Berufsbild Steuerfachangestellte
Steuerfachangestellte unterstützen Mandanten im Steuerdschungel | GettyImages/andrei_r
Autor

07. Jan 2019

Celina Kumpernatz

Berufsbilder

Steuerfachangestellte - Ausbildung und Berufsbild

Diese Eigenschaften solltest du als Steuerfachangestellte/r besitzen:

  • Du unterstützt hilfsbereit andere im Steuerdschungel  
  • Du bearbeitest sorgfältig und präzise deine Aufgaben
  • Zahlen und Gesetze sind deine treuen Begleiter
  • Du arbeitest analytisch und strukturiert
  • Du bist ein Organisationstalent, denn du hast alles fest im Blick
  • Diskretion ist für dich selbstverständlich
  • Du liebst den Kontakt mit deinen Kunden
  • Bei abstrakten Zusammenhängen behältst du den Überblick
  • Du bist neugierig und lernbereit

Die Ausbildung von Steuerfachangestellten (m/w)

Vorbereitet auf deinen Arbeitsalltag als Steuerfachangestellte wirst du in einer dualen Ausbildung, die drei Jahre dauert. Hast du besonders gute Noten oder bereits Leistungen in diesem Bereich erbracht, besteht die Möglichkeit, die Ausbildungszeit zu verkürzen. Bei einer dualen Ausbildung erlernst du das Theoriewissen in einer Berufsschule, während du gleichzeitig Praxiserfahrung in einem Ausbildungsbetrieb sammelst. Die Ausbildung zum Steuerfachangestellten / zur Steuerfachangestellte kannst du prinzipiell mit jedem Schulabschluss beginnen, die meisten Azubis starten jedoch mit dem Abitur oder dem (Fach-)Abitur in ihre Ausbildung. Mit einem mittleren Schulabschluss hast du aber auch eine gute Chance auf einen Ausbildungsplatz, die Bewerbung lohnt sich in jedem Fall. Noch vor Ende des zweiten Ausbildungsjahres absolvierst du eine Zwischenprüfung, am Ende des dritten Ausbildungsjahres legst du eine schriftliche Abschlussprüfung ab. Themen aus dem Steuerwesen wie z.B. die Umsatz- oder die Einkommenssteuer können hier abgefragt werden.

Inhalte der Berufsausbildung

Die Inhalte der Steuerfachangestellten Ausbildung beschäftigt sich mit mehreren Fachgebieten. Dazu zählen das Rechnungs- und Steuerwesen, das Wirtschaftsrecht sowie die Betriebswirtschaft. Der Vorteil einer dualen Ausbildung ist es, dass du schon frühzeitig in deinem Ausbildungsbetrieb die ersten Praxiserfahrungen in diesen Fachbereichen sammeln kannst. Da die Inhalte und die abschließende Prüfung der Ausbildung durchaus komplex und umfangreich sind, bieten verschiedene Akademien und Steuerfachschulen Vorbereitungslehrgänge an, die Azubis unterstützend begleiten sollen.

Azubis lernen in der Ausbildung beispielsweise Gesetze und Grundlagen des Personalwesens sowie des Arbeits- und Sozialrechts genauer kennen. Da es in den Gesetzen immer wieder neue Änderungen gibt, musst du sich sowohl während als auch nach deiner Ausbildung immer auf dem neuesten Stand halten. Auch stehen spezielle Vorschriften und Techniken der Buchführung auf deinem Programm. In deinem Ausbildungsbetrieb lernst du ebenfalls den sicheren Umgang mit der Umsatz- und der Einkommensteuer. Die direkte praktische Anwendung in deinem Arbeitsalltag hilft dir Zusammenhänge und Hintergründe aus der Berufsschule besser nachvollziehen zu können. Dazu trägt auch die direkte Zusammenarbeit mit den Mandanten bei. Nach deiner Ausbildung bist du ebenfalls in der Lage Lohn- und Gehaltsabrechnungen zu erstellen und weißt, wie die Rechnungslegung deines Unternehmens funktioniert.

Aufgaben von Steuerfachangestellten

Steuerfachangestellte fungieren in erster Linie als "rechte Hand? von Steuerberatern. Dabei berätst und unterstützt du Mandanten und übernimmst kaufmännische Aufgaben. Steuerberater kannst du erst dann werden, wenn du eine zusätzliche Prüfung absolvierst. Dafür musst du bereits mindestens zehn Jahre Berufserfahrung vorweisen oder ein Studium abgeschlossen haben. Steuerberater können sich daher auch selbstständig machen, Steuerfachangestellte dagegen nicht.

Zu den Aufgaben von Steuerfachangestellten gehört die Beratung und Betreuung von Mandanten. Du fungierst als Experte für steuerliche und betriebswirtschaftliche Angelegenheiten. Dabei berätst du deine Mandanten über mögliche Handlungen, um ihre finanzielle Situation zu verbessern, beispielsweise welche Steuerabgaben man sich vom Staat zurückerstatten lassen kann.

Neben der Beratung deiner Mandanten, bist du auch für ihre Buchführung zuständig. Dabei erhältst du Informationen von deinen Mandanten z.B. wie Rechnungen und Bankbelege, die du auf Richtigkeit und Vollständigkeit überprüfst und bei deiner Buchführung verarbeitest.

Steuerfachangestellte erstellen ebenfalls Steuererklärungen und Jahresabschlüsse. Dazu kommen auch Lohnsteueranmeldungen oder Umsatzsteuerjahreserklärungen. Ebenfalls unterstützt du deine Mandanten, wenn sie einen neuen Job beginnen oder beenden, bei der Anmeldung bei Sozialversicherungsträgern. Somit stellst du sicher, dass sie gesetzeskonform versichert sind. Auch bist du in der Lage Sozialabgaben sowie die Lohn- und Kirchensteuer zu berechnen.

Der Arbeitsalltag

Hast du dich für die Ausbildung zum Steuerfachangestellten / zur Steuerfachangestellte entschieden, darfst du dich nach deiner Ausbildung auf gesicherte Arbeitsverhältnisse und geregelte Arbeitszeiten freuen. Deine Einsatzgebiete sind vielfältig, da Finanzen und Steuern in nahezu allen Branchen und Bereichen eine wichtige Rolle einnehmen. Du arbeitest in der Regel in Kanzleien von Steuerberatern, Wirtschaftsprüfern, Buchprüfern oder bei Wirtschaftsunternehmen. Arbeitest du z.B. bei Wirtschaftsprüfern sitzt du nicht nur in Büroräumen, sondern bist auch mal extern unterwegs und triffst dich mit deinen Kunden.

Gehaltsaussichten vor und nach der Ausbildung

Während deiner Ausbildung ist dein Gehalt bei Betrieben mit Tarifbindung durch Verträge festgelegt. Somit richtet sich dein Gehalt nach den tarifvertraglichen Vereinbarungen. Arbeitest du in einem Betrieb, in dem du keinen Tarifvertrag erhältst, verhandelst du mit diesem deine Gehaltshöhe selbst. In der Regel richtet sich dein Ausbildungsgehalt an den Vorgaben der Steuerberaterkammer des jeweiligen Bundeslandes. Diese dienen als Richtlinie, können aber je Bundesland variieren. Im ersten Ausbildungsjahr kannst du beispielsweise um die 800 Euro brutto im Monat verdienen. Im letzten Ausbildungsjahr sind es monatlich schon bis zu 1050 Euro brutto.

Nach deiner Ausbildung gelten die festgelegten Tarife nicht mehr, die das Gehalt in der Branche regeln. Dein Einstiegsgehalt richtet sich daher nach deinem Arbeitgeber, vor allem nach der Größe deines Arbeitgebers sowie deinen bereits gesammelten Erfahrungen wie z.B. Praktika. Das Durchschnittsgehalt liegt im Monat bei 2034 Euro brutto und kann sogar monatlich auf 3500 Euro brutto ansteigen, denn mit den Jahren und somit mit mehr Berufserfahrung steigen auch die Gehaltsaussichten.                          

Fortbildungsmöglichkeiten

Möchtest du beruflich vorankommen und spielst mit dem Gedanken auch mal eine Führungsposition einzunehmen, ermöglicht dir dies verschiedene Fortbildungen. Die Ausbildung zur Steuerfachangestellten bietet eine gute Grundlage, um sich weiterzubilden und weitere Aufstiegsmöglichkeiten wahrzunehmen.  

Du kannst dich beispielsweise für den Steuerfachwirt entscheiden. Als Steuerfachwirt / -in kannst du im engen Austausch mit deinem Vorgesetzten mehr Verantwortung für verschiedene Aufgaben übernehmen, z.B. bezüglich Sachverhalte aus dem Steuerrecht oder dem Rechnungswesen.

Eine weitere Fortbildung kannst du zum Bilanzbuchhalter absolvieren. Hier eignest du dir Wissen aus den Bereichen Kostenrechnung, Finanzmanagement und Steuerrecht an. Nach erfolgreichem Abschluss dieser Fortbildung fungierst du als Bilanzbuchhalter als Schnittstelle zwischen den Bereichen des Rechnungswesens und der der Unternehmensführung.

Einen weiteren wichtigen und spannenden Bereich kannst du mit der Fortbildung zum Controller abdecken. Controller prüfen Unternehmenszahlen und -bilanzen und bereiten diese für das Management auf. Ebenfalls sind sie in der Lage, Projekte zu steuern und zu planen und dabei die Unternehmensleitung mit Hilfe von Informationen bei strategischen Entscheidungen zu unterstützen.

Hast du nach der Ausbildung noch nicht genug vom Lernen, hast du die Möglichkeit noch ein Studium anzuschließen. Beispielsweise kannst du dich für den Bachelor im Studienfach Steuern und Prüfungswesen entscheiden oder Betriebswirtschaft studieren. Ein Studium bietet dir eine gute Grundlage, wenn du dich dazu entscheiden solltest, nach der Ausbildung noch Steuerberater / in zu werden.

Nach genügend Berufserfahrung kannst du die Steuerberaterprüfung ablegen und kommst somit dem Schritt in die eigene Selbstständigkeit näher. Alleine oder mit anderen Mitarbeitern kannst du eine eigene Kanzlei für den Steuer- und Wirtschaftsbereich eröffnen.

Diese Themen könnten dich auch interessieren
Rechtsanwaltsfachangestellte und Justizbeamte - Juristische Ausbildungen

Juristische Ausbildungsberufe

Jura gehört zu den beliebtesten Studienfächern in Deutschland. Doch auch wer sich für Recht und Gesetz interessiert, aber gegen ein Studium entscheidet, hat die Chance im juristischen... mehr »
Steuererklärung: Alle Infos zu Formularen & Fristen

Steuererklärung für Anfänger

Die erste Einkommenssteuererklärung steht an und du weißt weder ein noch aus? Dabei lohnt sich die Mühe, sich durch die Formulare zu arbeiten. Denn auf die meisten Steuerzahler wartet... mehr »