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Quereinstieg in die Pflege: So klappt dein Umstieg

 |  Lesedauer: 6 Minuten

Pflegeberuf statt Stillstand: Jetzt neu durchstarten

Entdecke, wie du mit deiner Erfahrung aus einem anderen Berufsfeld in der Pflege neu durchstarten kannst | Foto: Jacob Wackerhausen / gettyimages

Die Pflegebranche ist ein Bereich, der nicht nur eine hohe gesellschaftliche Bedeutung hat, sondern auch viele Berufsperspektiven bietet. Momentan kämpft die Branche aber mit einem Mangel an ausreichenden Fachkräften. Deshalb bieten sich für Quereinsteiger:innen, die aus anderen Bereichen kommen, eine Vielzahl an Chancen, diesen sinnstiftenden Beruf zu ergreifen. Ein Quereinstieg in die Pflege ist eine neue Möglichkeit, eine krisensichere Karriere aufzubauen und mit deinen eigenen Fähigkeiten und Erfahrungen Menschen direkt zu helfen.

1. Die ersten Schritte zum Quereinstieg

Pflegeassistenzberufe spielen in vielen Ländern eine entscheidende Rolle in der Gesundheitsversorgung. Pflegeassistenzkräfte übernehmen wichtige unterstützende Aufgaben und verbessern die Arbeitsbedingungen der Fachpflegekräfte, wodurch die Versorgung der Patient:innen effizienter gestaltet wird. Die Pflege umfasst eine Vielzahl von Berufen – von der Altenpflege über die Krankenpflege bis hin zu spezialisierten Pflegeassistenzberufen.

Eine gezielte Ausbildung zur Pflegeassistenz ist im DACH-Raum ein wichtiger Einstieg in die Pflegebranche. In allen drei Ländern ist die Ausbildung praxisorientiert und bildet eine solide Grundlage für eine Karriere in der Pflege. Die Ausbildung bereitet dich auf eine Tätigkeit vor, die sowohl in stationären als auch ambulanten Pflegeeinrichtungen gefragt ist. Hier wirst du bestens auf die Herausforderungen der Pflege vorbereitet und erlernst alle wesentlichen Fähigkeiten, die für eine Tätigkeit in der Pflege erforderlich sind.

Länderspezifische Unterschiede in der Ausbildung

In Deutschland dauert die Ausbildung zur Pflegeassistenz in der Regel ein bis zwei Jahre. Sie ist eine schulische Ausbildung, die mit praktischen Einsätzen in verschiedenen Pflegeeinrichtungen kombiniert wird. Es gibt keine bundesweit einheitlichen Standards und die Ausbildung kann somit je nach Bundesland leicht variieren. Eine neue Gesetzesreform soll dies allerdings demnächst ändern, um die Ausbildung deutschlandweit zu harmonisieren. In Deutschland ist es unter bestimmten Voraussetzungen auch möglich, die Ausbildung zur Pflegeassistenz ohne einen formalen Schulabschluss zu beginnen, wenn entsprechende Erfahrungen und Kenntnisse nachgewiesen werden.

Die Ausbildung zur Pflegeassistenz in Österreich dauert in der Regel ein Jahr. Wenn du allerdings die Ausbildung zur Pflegefachassistenz anstrebst, dauert diese länger, nämlich 18 Monate (berufsbegleitend) oder 1 Jahr (Volzeit). Auch hier handelt es sich um eine praxisorientierte Ausbildung, die mit theoretischem Unterricht und praktischen Einsätzen kombiniert wird. Sie wird an Pflegeakademien und Fachschulen angeboten. In Österreich gibt es eine stärkere Integration von Pflege- und Gesundheitswissenschaften in die Ausbildung. Der Zugang zur Ausbildung kann flexibler sein, und es wird in vielen Fällen nicht nur der schulische Abschluss berücksichtigt, sondern auch praktische Erfahrungen und persönliche Eignung.

In der Schweiz erfolgt die Ausbildung zur Pflegeassistenz häufig über das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) und dauert etwa 120 Stunden Theorie und 15 Tage Praxis. Diese ist primär eine berufliche Grundbildung, die sich durch einen hohen Praxisanteil in den Betrieben auszeichnet. Für Quereinsteiger:innen mit Berufserfahrung in anderen Bereichen gibt es spezifische, verkürzte Lehrgänge und Validierungsverfahren, um vorhandene Kompetenzen anzuerkennen.

Die Ausbildung in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist in einigen Aspekten vergleichbar, vor allem hinsichtlich der Praxisorientierung. Dennoch bestehen erhebliche Unterschiede in Bezug auf Dauer, Schwerpunktsetzung und nationale Bezeichnung der Ausbildungen. Derzeit erlebt die Ausbildungslandschaft in Deutschland einen Wandel hin zu einem bundesweit einheitlicheren Modell, was die Unterschiede zu den Systemen in Österreich und der Schweiz weiter präzisiert.

2. Wichtige Qualifikationen & Anforderungen

Neben der formalen Ausbildung solltest du vor allem soziale Kompetenzen zur Ausübung eines Pflegeberufs mitbringen. Dazu zählen ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen, Kommunikationsfähigkeit, Geduld sowie eine gewisse Belastbarkeit (körperlich wie mental), die in der Pflege unerlässlich sind:

  • Pflegekräfte müssen in der Lage sein, sowohl mit Patient:innen als auch mit deren Angehörigen und dem Pflegeteam klar und einfühlsam zu kommunizieren. Eine offene, respektvolle Kommunikation ist entscheidend für das Vertrauen zwischen Pflegekraft und Patient:innen.
  • Eine gewisse Belastbarkeit, sowohl körperlich als auch mental, ist unumgänglich. Pflegekräfte sind häufig körperlich gefordert, wenn es um die Unterstützung bei der Mobilisation von Patient:innen oder das Heben von Lasten geht. Aber auch mental kann der Beruf herausfordernd sein, da du regelmäßig mit schwierigen, belastenden oder emotional anstrengenden Situationen konfrontiert wirst. Die Fähigkeit, mit diesen Anforderungen umzugehen und trotzdem eine hohe Qualität der Pflege zu gewährleisten, ist für den Erfolg im Beruf wichtig.
  • Selbstorganisation und die Fähigkeit, in stressigen oder hektischen Situationen den Überblick zu behalten, sind ebenfalls wesentliche Eigenschaften, die in der Pflege von Bedeutung sind. Du musst in der Lage sein, deine Aufgaben zu priorisieren, auf unvorhergesehene Ereignisse schnell und effizient zu reagieren und gleichzeitig immer das Wohl der Patient:innen im Auge zu behalten.

Wenn du aus einem anderen Berufsfeld kommst, kannst du von diesen Fähigkeiten profitieren. Wer diese Eigenschaften mitbringt, hat bereits gute Voraussetzungen für einen erfolgreichen Einstieg. Quereinsteiger:innen aus Bereichen wie Sozialarbeit oder Gesundheitswesen haben oft bereits grundlegende Erfahrungen im Umgang mit Menschen, die sich gut auf die Pflege übertragen lassen.

3. Der Alltag in der Pflege

Der Arbeitsalltag in der Pflege kann sehr abwechslungsreich und herausfordernd sein. Du wirst oft mit unterschiedlichsten Menschen in Kontakt kommen, die jeweils ihre eigenen Bedürfnisse und Anforderungen haben. Diese Vielfalt macht den Beruf spannend, aber auch anstrengend. Oft sind Pflegekräfte mit körperlichen und emotionalen Herausforderungen konfrontiert, etwa wenn sie schwer kranke oder pflegebedürftige Menschen betreuen. Diese mentalen Belastungen in den verschiedenen Pflegeberufen dürfen keinesfalls unterschätzt werden. Es gibt aber bereits zahlreiche Hilfestellungen, wie mit diesen Herausforderungen umgegangen werden kann.

Studien zur Pflegekompetenz zeigen, dass Pflegeassistenzkräfte häufig an ihre Grenzen stoßen, wenn es um den Umgang mit komplexen Patientensituationen geht. Daher wird eine kontinuierliche Fort- und Weiterbildung empfohlen, um den Anforderungen der sich ständig weiterentwickelnden Gesundheitsversorgung gerecht zu werden. Insbesondere im Hinblick auf die Belastung der Auszubildenden und die Qualität der Betreuung sollten die Bedingungen für diesen Beruf dringend verbessert werden, insbesondere durch eine Optimierung der Arbeitszeitregelungen und Unterstützung durch Mentor:innen, um Überlastung zu vermeiden. Auch psychologische Anlaufstellen wären enorm wichtig, da Pflegekräfte in ihrer Arbeit oft stark emotional belastet sind.

Dennoch ist es genau diese Vielseitigkeit, die für viele Pfleger:innen den Beruf so erfüllend macht. Du siehst die direkte Auswirkung deiner Arbeit und kannst erleben, wie du das Leben von Menschen positiv beeinflusst. Das macht die Pflege zu einem sehr sinnstiftenden Beruf, in dem du täglich einen wertvollen Beitrag leistest.

4. Karrierechancen und Perspektiven

Die Pflegebranche bietet nicht nur einen sicheren Arbeitsplatz, sondern auch vielfältige Aufstiegs- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Nach Abschluss einer Pflegeassistenz-Ausbildung kannst du dich auf weitere Qualifikationen, wie die Pflegefachassistenz oder andere spezialisierte Fort- und Weiterbildungen, konzentrieren. So kannst du dein Wissen stets erweitern und deine Karriere in verschiedene Richtungen lenken. In vielen Ländern, darunter auch Deutschland und Österreich, gibt es Programme, die die Weiterbildung sogar bis hin zu Führungspositionen ermöglichen. Im deutschsprachigen Raum haben Pflegeassistent:innen nach der Ausbildung häufig die Möglichkeit, in verschiedenen Bereichen zu arbeiten, etwa in der Altenpflege, Krankenpflege, oder häuslichen Pflege. Internationale Vergleiche, insbesondere aus den EU-Ländern, zeigen, dass es in vielen Staaten an qualifizierten Pflegekräften mangelt. Die Pflegeassistenz-Ausbildung stellt für viele Arbeitslose oder Menschen, die sich beruflich umorientieren möchten, eine schnelle Möglichkeit dar, den Berufseinstieg zu ermöglichen und langfristig einen sicheren Job zu haben.

Ein Quereinstieg in die Pflege ist also nicht nur eine berufliche Neuorientierung, sondern auch eine Chance, einen wertvollen Beitrag zur Gesellschaft zu leisten und im Bereich der Gesundheitsversorgung eine erfüllende Karriere aufzubauen. Ein Einstieg in einen Pflegeberuf ist somit Motor für dein persönliches Wachstum. Wenn du bereit bist, eine neue Richtung einzuschlagen und Menschen in Not zu unterstützen, ist die Pflege ein idealer Bereich für deinen nächsten Karriereschritt.