Modedesigner - kreative Berufe
Modedesigner haben aktuelle Markttrends immer fest im Blick | GettyImages/shironosov
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19. Nov 2018

Celina Kumpernatz

Berufsbilder

Modedesigner

Kreativität trifft Handwerk

Der Beruf des Modedesigners (w/m) ist der Richtige für dich, wenn...

  • du es liebst, kreativ zu arbeiten
  • Wirtschaftliches Denken für dich selbstverständlich ist
  • du flexibel und lernbereit deinen Projekten begegnest
  • du mit künstlerischer Begabung und gestalterischen Fähigkeiten überzeugst
  • handwerklich-technische Aufgaben du mit links bearbeitest
  • du den Prozess von der Idee bis zum Endprodukt begleiten möchtest
  • du auch gerne selber mal die Nähmaschine in die Hand nimmst
  • du dich auch in deiner Freizeit für die Fashion-Welt interessierst

So wirst du Modedesigner

Um deinen Traum in die Tat umzusetzen und Modedesigner zu werden, absolvierst du eine schulische Ausbildung in einer Berufsfachschule. An der Berufsfachschule erlernst du das theoretische Wissen und erhältst praktischen Unterricht. In verschiedenen Betriebspraktika beispielsweise in einem Modeatelier kannst du dein theoretisches Wissen in die Praxis umsetzen. Denn ohne Praktika läuft in der Modebranche nichts. Hier kannst du deine ersten Berufserfahrungen sammeln und bestenfalls auch schon einmal die ersten Kontakte für deine Karriere knüpfen. Die schulische Ausbildung dauert 2 bis 3 Jahre. Hast du jedoch bereits vor deinem Beginn der Ausbildung erste Berufserfahrungen gesammelt oder kannst besonders gute Noten vorweisen, besteht die Möglichkeit, deine Ausbildungszeit frühzeitig zu verkürzen. Um die schulische Ausbildung beginnen zu können, benötigst du in der Regel einen mittleren Schulabschluss. Hier empfiehlt es sich gute Noten in Kunst vorweisen zu können, denn so hast du besonders gute Chancen auf einen begehrten Ausbildungsplatz, da zeichnerische Fähigkeiten in deiner Ausbildung besonders gefragt sind. Aber auch Fächer wie Mathe sind sehr wichtig für deinen Ausbildungsalltag, da du z.B. Stoffmengen und Schnittmuster berechnen musst. Deine Abschlussprüfung legst du vor einem staatlichen Prüfungsausschuss oder einem Lehrgangsträger ab. Diese Prüfung besteht aus einer schriftlichen, einer praktischen und einer mündlichen Prüfung. Hast du diese erfolgreich bestanden, darfst du dich von nun an staatlich geprüfter Modedesigner nennen.

In deiner Ausbildung lernst du wie man eine detaillierte Skizze anfertigt, wie man Schnittschablonen erstellt und welche Fertigungstechniken verwendet werden können. Ebenso wird die Farbenlehre genauer unter die Lupe genommen sowie die Verwendung von Computer-Design-Software, da besonders heutzutage nicht mehr alles nur mit Stift und Papier gezeichnet wird. Mit Hilfe von sogenannten CAD-Programmen (Computer Aided Design) bist du in der Lage dreidimensionale Entwürfe am Computerbildschirm zu erstellen.  An dieser Stelle lernst du ebenfalls, wie du aktuelle Markttrends bei deiner Arbeit berücksichtigst und direkt umsetzt.

Neben verschiedenen Praktika kannst du in großen Unternehmen auch versuchen durch eine Trainee Programme in der Modewelt Fuß zu fassen. Diese verschafft dir gute Einblicke in verschiedene Bereiche und du wirst so optimal auf die Modeindustrie vorbereitet. Die meisten Trainee-Stellen sind nicht auf einen bestimmten Bereich ausgeschrieben, daher kannst du dich im Laufe der Zeit selber noch auf einen bestimmten Bereich spezialisieren.

Deine Karriere kannst du in großen Unternehmen auch als Assistant Designer beginnen. Schaffst du es dein Team zu unterstützen und erfolgreich die gesetzten Ziele zu erreichen, kannst du jährlich die Karriereleiter hinaufsteigen. Mit ausreichend Erfahrung startest du dann als Designer und betreust deine eigenen Projekte.

Was genau macht eigentlich ein Modedesigner?

Grob gesagt, entwirfst du als Modedesigner / Modedesignerin Kleidung und Accessoires für Unternehmen oder gestaltest Kleidung für deine eigene Modelinie. Dafür arbeitest du in Zyklen, du entwirfst entweder Mode für die Frühlings-/Sommer- oder die Herbst-/Winterkollektion. Du begleitest als Modedesigner den ganzen Prozess vom ersten Entwurf bis zum produktionsreifen Schnitt. Neue Ideen und Inspirationen erhältst du auf Messen, Reisen oder klassisch auf den Straßen von internationalen Metropolen. Dabei versuchst du immer neue Trends zu entdecken und diese in deine Arbeit einfließen zu lassen. Nach der Ideensuche beschäftigst du dich mit der Kreierung der ersten Entwürfe und musst zwischen der vielfältigen Farb- und Stoffauswahl entscheiden. Anschließend fertigst du als Modedesigner erste Schnittmuster und Prototypen an. Abschließend stellst du deine Kleidung dann selber her oder gibst sie in die Produktion. Um deine neue Mode an den Mann bzw. an die Frau zu bringen veranstaltest du Modeshows und überlegst dir eine kreative Werbekampagne, die du mit Hilfe von Online-Medien erfolgreich kommunizieren kannst. Als Modedesigner arbeitest du nicht immer klassisch von 9-to-5, es sei denn du hast einen eigenen Laden in dem du deine Mode verkaufst. Ansonsten ist deine Arbeitszeit etwas flexibler gestaltet, da du auch mal am Wochenende auf Veranstaltungen und Modeshows gehst, um immer auf dem aktuellsten Stand zu bleiben.

Die Qual der Wahl: die Spezialisierungen

Modedesigner arbeiten überwiegend in Modeateliers, in Kostümabteilungen z.B. in Film- und Fernsehanstalten oder im Theater. Hier gehört auch der tägliche Kundenkontakt zu deinen Aufgaben. Aber auch bei Herausgebern von Modezeitschriften und Modemagazinen sind Modedesigner häufig beschäftigt. Daher hast du die Möglichkeit, dich als Modedesigner noch weiter zu spezialisieren und somit auch deinen Horizont zu erweitern. Diese Spezialisierungen gibt es:

Der Kostümdesigner, oder auch eher als Kostümbildner bekannt, arbeitet in der Regel im Theater, bei Musicals oder auch beim Film. Stehen neue Produktionen vor Tür, arbeitest du zusammen mit dem Regisseur und dem Team der Bühnenbildnern an einem neuen Kostüm- Konzept, die die Schauspieler bei der Verkörperung ihrer Rolle tragen sollen. Steht die Planung, machst du dich auf die Suche nach den passenden Kleidungsstücken und Accessoires. Wirst du nicht fündig, fragst du bei verschiedenen Institutionen nach den erforderlichen Kostümen oder machst dich auch schon mal selber ans Werk. Du bist also dafür verantwortlich die Schauspieler angemessen ihrer Rolle in Szene zu setzen.

GettyImages/g-stockstudioMöchtest du nicht nur Kleidung entwerfen, kannst du dich auch auf Schmuckdesign oder auf  Accessoires spezialisieren. Auch hier verfolgst du dem Schaffensprozess eines Modedesigners und lässt sich von aktuellen Trends bei deiner Arbeit inspirieren. Deine Ideen setzt du dann in die Tat um und schaffst ein fertiges Produkt.

Möchtest du nicht selber Mode herstellen sondern viel lieber darüber schreiben? Genau das macht der Modejournalist. Durch dein Hintergrundwissen und dein Gespür für Mode kannst du dich auch bei einer Modezeitschrift verwirklichen. Du bist immer up to date was die neuesten Modetrends und die angesagtesten Designer in der Branche betrifft und schreibst als Experte mit schönen Fotostrecken deine Meinung über die neuesten Modeentwicklungen. So bringst du deine Leser immer auf den aktuellsten Stand in der Modewelt!

Kein Gehalt während der Ausbildung: Finanzierungsmöglichkeit Bafög

Da es sich bei der Ausbildung zum Modedesigner um eine schulische Ausbildung handelt, haben Azubis keinen rechtlichen Anspruch auf eine Ausbildungsvergütung. Somit erhältst du während deiner Ausbildung kein Gehalt. In öffentlichen Schulen wird keine Schulgebühr verlangt, bei privaten Modeschulen ist das jedoch oft die Regel. Hier liegt die Durchschnittsgebühr zwischen 300 bis 400 Euro im Monat. Aufnahme- und Prüfungsgebühren werden noch zusätzlich gezählt ebenso wie Materialkosten.

Wenn du bei der Finanzierung Unterstützung benötigst, kannst du unter bestimmten Voraussetzungen eine Bafög-Förderung (Bundesausbildungsförderungsgesetz) erhalten. Wie viel Unterstützung du bekommen kannst ist von mehreren Faktoren wie z.B. dem Gehalt deiner Eltern oder deiner Wohnsituation abhängig. Ist deine Modeschule zusätzlich noch staatlich anerkannt und du befindest dich in deiner Erstausbildung, kannst du dich vom Staat finanziell unterstützen lassen. Weitere Informationen dazu erhältst du beim Bundesministerium für Bildung und Forschung. Hast du keinen Anspruch auf Bafög, gibt es noch die Alternative einen Studienkredit aufzunehmen.  

Das Gehalt nach der Ausbildung

Wie bei allen Berufen wird das Einkommen von mehreren Faktoren beeinflusst, beispielsweise von deinen Berufserfahrungen, von deinem Arbeitgeber sowie der Branche, in der du arbeitest. Hast du als Modedesigner einen Tarifvertrag, ist eine feste Regelung für dein Gehalt vorgeschrieben. Als ausgelernter Modedesigner wirst du in der Regel in die unterste Gruppe für Angestellte mit abgeschlossener Berufsausbildung eingeordnet und kannst in der Bekleidungsindustrie im Monat mit einem Einstiegsgehalt von 1500 bis 2500 Euro brutto rechnen. Gute Gehaltsaussichten bieten Entwurfsabteilungen bei großen Handelsketten in der Bekleidungsindustrie. Daher sind diese Jobs auch sehr begehrt. Mit mehr Erfahrung kannst dich mit der Zeit auch auf ein höheres Gehalt freuen, dann kannst du im Monat bis zu 3500 Euro brutto verdienen. Wenn du dich mit deiner eigenen Modelinie und deinem eigenen Geschäft selbstständig machen möchtest, erwirtschaftest du dir deinen eigenen Gewinn. Besonders als Jungdesigner muss man hier ein großes Durchhaltevermögen an den Tag legen, da auch noch weitere Kosten wie Raummiete, Produktion und Löhne der Angestellten anfallen.

Weiterbildungsmöglichkeiten für Modedesigner

Möchtest du deine Gehaltsaussichten verbessern, solltest du eine Weiterbildung in Betracht ziehen. Die Weiterbildung zum Techniker für Bekleidungstechnik oder die Weiterbildung zum Fachwirt für Bekleidung bieten dir die Möglichkeit, dein Fachwissen noch weiter auszubauen. Die Weiterbildungen können bis zu zwei Jahren dauern. Hier lernst du, wie man sich im Groß- und Einzelhandel organisiert, Stoffe auswählt und preiswert einkauft. Dazu wird mit den Kunden und Lieferanten verhandelt. Ebenso behältst du alle neuen Trends im Blick und führst Marktanalysen durch.  

Wenn du ein (Fach-) Abitur in der Tasche hast, kannst du auch z.B. in den Bereichen Modedesign oder Textil- und Bekleidungstechnik studieren. Hier kannst du sowohl ein Bachelor- als auch ein Master-Studium wählen. Diese Plätze sind jedoch meistens sehr begehrt und leider begrenzt. Für die Aufnahmeprüfung erstellst du eine eigene Mappe mit deinen Zeichnungen und Arbeiten, außerdem musst du dich auch einem Fachgespräch stellen. Möchtest du nicht auf dein Gehalt verzichten kannst du trotzdem einen Abschluss machen und dich für ein duales Studium entscheiden, denn viele Studiengänge werden auch berufsbegleitend angeboten.

Berufsaussichten in der Modebranche

Berufe in der Modebranche sind sehr beliebt, hier muss man sich daher gegen viele Mitbewerber behaupten. Sie gilt nicht umsonst als das härteste Business der Welt. Modedesigner müssen auch nach dem Abschluss ihrer Ausbildung um beliebte Arbeitsplätze kämpfen oder echtes Durchhaltevermögen sowie Disziplin an den Tag legen, um sich als Designer einen Namen zu machen. Daher ist es zu empfehlen sich nicht nur im industriellen Modedesign zu bewerben, sondern sich auch nach Stellen umzusehen, die ebenfalls viel mit dem Beruf des Modedesigners gemeinsam haben, z.B. in der Journalismusbranche bei Modezeitschriften.

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