Online bewerben, Eindruck hinterlassen: Das perfekte Anschreiben

Das perfekte Anschreiben bei der Online-Bewerbung
Anschreiben: Form & Format
einletung
Schriftarten
Für Bewerbungsschreiben gibt es mit DIN 5008 einen gängigen Standard für Geschäftsbriefe. Er regelt z. B. Seitenränder, Abstände, Schriftgröße und Hervorhebungen. Für Bewerbungen ist das aber keine Pflicht, sondern eher eine Orientierung. Wichtig ist vor allem: übersichtlich, gut lesbar und professionell.
Schriftart
Grundsätzlich gibt es drei Schriftarten-Typen:
- Serifenschriften (z. B. Times New Roman): mit kleinen „Füßchen“, oft in Büchern
- Serifenlose Schriften (z. B. Arial, Calibri, Helvetica): klar, modern und gut lesbar
- Schreibschriften: wirken kreativ, aber im Bewerbungsanschreiben meist unpassend
Für Online-Bewerbungen sind serifenlose Schriften die beste Wahl, weil sie auf Bildschirmen besonders gut lesbar sind.
Welche Schrift passt?
- Klassische Branchen (Banken, Recht, Verwaltung):
→ seriöse Standards wie Arial, Calibri oder Helvetica - Kreative Branchen (Marketing, PR, Design):
→ etwas individuellere Schriften möglich, z. B. Verdana, Georgia oder Garamond
Am wichtigsten ist am Ende das Gesamtbild: klar, ruhig und professionell.
Schriftgrößen
Gute Lesbarkeit ist alles! Bei der Schriftgröße im Anschreiben solltest du dich an der 12-14-16-Regel (falls du Serifenschriften verwendest), bzw. 11-13-15-Regel (falls du serifenlose Schriften verwendest), orientieren:
- Schriftgröße 11 pt (bzw. 12 pt) für den Fließtext
- Schriftgröße 13 pt (bzw. 14 pt) für Zwischenüberschriften, Datum und Adressfelder
- Schriftgröße 15 pt (bzw. 16 pt) für den eigenen Namen in der Kopfzeile (und nur da!)
Abstände
Ein gutes Anschreiben wirkt vor allem klar und übersichtlich. Dafür helfen passende Seitenränder und genügend Abstand zwischen den Absätzen.
Empfohlene Seitenränder:
- Links: ca. 2,5 cm
- Rechts: ca. 2 cm
- Oben: ca. 2 cm
- Unten: ca. 2 cm
Zeilenabstand:
- Zwischen 1,0 und 1,5
- Bewährt hat sich 1,15, weil der Text so gut lesbar bleibt.
Aufbau im Anschreiben:
- Eigene Kontaktdaten (Name, Adresse, Telefon, E-Mail)
- Unternehmensadresse linksbündig
- Datum rechtsbündig (z. B. 15.10.2025 oder 15. Oktober 2025)
- Betreffzeile mit etwas Abstand darunter
Wichtig: genug Weißraum, klare Struktur und ein ruhiges Layout – so lässt sich dein Anschreiben schnell erfassen.
Auf einen Blick - Zeilenumbrüche im Anschreiben:
- 3 Zeilen Vermerke
- 6 Zeilen Unternehmensanschrift
- 2 Leerzeilen
- Datum, rechtsbündig
- 2 Leerzeilen
- Betreff
- 2 Leerzeilen
- Anrede
- 1 Leerzeile
- Brieftext
- Leerzeile
- Grußformel
- Leerzeile
- Eigener Name
- 1 bis 6 Leerzeilen (Unterschrift und ggf. Postskriptum)
- Anhang
Betreff
Häufigster Fehler: Den Betreff mit "Betreff:“ beginnen. Das ist längst veraltet und sollte tunlichst vermieden werden! In die erste Betreffzeile gehört nur die exakte Stellenbeschreibung, gegebenenfalls ergänzt um die Referenznummer. Es ist möglich, weitere Ergänzungen in eine zweite Bezugszeile aufzunehmen, etwa "Bitte vertraulich behandeln“, "Unser Telefonat vom …“ oder "Ihre Stellenausschreibung im UNICUM Karrierezentrum vom …“. Die Betreffzeile wird fett hervorgehoben.
So könnte der Betreff aussehen:
Bewerbung als Junior Projektmanager
Unser Telefonat vom 13. Juli 2025
Anrede
In den meisten Stellenanzeigen wird auch ein Ansprechpartner angegeben, an den du deine Bewerbung richtest. Falls nicht, erkundige dich auf der Unternehmens-Homepage oder telefonisch nach der zuständigen Person.
Kannst du keinen Ansprechpartner ausfindig machen, schreibst du als Anrede "Sehr geehrte Damen und Herren, …“.
Werden wiederum gleich zwei Ansprechpartner angegeben, nennst du diese untereinander und den „ranghöheren“ Mitarbeiter zuerst:
"Sehr geehrte Frau Schmidt,
sehr geehrter Herr Müller, …“
2. Anschreiben: Aufbau und Gliederung
Ein gutes Anschreiben folgt einer einfachen Logik aus der Werbung: AIDA.
- Attention – Aufmerksamkeit gewinnen
- Interest – Interesse wecken
- Desire – zeigen, warum du der richtige Kandidat bist
- Action – zum Gespräch einladen lassen
Hilfreich ist außerdem das Ich–Sie–Wir-Prinzip:
- Ich: deine Stärken, Erfahrungen und Motivation
- Sie: warum dich genau dieses Unternehmen interessiert
- Wir: warum ihr gut zusammenpasst
Die Einleitung
Starte nicht mit Floskeln wie „Hiermit bewerbe ich mich …“. Das steht schon im Betreff.
Besser: Beginne direkt mit deinem stärksten Argument z. B. relevante Erfahrung, wichtige Skills oder ein passendes Studium. Wichtig dabei: selbstbewusst, aber realistisch.
Hauptteil
Im Hauptteil verbindest du Qualifikation und Motivation. Zeige kurz, warum du dich genau bei diesem Unternehmen bewirbst und warum du zur Stelle passt.
Beziehe dich auf die Anforderungen aus der Stellenanzeige und nenne konkrete Erfahrungen oder Projekte, die dazu passen. Wichtig: keine leeren Floskeln, sondern Beispiele.
- Erfahrung oder Projekte nennen
- Bezug zur Stelle herstellen
- Stärken mit konkreten Beispielen belegen
Abschluss
Am Ende signalisierst du Interesse am Gespräch – klar und ohne Konjunktiv.
Beispiel:
„Ich freue mich auf die Möglichkeit, Sie in einem persönlichen Gespräch zu überzeugen.“
3. Anschreiben: Formulierungen
Ein gutes Anschreiben liefert klare Gründe, warum du zur Stelle passt – ohne Lobhudelei, Drama oder Weichmacher wie „vielleicht“, „eigentlich“ oder „ziemlich“. Sag direkt, was du kannst und warum das dem Unternehmen hilft.
Schreib kurz, aktiv und konkret: starke Verben, wenig Blabla. Lieber: „Ich beherrsche X“ statt „Ich habe X gelernt“.
Quick-Check fürs Anschreiben:
- Keine Floskeln wie „Hiermit bewerbe ich mich…“ oder „mit großem Interesse…“
- Kurze, klare Sätze statt Schachtel-Sätze
- Jeder Satz bringt neue Infos (kein Wiederholen)
- Belege statt Behauptungen (Projekt/Ergebnis statt „teamfähig“)
- Aktiv statt Passiv (z. B. „Ich steigere…“ statt „Es wurde gesteigert…“)
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