Erster Job mit 23 – was ich gern vorher gewusst hätte

Junge Frau schaut verwirrt mit Handy und Kaffee in der Hand.
Maria Knaus Maria Knaus, 27.02.2026  |  Lesedauer: 3 Minuten

Erwartung vs. Realität 

Während meines Studiums hatte ich bereits einige Werkstudentenjobs in denen ich mich immer ganz gut eingliedern konnte. Anschließend mein Volo und da habe ich schon die ersten Unterschiede gemerkt. Im Studium war ich immer eine echte Nachteule, weil ich konnte ja easy ausschlafen und hatte erst am Nachmittag meine Schicht. Hier habe ich gemerkt, dass ich so früh wie möglich anfangen will, damit ich noch was vom Tag habe. Und täglich fertigmachen, zur Arbeit rausfahren war auch eine riesige Umstellung für mich. Jetzt beginnt halt das richtige Leben. 

Damit du schon auf alles gefasst bist, sag ich dir jetzt, was ich gerne mit 23 gewusst hätte! 

Niemand fühlt sich wirklich bereit 

Da sitzt du nun, im ersten Meeting und hast komplett keine Ahnung wovon alle reden. Was KPIs sind oder Monatsabschlüsse – da kommt der Impostor raus. Du musst das alles noch nicht kennen und das erwartet auch keiner von dir. Die anderen sind nicht kompetenter als du, sondern sind einfach schon länger dabei. Gib dir selbst ein paar Wochen Zeit und dann bist du auch mittendrin. 

Arbeiten ist emotional anstrengender als gedacht

Irgendwie denkt man, dass Arbeiten chilliger ist. Du hast ja keine Prüfungen, Klausuren oder Hausarbeiten mehr. Aber von dir wird erwartet, dass du ablieferst, fünf Tage die Woche. Außerdem wirst du mit Kritik konfrontiert, die du zuerst wahrscheinlich persönlicher nimmst, als du solltest. Du lernst auch schnell, dass nicht jede:r Kolleg:in deine Buddies sind. Dabei ist es egal ob du in einem Büro sitzt oder auf einer Baustelle. Es reicht, wenn du eine Bezugsperson hast, um den Alltag meistern zu können. Wer das ist, wirst du auch schnell merken.

Büro-Politik existiert
Erwachsen sein heißt nicht nur Geld verdienen – sondern mit Dynamiken umgehen lernen.

Dein Job ist nicht deine Identität

Das schreibst du dir bitte ganz dick in deinen Planner: Dein Job ist nicht deine Identität.

Früher haben alle gefragt „was studierst du?“ und heute wollen alle wissen, was für einen Job du machst. Einige werden deine Berufswahl nicht verstehen – müssen sie auch nicht. Andere möchten Karriere machen und sind gefühlt komplett vom Radar verschwunden. Aber du hast dein eigenes Tempo. Vergleich dich nicht mit anderen, wer mehr verdient, wer eine bessere Position hat und so weiter. Solange dir dein Job Spaß macht und du zufrieden bist – dann bist du richtig.

Und wenn du auf LinkedIn unterwegs bist: 

Lass dich nicht einschüchtern.

Nicht jede Erfolgsgeschichte ist so spontan passiert, wie sie klingt. Und nicht jeder Text wurde nachts um drei in einer Sinnkrise geschrieben. Manches davon ist einfach sehr gut formuliert oder sehr gut generiert. Vergleich dich nicht mit einem Feed.

Deine erste Stelle ist nicht deine letzte

Der erste Job ist ein Testfeld, wenn also irgendwas nicht passt, dann such dir ein neues Testfeld. Das klingt erstmal komisch, weil die meisten denken, dass man direkt durchstartet und super glücklich ist. Das muss nicht sein und du solltest dich auf keinen Fall durch den Alltag quälen, wenn du das überhaupt nicht fühlst. Sieh es so: Du bist zum Beispiel in einer PR-Agentur und es gefällt dir nicht. So weißt du zumindest schon mal, was du definitiv nicht machen willst. Und da bist du weiter als manch andere. 
 

Was ich meinem 23-jährigen Ich sagen würde 

 

Das hätte ich mit 23 gern gewusst!

Mit 23 dachte ich, ich müsste alles wissen. Heute weiß ich: Der erste Job ist kein Beweis deiner Kompetenz – sondern der Beginn deiner Entwicklung.

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Maria Knaus

UNICUM-Autor/-in seit 2025

So ist das, deswegen mach dir nicht unnötig Stress. Das Leben ist so schon stressig genug :s Du schaffst und du bist nicht allein damit.

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