauben können, aber verstehen wollen.
  • Sicheres Auftreten: freundlich, klar, verbindlich.

Mehr allgemeine Tipps findest du in der UNICUM-Übersicht zu Ausbildungsplätzen und Ausbildung. Für deine Unterlagen hilft dir außerdem die Lebenslauf-Checkliste von UNICUM.

Wie viel verdient man in der Automobilkaufmann-Ausbildung?

Deine Ausbildungsvergütung hängt davon ab, ob dein Betrieb nach Tarif zahlt, in welchem Bundesland du arbeitest und ob du im Handel oder Handwerk ausgebildet wirst.

Laut BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit liegen beispielhafte monatliche Bruttovergütungen bei etwa 940 bis 1.120 Euro im ersten Ausbildungsjahr im Handel und 944 bis 1.179 Euro im Handwerk. Im dritten Ausbildungsjahr können es im Handel etwa 1.150 bis 1.390 Euro und im Handwerk etwa 1.033 bis 1.344 Euro sein. Frag im Bewerbungsgespräch ruhig nach der Vergütung. Das ist nicht unhöflich, sondern normal. Du planst schließlich Miete, Fahrtkosten, Handyvertrag und vielleicht auch dein WG-Leben.

Nach der Ausbildung hängt dein Gehalt stark von Betrieb, Region, Erfahrung und Aufgabenbereich ab. Der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit weist für Automobilkaufleute ein mittleres monatliches Vollzeit-Bruttoentgelt von 4.098 Euro aus, bezogen auf die Gesamtgruppe der Beschäftigten. Das ist kein Einstiegsgehalt, gibt dir aber eine Orientierung, wohin sich der Beruf entwickeln kann.

Ausbildungsjahr

Handel, ca. brutto/Monat

Handwerk, ca. brutto/Monat

1. Jahr

940 bis 1.120 Euro

944 bis 1.179 Euro

2. Jahr

1.000 bis 1.250 Euro

984 bis 1.241 Euro

3. Jahr

1.150 bis 1.390 Euro

1.033 bis 1.344 Euro

Passt die Ausbildung Automobilkaufmann zu mir?

Mal ehrlich: Nur „Ich mag Autos“ reicht für diesen Beruf nicht. Du solltest auch Lust auf Beratung, Zahlen und Organisation haben.

Die Ausbildung passt gut zu dir, wenn du:

  • Gern mit Menschen sprichst
  • Ordentlich und zuverlässig arbeitest
  • Interesse an Verkauf und Beratung hast
  • dich für Autos, Mobilität oder Technik begeisterst
  • Auch bei Stress freundlich bleiben kannst

Eher schwierig wird es, wenn du Kund:innenkontakt komplett vermeiden willst oder bei Tabellen, Verträgen und Rechnungen sofort innerlich kündigst.

Die Ausbildung ist vielseitig. Du sitzt nicht nur am Schreibtisch, sondern bekommst mit, wie Verkauf, Werkstatt und Service zusammenspielen.

Wie bewerbe ich mich für die Automobilkaufmann-Ausbildung?

Für die Bewerbung brauchst du meistens Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnisse. Manchmal kommen Praktikumsnachweise oder Zertifikate dazu.

Dein Anschreiben sollte nicht klingen wie aus einem Generator. Schreib konkret, warum dich genau dieser Betrieb interessiert. Hat das Autohaus bestimmte Marken? Gibt es Nutzfahrzeuge, E-Mobilität, Großkund:innen oder besondere Serviceangebote? Greif das auf.

So geht’s:

  • Recherche machen: Schau dir Website, Marken und Standort des Betriebs an.
  • Motivation erklären: Warum Automobilbranche? Warum kaufmännisch?
  • Stärken belegen: Nicht nur „teamfähig“ schreiben, sondern Beispiel nennen.
  • Praktische Erfahrung erwähnen: Praktikum, Nebenjob, Schulprojekt oder Ehrenamt.
  • Sauber bleiben: keine Tippfehler, klare Struktur, seriöse Mailadresse.

Für Bewerbungsfristen und Unterlagen kann dir der UNICUM-Artikel zu Fristen für Ausbildung und Studium weiterhelfen.

Welche Zukunftschancen habe ich nach der Automobilkaufmann-Ausbildung?

Nach der Ausbildung kannst du in Autohäusern, bei Fahrzeugimporteuren, Leasinggesellschaften, Werkstätten, Flottenservices oder im Vertrieb arbeiten. Je nach Interesse kannst du dich stärker Richtung Verkauf, Service, Marketing, Disposition oder Finanzdienstleistungen entwickeln.

Auch Weiterbildung ist möglich. Zum Beispiel kannst du später Fachwirt:in, Betriebswirt:in oder geprüfte:r Automobilverkäufer:in werden. Wenn du danach noch studieren möchtest, passen Studiengänge wie BWL, Handelsmanagement oder Automobilwirtschaft.

Die Branche verändert sich. E-Autos, digitale Verkaufsprozesse, Online-Terminbuchung und neue Mobilitätsmodelle machen den Beruf nicht überflüssig, sondern verändern die Aufgaben. Wer offen bleibt und digital mitdenkt, hat Vorteile.

Häufige Fragen zur Automobilkaufmann-Ausbildung

Wie lange dauert die Automobilkaufmann-Ausbildung?

+
Die Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre. Sie findet dual statt, also im Betrieb und in der Berufsschule. Unter bestimmten Voraussetzungen kann die Ausbildung verkürzt werden, zum Beispiel bei sehr guten Leistungen oder mit höherem Schulabschluss.

Was macht ein Automobilkaufmann oder eine Automobilkauffrau?

+
Automobilkaufleute beraten Kund:innen, organisieren Serviceprozesse, bearbeiten Rechnungen und Verträge und unterstützen beim Fahrzeugverkauf. Sie arbeiten kaufmännisch, haben aber gleichzeitig viel Kontakt zur Automobilbranche. Der Beruf verbindet Büro, Verkauf und Service.

Brauche ich Abi für die Automobilkaufmann-Ausbildung?

+
Nein, vorgeschrieben ist Abi nicht. Viele Betriebe nehmen Bewerber:innen mit mittlerem Schulabschluss, Fachabi oder Abi. Entscheidend sind oft Motivation, Auftreten, Zuverlässigkeit und Interesse an kaufmännischen Aufgaben.

Wie viel verdient man während der Ausbildung?

+
Die Vergütung liegt je nach Betrieb, Bundesland und Tarif ungefähr zwischen 940 Euro im ersten Jahr und bis zu 1.390 Euro brutto im dritten Jahr. Die genauen Beträge können sich unterscheiden. Frag deshalb im Bewerbungsprozess konkret nach.

Ist Automobilkaufmann ein Bürojob?

+
Teilweise ja, aber nicht nur. Du arbeitest mit Verträgen, Rechnungen und Systemen, hast aber auch viel Kontakt zu Kund:innen, Verkauf, Service und Werkstatt. Genau diese Mischung macht den Beruf für viele spannend.

Welche Stärken brauche ich für die Ausbildung?

+
Wichtig sind Kommunikationsstärke, Organisation, Sorgfalt und ein freundliches Auftreten. Außerdem solltest du keine Angst vor Zahlen haben. Interesse an Autos ist hilfreich, aber allein nicht genug.

Hat die Automobilkaufmann-Ausbildung Zukunft?

+
Ja, wenn du bereit bist, dich weiterzuentwickeln. Die Branche verändert sich durch E-Mobilität, digitale Beratung und neue Mobilitätsangebote. Wer kaufmännisch fit ist und Kund:innen gut beraten kann, bleibt gefragt.

Helena Hesse

UNICUM-Autor/-in seit 2025

Die Automobilkaufmann-Ausbildung klingt auf den ersten Blick nach Autos verkaufen, Probefahrten organisieren und Kund:innen beraten. Stimmt auch aber eben nicht nur.

Wer sich für diese Ausbildung entscheidet, steigt in eine Branche ein, die sich stark verändert. E-Mobilität, digitale Verkaufsprozesse und neue Mobilitätskonzepte machen den Beruf vielseitiger, als viele denken. Im Autohaus geht es heute nicht mehr nur um PS und Ausstattung, sondern auch um Finanzierung, Service, Organisation und gute Beratung.

Genau darin liegt die Stärke der Ausbildung: Du lernst kaufmännisches Arbeiten direkt in der Praxis. Du hast Kontakt zu Kund:innen, arbeitest mit Zahlen, koordinierst Termine und bekommst Einblicke in Verkauf, Werkstatt und Verwaltung.

Der Beruf verlangt Kommunikationsstärke, Sorgfalt und Geduld. Wer keine Lust auf Menschen, Verträge oder Organisation hat, wird hier vermutlich nicht glücklich.

Für alle anderen kann die Automobilkaufmann-Ausbildung ein spannender Einstieg sein – in einen Beruf, der nah an Kund:innen, nah an Technik und nah an der Zukunft der Mobilität ist.

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