Verschiedene Ausbildungsarten im Überblick
Nach der Schule fällt die Entscheidung für den weiteren Weg meistens schwer | GettyImages/DisobeyArt
Autor

26. Sep 2018

Celina Kumpernatz

Stellensuche

Ausbildungsarten im Überblick - So findest du deinen Weg nach der Schule!

Die erste Frage, die du dir stellen solltest, ist, ob eher eine Ausbildung oder ein Studium zu dir passt. Kannst du diese Frage nicht eindeutig für dich beantworten, gibt es auch Ausbildungsarten, bei denen du beides miteinander kombinieren kannst.

Die duale Ausbildung

Die betriebliche oder duale Ausbildung ist die wohl bekannteste Ausbildungsart in Deutschland. Diese kennzeichnet sich dadurch, dass du sowohl in einem Ausbildungsbetrieb als auch in einer Berufsschule deinen Beruf erlernst, Praxis und Theorie wechseln sich also regelmäßig ab.

Die Dauer des dualen Studiums ist abhängig von deinem Ausbildungsberuf, in der Regel ist sie spätestens nach dreieinhalb Jahren angeschlossen. Kannst du beispielsweise besonders gute Leistungen vorweisen oder bringst bereits gesammelte Berufserfahrungen mit, kannst du sie auch schon nach zwei Jahren beenden.

Beliebt ist die duale Ausbildung vor allem deswegen, da du während dieser Ausbildungsform bereits entlohnt wirst. In dem ersten Ausbildungsjahr kannst du zwischen 200 und 750 Euro brutto im Monat verdienen. Dein Gehalt steigt mit jedem Ausbildungsjahr und deinen Erfahrungen. Das endgültige Ausbildungsgehalt richtet sich nach dem Beruf, dem Unternehmen und der Branche.

Um eine duale Ausbildung beginnen zu können wird ein schulischer Abschluss vorausgesetzt. Meistens ein mittlerer Schulabschluss oder das Abitur. Ebenfalls musst du dich rechtzeitig um ein ausbildendes Unternehmen kümmern und dich bei diesem bewerben, um dein duales Studium absolvieren zu können.

Duale Ausbildungsberufe werden beispielsweise als Kauffrau / Kaufmann für Büromanagement, im Einzelhandel oder in der Industrie angeboten.

Die schulische Ausbildung

Neben der dualen Ausbildung kannst du dich auch für eine schulische Ausbildung an einer privaten oder öffentlichen Berufsfachschule entscheiden. Man nennt die Ausbildung auch vollschulische Ausbildung, da sie als Vollzeitunterricht angeboten wird. Hier erlernt man hauptsächlich Berufe im Gesundheits- und Sozialwesen wie z.B. als Erzieher/ -in oder Altenpfleger/ - in. Aber auch technische Berufe können in einer schulischen Ausbildung erlernt werden, z.B. als Maschinen- und Anlagenführer/ -in. Der Vorteil bei der schulischen Ausbildung ist, dass du dich schon frühzeitig auf einen bestimmten Bereich spezialisieren kannst. Auch werden in der Regel keine hohen Schulabschlüsse wie z.B. das Abitur vorausgesetzt.

Auch wenn die Ausbildung als Vollzeitunterricht stattfindet, kommt die Praxis trotzdem nicht zu kurz. Praktische Erfahrungen sammelst du über Praktika, die du als Blockunterricht oder in den Berufsschulalltag integriert absolvierst.

In der schulischen Ausbildung verdienst du noch kein eigenes Gehalt, in der Regel musst du sogar eine Schulgebühr bezahlen. Brauchst du dafür finanzielle Unterstützung, kann BAföG eine Option für dich sein, wenn du die Anforderungen dafür erbringst.

Die schulische Ausbildung kann an öffentlichen oder auch an privaten Berufsfachschulen absolviert werden. Hier unterscheiden sich meistens die Ausbildungsinhalte. Bei öffentlichen Berufsfachschulen werden die Ausbildungsinhalte an allen Schulen einheitlich festgelegt. Bei privaten Berufsfachschulen hingegen handelt es sich bei deinem Ausbildungszeugnis eher um ein Bildungszertifikat. Man sollte daher im Blick behalten, ob dein Abschluss dich in ganz Deutschland für die Ausbildung des Berufs qualifiziert.

Das duale Studium

Kommen für dich sowohl eine Ausbildung als auch ein Studium in Frage, dann musst du nicht wählen, sondern hast die Möglichkeit eines dualen Studiums. So kannst du Erfahrungen aus einem Ausbildungsbetrieb mit einem Hochschulabschluss kombinieren. Die Voraussetzung dafür ist ein (Fach-) Abitur. Hast du dich für ein duales Studium entschieden, kannst du zwischen einem ausbildungsintegrierten dualen Studium (Schulabschluss mit abgeschlossener Berufsausbildung) und einem praxisintegrierten dualen Studium (Studienabschluss mit Praxiserfahrungen im Betrieb) wählen. Das duale Studium ist also so ausgelegt, dass du parallel zu deiner Arbeit im Betrieb an einer Hochschule studierst. Nach 3 bis 5 Jahren hast du dein duales Studium beendet.

Für ein duales Studium musst du dich rechtzeitig bewerben, da die Frist meistens schon ein Jahr im Voraus endet. Auch die Auswahl für duale Studiengänge ist sehr groß. Duale Studiengänge werden beispielsweise für Informatik, BWL oder das Gesundheitsmanagement sowie für viele weitere Bereiche angeboten. Hier solltest du dich frühzeitig informieren, was am besten zu dir passt.

Ein großer Vorteil des dualen Studiums ist es, dass dein Ausbildungsunternehmen deine Studiengebühren übernimmt und dich auch für deine Arbeit im Unternehmen vergütet. Daher ist es oft üblich, dass du dich nach deinem erfolgreichen Abschluss des dualen Studiums für eine gewisse Zeit vertraglich an das Unternehmen bindest. Hier kannst du in den ersten Ausbildungsjahren zwischen 480 und 1200 Euro brutto monatlich verdienen.

Die Sonderausbildung

Hast du nach der Schule ein (Fach-)  Abitur in der Tasche, hast du die Option eine Sonderausbildung, auch Abiturientenausbildung genannt, zu wählen. Hierbei handelt es sich um eine doppelte qualifizierende Erstausbildung, das heißt eine duale Ausbildung mit einer Zusatzqualifikation. Ähnlich wie bei der dualen Ausbildung lernst du sowohl die Praxis als auch die Theorie kennen. Ebenfalls schließt du eine Zusatzausbildung oder Weiterbildung in einer bestimmten Fachrichtung ab. Somit kannst du nach erfolgreichen Abschluss einen Ausbildungsabschluss sowie eine Zusatzqualifikation vorweisen.

Eine Sonderausbildung kannst du z.B. in der Industrietechnologie oder der Wirtschaftsinformatik absolvieren. Sonderausbildungen können absolviert werden, wenn du beispielsweise Betriebswirt oder Handelsfachwirt werden möchtest. Die Ausbildung dauert zwischen zwei und vier Jahren. Es gibt aber auch Berufe, bei denen die Sonderausbildung bereits nach eineinhalb Jahren beendet werden kann. Im ersten Jahr der Sonderausbildung kannst du zwischen 200 und 750 Euro brutto im Monat verdienen.

Voraussetzungen sind das (Fach-) Abitur sowie sehr gute Leistungen in Fächern wie Deutsch, Mathematik und Englisch.

Die assistierte Ausbildung

Die assistierte Ausbildung richtet sich an Schüler mit schwächeren Noten oder gar keinem Schulabschluss. Auch Jugendliche, die sozial benachteiligt oder stark familiär eingebunden sind, können von der assistierten Ausbildung profitieren. Da die Schulnoten nicht immer die Kompetenzen der Schüler widerspiegeln, bietet sich hier die Möglichkeit ihnen trotzdem einen guten Berufseinstieg zu ermöglichen. Das Unternehmen und der Azubi werden dabei von beauftragten Bildungsträgern begleitet und unterstützt. Dies ermöglicht die Agentur für Arbeit bzw. das Jobcenter. Auszubildende erhalten beispielsweise Unterstützung bei dem Abbau von Sprachdefiziten oder bei der Förderung fachtheoretischer Fertigkeiten. Betriebe erhalten Hilfestellungen bei der Verwaltung, der Organisation und der Durchführung der Ausbildung und begleiten den Berufsalltag, um das Ausbildungsverhältnis zu stabilisieren. Der Ausbildungsalltag ist dabei ähnlich aufgebaut wie bei der dualen Ausbildung. Der Unterschied liegt darin, dass du in einer ausbildungsvorbereitenden Phase bei der Suche der richtigen Ausbildung unterstützt wirst. Diese dauert bis zu sechs Monate. Auch bei der Bewerbung für den Ausbildungsplatz steht dir jemand unterstützend zur Seite. Beliebte Ausbildungsbereiche sind z.B. die Wirtschaft, die IT und die Logistik.

Diese Ausbildungsart soll die Kluft zwischen dem Fachkräftemangel, den Anforderungen und Voraussetzungen der Betriebe und den zukünftigen Auszubildenden überwinden.

Diese Themen könnten dich auch interessieren
Ausbildung zum Industriekaufmann – Berufsinformationen

Industriekaufmann

Kaufmännische Berufe wie der / die Industriekaufmann / Industriekauffrau gehören bei jungen Menschen zu den beliebtesten Ausbildungsberufen in Deutschland. Da der Beruf der... mehr »