Content Manager - mehr als ein Redakteur
Als Content Manager bist du für die Lieferung von neuem Content verantwortlich | GettyImages/zakokor
Autor

16. Aug 2018

Celina Kumpernatz

Berufsbilder

Content Manager

Der digitale Beruf mit Zukunft

Darum solltest du Content Manager werden:

  • Ein breit gefächertes Berufsbild mit vielen verschiedenen Aufgaben
  • Du kannst gleichzeitig dein Organisationstalent und deine Kreativität ausleben
  • Es gibt viele verschiedene Branchen, in denen du arbeiten kannst
  • Die Berufsausbildung ermöglicht dir diverse Spezialisierungen
  • Teamwork macht dein Team und dich sowohl stark als auch produktiv
  • Du kannst deine Online-Affinität in vollen Zügen ausleben
  • Mit deiner Berufswahl im Online-Bereich gehst du mit dem Puls der Zeit

Was macht eigentlich ein Content Manager?

Ganz allgemein sind Content Manager für die Schaffung von Inhalten (Content) verantwortlich. Mit Hilfe von einem Content-Management-System (CMS), das bei der Organisation der Arbeitsabläufe unterstützt, wird Content geplant, erstellt und auf Webseiten eingepflegt. Content Manager begleiten alle wichtigen Schritte dieses Prozesses und leiten mögliche Optimierungen in die Wege, von der ersten Planung bis hin zur Veröffentlichung. Sie sind somit sowohl für einfachere Programmierungen als auch für redaktionellen Tätigkeiten zuständig. Unter die Bezeichnung des Content Managers fallen beispielsweise auch der Beruf Mediengestalter, Online-Redakteur und Content-Spezialist.

Vielfältige Aufgabenbereiche

Die Aufgaben eines Content Managers sind ziemlich breit gefächert und können je nach Branche und Unternehmen sehr vielfältig sein. Die Aufgabenfelder bieten eine Schnittstelle zwischen Content Marketing, Technik und Vertrieb.

Typische Aufgaben im Arbeitsalltag

  • Entwicklung einer Content Strategie
  • Evaluation von neuen, relevanten Themen für die Zielgruppe
  • Erstellung von Redaktionsplänen
  • Koordination des Workflows für die Content Planung
  • Verfassen von Texten
  • Online-Inhalte planen, erstellen, betreuen und optimieren
  • Bild- und Textinhalte auf Webseiten einpflegen
  • Mit Fotodatenbanken arbeiten
  • CMS einrichten und verwalten
  • Suchmaschinenoptimierung (SEO)
  • Content Erstellung für Newsletter
  • Absprache mit anderen Unternehmensbereichen z.B. Marketing
  • Anleitung von Mitarbeitern
  • Zusammenarbeit mit Kunden und anderen Abteilungen des Unternehmens
  • Durchführen von Website-Analysen

Diese Kernkompetenzen solltest du mitbringen

Content Manager können gleichzeitig mit ihrem Organisationstalent punkten, aber auch ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Verfügst du dann noch über textliches Geschick und technisches Wissen, hast du deinen Traumberuf gefunden!

Neben redaktionellen Erfahrungen sind Kenntnisse in der Bild- und Videobearbeitung sowie grundlegende HTML-Kenntnisse erforderlich. Auch CSS (Cascading Style Sheets), eine Stylesheet-Sprache für elektronische Dokumente, wird im Arbeitsalltag eines Content Managers häufig verwendet. Ein sicherer Umgang mit Social-Media-Kanälen wie Facebook oder Instagram und ein ausgeprägtes Fachwissen zur Suchmaschinenoptimierung (SEO) gehören ebenfalls zu deinen Skills. Hier ist von großer Bedeutung, dass der Inhalt und die Texte, die du erstellst, suchmaschinenfreundlich geschrieben sind. Es gibt sehr viele gute Texter im Web, die aber weniger die erforderlichen SEO-Kenntnisse berücksichtigen. Mit Hilfe von SEO sorgst du dafür, dass dein erstellter Content für deine Zielgruppe auch gut auffindbar ist. Daher sollte er z.B. in der Suchmaschine Google möglichst weit oben positioniert sein. SEO wird im Content Management häufig benötigt | GettyImages/Cn0ra

Eine wichtige Aufgabe des Aufgabenbereichs besteht nämlich auch darin, den Traffic auf der von ihm zu betreuenden Internetseite zu erhöhen und die optimale Usability (Benutzerfreundlichkeit) einer Webseite im Blick zu behalten. Ein Gespür für aktuelle Themen, die die Zielgruppe interessieren, sowie eine zielgruppenspezifische Ansprache ist an dieser Stelle enorm wichtig. Denn Ziel ist es, die Zielgruppe bis zum Schluss auf ihrer Customer Journey zu begleiten. Customer Journey bezeichnet die einzelnen Zyklen, die ein Kunde im Kaufprozess eines Produktes oder einer Dienstleistung durchläuft. Dabei unterstützen Trackingtools wie Google Analytics, die Leistungskennzahlen wie z.B. des Traffics, der Leads und der Conversion Rate zu analysieren. Diese Indikatoren ermöglichen es einzuschätzen, ob sich deine Zielgruppe auf deiner Internetseite aufhält, wie lange und, on sie auf dieser fündig geworden sind. Dies ermöglicht eine erfolgreiche Optimierung der Landing Page (die Website eines Unternehmens).

Der Content Manager arbeitet bei jedem Schritt des Prozesses eng mit Kollegen und anderen Abteilungen zusammen, z.B. mit der Grafik oder der IT. Daher solltest du für diesen Beruf auch eine ordentliche Portion Teamfähigkeit mitbringen. Eine selbstständige und organisierte Arbeitsweise wird dabei vorausgesetzt. Kommunikativ und kooperativ sprichst du dich dabei mit Kollegen und Kunden ab. Darum können regelmäßige Meetings zu deinem Arbeitsablauf gehören. 

Abgesehen von der Branche, in der du arbeitest, ist auch ein ständiger Kontakt mit deinen Kunden möglich, mit denen du über Projekte verhandelst und über deine Ideen und Vorschläge sprichst. Kundenfreundlichkeit steht somit ganz oben auf der Liste deiner Soft Skills! Hast du eine Deadline, kann es auch schon mal etwas länger dauern und für unregelmäßige Arbeitszeiten sorgen. Da du aber mit vollem Elan und Freude an die Arbeit gehst, ist das für dich kein Problem. Dein Aufgabenspektrum ist jedoch auch immer abhängig von der Größe deines Unternehmens sowie von der Verantwortung, die dir zugeteilt wurde. Arbeitest du z.B. in einem großen Unternehmen, bist du eher für die Planung von Content zuständig und lässt sie von externen Agenturen erstellen. Im E-Commerce bist du beispielsweise eher für die Shop-Pflege verantwortlich. Bei anderen Arbeitgebern wird dagegen eher ein Fokus auf die Erstellung von Inhalten für unternehmenseigene Blogs gelegt. Hast du also mehr Verantwortung, sind deine Arbeitsabläufe umfangreicher und flexibler ausgerichtet. Als Einsteiger in dem Beruf wirst du wahrscheinlich mit weniger Verantwortung und somit mit weniger Aufgaben betreut werden. Du startest beispielsweise mit der Betreuung einer bestimmten Rubrik.

Die meiste Zeit deiner Arbeit verbringst du an deinem Computer. Mit Hilfe von fachspezifischer Software vollbringst du erfolgreich all´ deine Aufgaben. Hier sind bei der Erstellung des Contents ein gutes Sprachgefühl von Vorteil sowie ein geschulter Blick für die Ästhetik bei der Auswahl der geeigneten Bildmaterialien für die Gestaltung der Webseite.

Wichtige Tools im Berufsalltag

Das Content-Management-System (CMS) ist das alltägliche Werkzeug im Berufsalltag. Beispielsweise Software wie WordPress, Drupal und Typo3 helfen bei der Einpflege von digitalen Inhalten, wie Texte, Videos oder Grafiken, auf einer Website.

Ein typischer Arbeitsalltag als Content Managerin / Online-Redakteurin

Wegen der vielen unterschiedlichen Aufgaben kann der Arbeitsalltag, auch abhängig von der Branche, sehr unterschiedlich aussehen.

Deshalb gewährt uns Sandra Ruppel aus der UNICUM-Redaktion einen kleinen Einblick in ihren Arbeitsalltag als Online-Redakteurin:

Sandra Ruppel, Online-Redakteurin bei UNICUM

"Zunächst mal ist wichtig abzugrenzen, dass ich keine Content-Managerin, sondern Online- Redakteurin bin. Bei uns in der Redaktion sind die Grenzen zwischen beiden Bereichen allerdings fließend. Das ist sicherlich auch ein Grund, warum mein Job niemals langweilig wird: Wir sind ständig auf der Suche nach neuen, aktuellen Themen, die spannend für unsere studentische Zielgruppe sein könnten. Glauben wir, ein solches gefunden zu haben, schreiben wir aber nicht direkt drauflos. Denn erstmal gilt es zu analysieren, ob das Thema auch wirklich relevant für unsere Leserinnen und Leser ist. Suchen sie beispielsweise über die Google-Suche danach? Und wenn ja, wie genau, mit welchen Suchbegriffen also? Welche Inhalte erwarten sie wahrscheinlich in dem Beitrag? Was sollten wir abdecken, um ihre Erwartungen nicht zu enttäuschen?

Bei einer solchen Analyse helfen uns Tools wie der Google Keyword Planer oder auch Xovi. Hat die Analyse ergeben, dass die Themenidee wirklich spannend für unsere Zielgruppe sein dürfte, beginnt das tatsächliche Schreiben des Artikels. Und dazu gehört auch der Teil, der mir wohl am meisten Spaß macht: Keiner hat Lust, sich durch eine Wüste aus Text zu quälen. Also kann ich mir während des Schreibens schon überlegen, wie ich meinen Text durch passende Bilder, Videos, Infografiken oder ein Quiz noch spannender und eindrücklicher für die Userinnen und User gestalten und ihnen dadurch neben dem reinen Text einen weiteren Mehrwert bieten kann.

Sobald der Text geschrieben, die Bilder und Videos recherchiert und das Quiz oder die Infografik erstellt ist, geht es darum, den Content ins CMS einzupflegen und zu veröffentlichen. Wann ein guter Zeitpunkt für die Veröffentlichung ist, hängt natürlich auch von äußeren Faktoren ab, die wir bei unserer Analyse und Planung immer im Blick haben. Content zu einem brandaktuellen Ereignis muss schnellstmöglich online gehen. Ein Beitrag zum Weltkatzentag allerdings wird natürlich erst dann veröffentlicht, wenn der Weltkatzentag auch wirklich bevorsteht. Beides ist total wichtig: Inhalte schnell umsetzen zu können, aber eben auch langfristig zu planen.

Damit, dass Content online geht, ist unsere Aufgabe nicht beendet. Denn auch die weitere Performance der Beiträge muss weiterhin beobachtet und analysiert werden. Kurzfristig, aber auch ganz langfristig: Verschiedene Parameter wie beispielsweise die Zeit, die der User oder die Userin auf dem Beitrag verweilt, um ihn zu lesen, geben uns Aufschluss darüber, ob wir Beiträge nachträglich noch verbessern können oder sogar müssen.

Content zu erstellen und ihn zu managen ist also ein total dynamischer Prozess. Nur weil ein Text fertig ist, ist unser Umgang damit nicht beendet. Alles ist und bleibt ständig in Bewegung. Darauf muss man sich einstellen können, wenn man in diesem Bereich arbeiten möchte. Flexibilität und Kreativität sind wichtig. Genauso wichtig ist es gleichzeitig auch, den Überblick zu behalten und langfristig planen zu können."

So wirst du Content Manager

Eine direkte Ausbildung oder ein Studium für das Content Management gibt es bisher nicht. Der Weg zu dem Berufsbild führt dich beispielsweise über die Ausbildung zum Medienfachwirt oder über Studiengänge themenverwandter Wissenschaften, z.B. Journalistik, Medienwirtschaft oder –design. Mehrere Studiengänge bieten dir eine gute Grundlage für den Beruf. Besonders viele Masterstudiengänge gibt es mit diversen medienbezogenen Schwerpunkten, die die Anforderungen an den Beruf des Content Managers erfüllen. Auch viele Ausbildungen mit Schwerpunkt Content Management, z.B. die Ausbildung zum Grafikdesigner, bieten dir die Möglichkeit den Beruf zu erlernen. Bereits absolvierte Praktika in diversen Bereichen bieten dir gute Voraussetzungen schneller in dem Beruf Fuß zu fassen. Hast du bereits Erfahrungen und Kompetenzen im Medien- und Online-Bereich erworben, können spezielle Weiterbildungen im Content Management eine Alternative für dich sein. Auch werden mittlerweile viele Schulungen für die richtige Benutzung von Content-Management-Systemen (CMS) angeboten. Da der Online-Markt ein sehr schnelllebiger Bereich ist und sich die Anforderungen und Trends ständig verändern, sollte man sich immer regelmäßig auf dem Laufenden halten z.B. mit Hilfe von Webinaren. Hier gibt es vor allem im Bereich der Suchmaschinenoptimierung viele verschiedene Angebote, zwischen denen man jedoch differenzieren sollte, da es neben sehr teuren Workshops mittlerweile auch viele kostenlose Online-Angebote gibt. 

Das sind die Einsatzgebiete

Als Content Manager kannst du in vielen verschiedenen Branchen arbeiten, vor allem jedoch im Online- bzw. im Neue-Medien-Bereich (elektronische Geräte, dir den Zugang zum Internet und die Interaktion mit anderen Nutzern ermöglichen, wie z.B. Smartphones).

Häufig sind Content Manager in der Medienbranche, in Werbe- und Design-Agenturen, im Journalismus, in PR- und Multimedia-Agenturen oder auch in großen Industrie-Unternehmen vertreten. Daher gibt es viele Auswahlmöglichkeiten, da sie in vielen Bereichen gefragt sind.

Möchtest du dein eigener Chef sein, bietet sich dir die Option dich mit einer eigenen Medien- oder Content-Agentur selbstständig zu machen, um andere Unternehmen zu beraten, oder freiberuflich als Berater /-in zu arbeiten.

Dieses Gehalt erwartet dich

Da das Berufsbild noch relativ neu ist, befindet sich auch die Entlohnung für diese Tätigkeit noch in der Findungsphase. Faktoren, die die Höhe deines Einkommens beeinflussen, sind beispielsweise die Größe des Unternehmens, in dem du arbeitest. Ebenso, wieviel Erfahrungen du mitbringst und daher auch wie breit du in diesem Bereich aufgestellt bist. Daher variiert das Gehalt des Content Managers sehr nach Arbeitgeber und Branche. Arbeitest du in den Bereichen Werbung, PR oder Medien, verdienst du in der Regel mehr als wenn du im Bereich Gesundheitswesen als Content Manager arbeitest. Im Durchschnitt verdienst du um die 2450 Euro brutto im Monat. Arbeitest du in einer Führungsposition kannst du deutlich mehr verdienen, monatlich bis zu 4400 Euro brutto. Ist deine Tätigkeit eher technisch ausgerichtet, hast du ebenfalls die Möglichkeit auf ein höheres Gehalt. Hast du zudem noch ein Bachelor- oder Masterabschluss vorzuweisen, wird sich das ebenfalls positiv auf dein Gehalt auswirken.

Deine Karriereperspektiven als Content Manager

Der Content Manager wird immer mehr zum beliebten Trendberuf mit Zukunft, der sich aus dem Grund entwickelt hat, dass Unternehmen heutzutage selbst zu Medien geworden sind. Je breiter du aufgestellt bist und je mehr Skills du für den Job mitbringst, umso besser sind deine Chancen auf eine gut bezahlte Stelle. Vor allem der Online-Markt wird sich auch zukünftig immer weiterentwickeln und bietet daher einen gesicherten Job mit guten Karrierechancen. Die Herausforderung besteht also darin, möglichst breit aufgestellt zu sein. Am besten bringst du aus allen Bereichen wie Marketing, aktuellen Web-Technologien oder der Betriebswirtschaft erste Erfahrungen und Know-how mit.

Möchtest du dich weiterbilden, kannst du dich beispielsweise speziell im Bereich Content Management fortbilden. Hier solltest du bereits gewisse Kompetenzen im Bereich Medien und Online gesammelt haben. Geschult wirst du z.B. für die Verwendung von Content-Management-Systemen (CMS). Der geprüfte Web-Content-Manager ist genau dafür verantwortlich und wird zum Spezialisten für die Konzeption, die Administration sowie für die Weiterentwicklung von CMS. Diese Qualifikation bietet dir gute Berufs- und Gehaltsperspektiven.

Allgemein gilt: Je mehr Erfahrung du mit der Zeit sammelst und je breiter du aufgestellt bist, umso wahrscheinlicher ist es, dass du Führungspositionen oder sogar die Teamleitung übernehmen kannst. 

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