Auch wenn es keine gesetzliche Grundlage gibt, ist ein Sabbatical nicht unmöglich.
Ein Sabbatical kann die optimale Gelegenheit für eine Reise sein. | Foto: Chris Hayashi/unsplash.com
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07. Jul 2017

Hannah Essing

Work-Life-Balance

Einfach mal Pause: Wie plant man ein Sabbatical?

Viele Möglichkeiten für dein Sabbatjahr

Sabbatical auf Verhandlungsbasis

Eine gesetzliche Grundlage für das Sabbatjahr gibt es in Deutschland nur für Lehrer und Angestellte des öffentlichen Dienstes. Die Bedingungen unterscheiden sich im Detail in den verschiedenen Bundesländern, sind aber grundsätzlich in eine Arbeitsphase, in der man Geld anspart, und eine Freistellungsphase unterteilt.

In der freien Wirtschaft gibt es eine solche Regelung noch nicht. Möchte man ein Sabbatjahr einlegen, muss mit dem Chef des Unternehmens verhandelt werden, wie eine solche Arbeitsaufteilung funktionieren könnte. Einen gesetzlichen Anspruch auf eine Auszeit – ob nun drei, neun, oder zwölf Monate – gibt es nicht. Eine Regelung zu finden, ist allerdings in den meisten Fällen möglich. Dafür sollte man gut vorbereitet in ein Verhandlungsgespräch gehen, um genau zu erklären, wie man als Arbeitnehmer und auch als Arbeitgeber von einem Sabbatical profitieren würde.

Ab ins Ausland!

Und wie kann man das Sabbatical nutzen? Das entscheidet jeder ganz persönlich. Von privaten Projekten über berufliche Weiterbildung bis hin zum Sabbatical als Elternzeit sind die Möglichkeiten endlos. Viele nutzen die Zeit dafür, langfristig auf Reisen zu gehen und sich dabei persönlich weiterzuentwickeln. Aber auch zur Burnout-Prävention eignet sich ein Sabbatical ausgezeichnet. Für viele ist das Jahr eine Chance, sich Zeit für sich selbst zu nehmen und zur Ruhe zu kommen. Einige Organisationen bieten übrigens auch professionell organisierte Sabbaticals an, wie etwa manutapu für Sabbatzeit in Lateinamerika.

Teilzeit, Überstunden, Sonderurlaub – die Möglichkeiten

Zur Umsetzung gibt es verschiedene Möglichkeiten: beispielsweise könnte abgemacht werden, dass man ein Jahr lang in Vollzeit arbeitet, aber nur Teilzeit bezahlt wird. Der Rest des Gehalts kann dann auf ein Langzeitkonto gezahlt werden, damit man es während der Auszeit benutzen kann. Auch wenn ein gesetzlicher Anspruch auf Teilzeit besteht, in Kraft treten kann das Teilzeitgesetz allerdings nur, wenn das Unternehmen mindestens 15 Mitarbeiter hat und man bereits sechs Monate dort gearbeitet hat. Zudem muss man während der Vorbereitungsphase mit geringeren finanziellen Mitteln zurechtkommen. Das ist vielleicht eine Herausforderung bedarf einiges an Planung, ist aber eine gute Methode, um das Jahr finanzieren zu können und sich mit dem Arbeitgeber zu einigen.

Alternativ ist es auch möglich, über die reguläre Arbeitszeit hinaus zu arbeiten und die angesammelten Überstunden auf einem Zeitwertkonto zu sparen. Dabei muss allerdings beachtet werden, dass das Arbeitszeitgesetz nicht mehr als zehn Überstunden täglich erlaubt und das auch nur für einen begrenzten Zeitraum. Einigt man sich zusätzlich auf ein geringeres Gehalt, wäre die Mehrarbeit jedoch eine umsetzbare Möglichkeit. Ob man den zusätzlichen Stress aushalten kann, kommt dann auf den Grund für das Sabbatjahr an. Wer Ruhe sucht, sollte sich nicht für diese eher aufwändige Methode entscheiden.

Eine weitere Möglichkeit wäre ein unbezahlter Sonderurlaub. Bei dieser Variante muss man sich allerdings darüber im Klaren sein, dass die Krankenversicherung sich ändern wird. Wer privatversichert ist, könnte seinen Anspruch ganz verlieren, bei einer gesetzlichen Versicherung, können einige Abstriche gemacht werden. Deshalb ist die Planung eines Sonderurlaubs zwar einfacher, dafür aber teurer.

Für welches Modell man sich entscheidet, ist letztendlich jedem selbst überlassen und sollte mit dem Unternehmen abgesprochen werden. Aber wer die Welt erkunden oder einfach mal Pause machen will, sollte wissen, dass ein Sabbatical nicht unmöglich ist – und immer weiter verbreitet ist in deutschen Unternehmen.
 

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