Berufsbild Mechatroniker
Der Beruf des Mechatronikers zählt zu den beliebtesten Ausbildungsberufen | GettyImages/gorodenkoff
Autor

19. Nov 2018

Celina Kumpernatz

Berufsbilder

Mechatroniker

Technische Ausbildungsberufe

Diese Fähigkeiten solltest du als Mechatroniker (m/w) besitzen:

  • Interesse an technischen Systemen
  • Theoretisches und praktisches Wissen
  • Gute Mathe-, Physik- und Englischkenntnisse
  • Sorgfalt und Genauigkeit
  • Selbstständiges Arbeiten
  • Technisches Verständnis und handwerkliches Geschick
  • Erfahrung mit Programmiersprache
  • Räumliches Denkvermögen

Der Ausbildungsablauf - die Voraussetzungen

Den Beruf des Mechatronikers erlernst du während einer dualen Ausbildung, dafür besuchst du eine Berufsschule und wendest dein theoretisches Wissen gleichzeitig in einem Ausbildungsbetrieb an. Die Ausbildungsdauer beträgt 3 1/2 Jahre. Besitzt du jedoch sehr gute Noten oder hast sogar bereits Erfahrungen gesammelt, hast du die Möglichkeit, deine Ausbildung bis zu einem Jahr früher zu beenden. Du kannst die Ausbildung theoretisch mit jedem Schulabschluss zu beginnen, jedoch bevorzugen Unternehmen in der Regel einen mittleren Schulabschluss. Du hast aber auch die Möglichkeit dich mit anderen Schulabschlüssen um einen Ausbildungsplatz zu bewerben. Am Ende des zweiten Ausbildungsjahres steht dir eine erste Zwischenprüfung bevor, darauf folgt die Abschlussprüfung am Ende deiner Ausbildung in Kombination mit einem letzten Fachgespräch. Zuständig für deinen Ausbildungsablauf und deine Prüfungsangelegenheiten ist die IHK (Industrie- und Handelskammer). Solltest du einmal durch deine Prüfung gefallen sein ist das kein Grund zur Panik, da du diese insgesamt zweimal wiederholen kannst.

Aufgaben während und nach der Ausbildung

Während deines Arbeitsalltags als Mechatroniker beschäftigst du dich mit den verschiedenen Bereichen der Mechanik, der Elektronik und der Informatik. Mechatroniker sind dabei speziell für das Bauen von Systemen verantwortlich, die aus mechanischen, elektronischen und informationstechnischen Bauteilen zusammengesetzt sind. Ein Beispiel für ein solches System könnte ein Fahrzeug mit Elektroantrieb sein. Aber auch Waschmaschinen gehören dazu. Bevor du loslegen kannst, diese Systeme zu bauen oder zu installieren, beschäftigst du dich erst einmal mit den notwendigen Schaltplänen und den Konstruktionszeichnungen. Hier solltest du ein gutes räumliches Denkvermögen mitbringen. Danach kann die Arbeit beginnen: Dazu zählt Steuerungen einzubauen, die Verdrahtung von Leitungen, die Bearbeitung von Metallen oder auch elektronische Bauteile mit mechanischen Bauteilen zu verbinden.

Während deiner Ausbildung als Mechatroniker lernst du, wie man mit diesen verschiedenen technischen Systemen umgeht und diese bedient. Das heißt, dass du in der Lage bist verschiedene technische Pläne zu lesen und weißt wie man Baugruppen und Komponenten zu Maschinen und Systeme zusammenbaut. Auch die Programmierung von mechatronischen Systemen und wie diese im Detail funktionieren gehört zu deinen alltäglichen Aufgaben. Dabei ist viel Eigeneinsatz gefragt, da du mögliche Probleme hinterfragen und lösen musst. GettyImages/monstArrr_

Voraussetzung für die Bearbeitung dieser Tätigkeiten sind gute Mathe- und Physikkenntnisse. Diese stellen die Arbeitsgrundlage eines Mechatronikers dar. Du benötigst sie in deinem Arbeitsalltag für Messungen und Berechnungen sowie um elektronische und mechanische Abläufe nachvollziehen zu können. Montage- und Installationsanleitungen können dir auch mal auf Englisch begegnen, daher werden gute Englischkenntnisse vorausgesetzt. Ebenfalls beschäftigst du dich während deiner Ausbildung mit den wichtigen Sicherheitsrichtlinien, um dich und andere während deiner Arbeit nicht in Gefahr zu bringen. Das hat vor allem dann eine große Bedeutung, wenn du z.B. in der Gasversorgung arbeitest.

Die Aufgaben im Überblick:

  • Rechtzeitig Sicherheitslücken erkennen und Gefahren vermeiden
  • Erkennung und Beseitigung von Fehlern und Qualitätsmängel bei Maschinen und Anlagen
  • Instandsetzung von mechatronischen Systemen
  • Maschinen auseinander bauen z.B. um sie für den Transport vorzubereiten
  • Herstellung von mechanischen Teilsysteme
  • Installierung und Konfiguration von Netzwerken

Als Mechatroniker / - in arbeitest du zum größten Teil in Werkstätten, in Fertigungshallen oder in Planungsbüros. Jedoch können auch mal Kundenbesuche auf deinem Tagesplan stehen. Dein Arbeitsbereich hängt auch immer von der Größe deines Ausbildungsbetriebs ab und für welchen Bereich du zuständig bist. Dein Aufgabenbereich kann bei einem kleineren Betrieb z.B. in der Medizintechnik anders gestaltet sein als beispielsweise, wenn du bei Unternehmen des Fahrzeugs-, Luft- oder Raumfahrzeugbaus arbeitest. Daher solltest du dir am besten schon vor Beginn deiner Ausbildung überlegen, ob du in einem kleineren oder größeren Ausbildungsbetrieb arbeiten möchtest. In deinem Arbeitsalltag arbeitest du in der Regel Hand in Hand mit Kollegen aus anderen Bereichen wie der IT oder dem Ingenieurwesen.

In diesen Branchen arbeitest du

Die umfangreiche Ausbildung ermöglicht den Einsatz von Mechatronikern in nahezu allen Branchen. Meistens sind Arbeitgeber z.B. in der Automatisierungstechnik, dem Maschinenbau oder im Kraftfahrzeugbau zu finden. Aber auch in der Informations- und Telekommunikationstechnik sowie der Orthopädie oder Zahntechnik werden Mechatroniker gesucht.

Welche Aufgaben du übernimmst und bearbeitest ist von deinem Abschluss, deinen Erfahrungen sowie dem Unternehmen, in dem du arbeitest, abhängig. Je länger du jedoch in einem Unternehmen bist und je mehr Berufserfahrung du über die Zeit sammelst, umso umfangreicher wird auch dein Tätigkeitsbereich. Somit schaffst du nicht nur die Möglichkeit dich weiterzuentwickeln, sondern sorgst auch dafür, nicht dauerhaft auf einer Hierarchieebene zu verweilen.

Die Gehaltsaussichten von Mechatronikern

Die Ausbildung des Mechatronikers gehört zu den Ausbildungsberufen, bei denen Azubis sich schon während der Ausbildung über ein gutes Gehalt freuen können, daher sind die Ausbildungsplätze auch so beliebt. In der Metall- und Elektro-Industrie erwartet dich im ersten Ausbildungsjahr monatlich ein Gehalt bis zu 930 Euro brutto. Im Vergleich: In den meisten Ausbildungsberufen erhält man im ersten Jahr maximal 600 Euro brutto im Monat. Im zweiten Jahr steigt dein Verdienst als Azubi in der Mechatronik auf bis zu 980 Euro brutto und im letzten Ausbildungsjahr verdienst du bis zu 1120 Euro brutto.

Nach deiner Ausbildung beginnst du in der Regel monatlich mit einem Einstiegsgehalt zwischen 2000 und 2900 Euro brutto. Wie viel letztendlich auf deinem Konto landet, wird von Faktoren wie deinen Qualifikationen, Arbeitserfahrungen, deinem Arbeitgeber und Arbeitsort beeinflusst. Gehört dein Arbeitgeber zu einer Gewerkschaft, wird dein Gehalt regelmäßig neu verhandelt. Dann wird in einem Tarifvertrag ein Mindestgehalt festgelegt.

Weiterbildungen als Karrieresprung

Während und nach deiner Ausbildung hast du die Möglichkeit Zusatzqualifikationen und Weiterbildungen zu absolvieren. Diese bieten dir eine gute Grundlage, um deine Karriere anzukurbeln, sei es, um mehr Verantwortung zu übernehmen und somit mehr Geld zu verdienen oder um einfach deine Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen.

Während deiner Ausbildung werden dir von deinem Ausbildungsbetrieb, je nach betrieblichem Bedarf, vier spannende Zusatzqualifikationen angeboten. Dazu zählt die digitale Vernetzung, die Programmierung, die IT-Sicherheit sowie additive Fertigungsverfahren wie beispielsweise der 3D-Druck.

Möchtest du eine Weiterbildung beginnen, käme die Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker mit der Fachrichtung Mechatronik in Frage. Hast du nach deiner Ausbildung schon ein Jahr Berufserfahrung gesammelt, kannst du dich für diese Weiterbildung entscheiden. Diese kann in Vollzeit in einem Jahr oder berufsbegleitend in vier Jahren absolviert werden. Bist du ein staatlich anerkannter Techniker bist du dafür qualifiziert ein eigenes Unternehmen zu führen und somit mehr Verantwortung zu übernehmen.

Die Weiterbildung zum IHK-Industriemeister mit der Fachrichtung Mechatronik oder Elektrotechnik qualifiziert dich zur Übernahme von verantwortungsvollen Aufgaben in Bereichen wie Produktion, Mitarbeiterführung und Organisation. Hierzu zählen auch die Leitung eines eigenen Betriebs sowie die Ausbildung von Nachwuchskräften. Um diese Weiterbildung absolvieren zu können, wird eine abgeschlossene Ausbildung sowie 6 Jahre Berufserfahrung vorausgesetzt. Auch diese Weiterbildung kannst du nach deiner Wahl entweder in 6 Semestern oder berufsbegleitend in 3 Jahren abschließen.

Anstatt Weiterbildungen in Betracht zu ziehen, besteht die Möglichkeit nach deiner Ausbildung ein Studium in Angriff zu nehmen. Hier hast du die Wahl zwischen den Studiengängen Maschinenbau, Automatisierungstechnik oder Mechatronik. Hast du keine Hochschulberechtigung, aber bereits eine Weiterbildung zum Meister in der Tasche, besteht trotzdem die Möglichkeit ein Studium sogar ohne (Fach-) Abitur zu beginnen. Ebenso kannst du dich für das duale Studium Mechatronik als Bachelor of Engineering entscheiden. Hast du ein Hochschulstudium absolviert, macht sich die Arbeit und Mühe dann vor allem in deinem Gehalt bemerkbar. Hier sind für Mechatroniker monatlich ab 4000 Euro brutto aufwärts drin.

Ein Blick in die Zukunft

Der Beruf von Mechatronikern ist durch die umfangreiche Ausbildung sehr gefragt, da Unternehmen immer kreative Arbeitnehmer suchen. Experten mit technischem Know-how werden nicht nur in kleinen bis mittleren Firmen benötigt, sondern auch in großen Konzernen dringend gesucht. Besonders der fortschreitende Bedarf und Einsatz von Elektronik in nahezu allen Bereichen versprechen gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt und somit einen sicheren Arbeitsplatz.

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