Berufe mit Kindern

Lisa Beitz - 10.03.2014

Berufe mit Kindern

Für die Arbeit mit Kindern gibt es viele verschiede Bereiche | Foto: Thinkstock/Creatas

Erzieher/Erzieherin

Erzieher kümmern sich um Kinder vom Säuglings- bis ins Teenageralter. Dabei geht es nicht nur um die reine Beaufsichtigung, sondern auch um die pädagogische Betreuung. Erzieher unterstützen die Heranwachsenden in ihrer sozialen, körperlichen und geistigen Entwicklung. Dafür beschäftigen sie sich mit den Kindern, beobachten ihre Verhaltensweisen, analysieren diese und entwickeln Maßnahmen, um die Kinder gezielt zu fördern. Erzieher arbeiten außerdem Projekte für die verschiedenen Altersgruppen aus, führen sie durch und dokumentieren die Ergebnisse. Die jeweiligen Tätigkeiten hängen, wie bei vielen Berufen mit Kindern, sehr stark von der Altersgruppe ab. Vorlesen, basteln, musizieren, Essen zubereiten, Ausflüge organisieren und auch viel Papierkram gehören dazu. Arbeiten können Erzieher in Kindergärten, Tagesstätten, Heimen, Einrichtungen für behinderte Kinder, Jugendliche oder Erwachsene, bei der Kinder- und Jugendhilfe, in Freizeiteinrichtungen oder auch in der Arbeit mit Senioren.

Wie kann man Erzieher werden?

Die Erzieherausbildung ist in jedem Bundesland anders geregelt und dauert zwischen zwei und viereinhalb Jahren. Je nachdem welche Qualifikationen ihr mitbringt. Ein mittlerer Schulabschluss wird überall vorausgesetzt. Außerdem braucht ihr Einfühlungsvermögen, ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein und Interesse für Kunst und Musik. Die Erzieherausbildung ist eine schulische Ausbildung. Damit ihr am Ende die staatliche Abschlussprüfung machen könnt, müsst ihr jedoch mehrmonatige Berufspraktika absolvieren.

Wer mit Abi oder Fachhochschulreife lieber ein Studium machen will, kann Erziehungswissenschaften studieren und später unter anderem in der Kinder- und Jugendhilfe, bei Familienbildungsstätten oder Jugendämtern arbeiten. Das Studium ist zum Beispiel in Bielefeld, Regensburg und Vechta möglich. Erziehungswissenschaftler sind meist konzeptioneller tätig als klassische Erzieher. Sie sitzen viel am Schreibtisch, entwickeln zum Beispiel Modelle für eine bessere Förderung von Kindern und forschen an den Auswirkungen des Medienkonsums von Kleinkindern.

Hebamme

Als Hebamme begleitet ihr Frauen von Beginn der Schwangerschaft bis zum Ende der Stillzeit. Hebammen sind Ansprechpartner für alle Fragen rund um die Geburt, leisten Geburtshilfe, leiten Geburtsvorbereitungskurse, besuchen Schwangere Zuhause, geben Tipps, was alles für das Baby benötigt wird und kommen auch nach der Geburt zu regelmäßigen Besuchen vorbei, um zu schauen, ob alles in Ordnung ist. Hebammen achten nicht nur auf die Gesundheit des Kindes, sondern auch auf das Wohlbefinden der Mutter und arbeiten eng mit Ärzten und Krankenschwestern zusammen.

Außerdem kennen sie sich in den Gebieten Gynäkologie, Physiologie, Psychologie, Anatomie, Ernährung, Kinderheilkunde und Arzneimittelkunde gut aus. Geburten lassen sich nicht genau planen, deswegen sind unregelmäßige Arbeitszeiten keine Seltenheit. Entweder sind Hebammen freiberuflich tätig oder bei Krankenhäusern, Hebammenpraxen, Krankenkassen und Geburtshäusern angestellt.

Wie kann man Hebamme werden?

Die Ausbildung an einer Hebammenschule dauert drei Jahre und ist sehr praxisorientiert. Mitbringen müsst ihr dafür einen mittleren Schulabschluss, die meisten Azubis starten jedoch mit Abitur in die Ausbildung. Mit Abi oder Fachhochschulreife ist alternativ auch ein Studium möglich. Der Bachelorstudiengang Hebammenkunde bzw. Hebammenwesen dauert sieben bis acht Semester und ist ebenfalls sehr praxisnah. Studieren könnt ihr unter anderem in Bochum und Ludwigshafen. Azubis und Studenten müssen jeweils 3.000 Stunden Praxis nachweisen, um zur Abschlussprüfung zugelassen zu werden.

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Lehrer/Lehrerin

Vormittags arbeiten und nachmittags faulenzen? Ganz so entspannt ist der Job nicht. Für diejenigen, die Lehrer werden möchten, heißt nicht nur, Schülern in der Schule Wissen vermitteln. Unterrichtsvorbereitung und die Korrekturen von Klassenarbeiten gehören auch dazu. Deswegen findet ein Großteil der Arbeit von Zuhause statt. Das kann positiv sein, weil eine flexible Zeiteinteilung möglich ist, aber es erfordert auch viel Disziplin. Gerade zu Beginn der Lehrerlaufbahn ist es schwer, einen geeigneten Rhythmus zu finden, um nicht bis spät abends am Schreibtisch zu sitzen, die Wochenenden durchzuarbeiten oder die Arbeit zu lange liegen zu lassen.

Auch erzieherisch sind Lehrer gefragt. Sie sind Ansprechpartner für schulische und häufig auch private Probleme, wenn es zum Beispiel Stress mit Eltern oder Freunden gibt. Vor allem für jüngere Schüler gelten sie oft als Bezugsperson. Deswegen brauchen sie eine Menge Einfühlungsvermögen, Verantwortungsbewusstsein und starke Nerven. Sie müssen Probleme der Schüler erkennen und gezielt fördern.

Wie kann man Lehrer werden?

Ohne Studium geht es nicht. Da Bildung in Deutschland Ländersache ist und es überall andere Schulformen gibt, gibt es zwischen den Bundesländern große Unterschiede im Lehramtsstudium. Mit mindestens vier Jahren Studium plus ein bis Jahre Referendariat in einer Schule müsst ihr rechnen. Das Gute am Lehrerjob: Ihr könnt ganz unterschiedliche Interessen miteinander verbinden. Physik und Sport, Geschichte und Chemie, Deutsch und Bio – alles ist denkbar. Außerdem strebt ihr eine Verbeamtung an und erhaltet ein gutes Beamten-Gehalt. Bei allen Kombinationen spielen Didaktik und Erziehungswissenschaften eine wesentliche Rolle. Während des Studiums müsst ihr euch für eine Schulform entscheiden und euch darauf spezialisieren, weil im Berufsleben jede Form andere Anforderungen stellt.

Logopäde/Logopädin

Als Logopäde kümmert ihr euch um die Sprach-, Sprech-, Hör- und Schluckstörungen von Patienten. Dazu gehört die Beratung, Vorbeugung, Diagnostik, Rehabilitation und Therapie. Einen großen Teil der Arbeit macht die Behandlung von Sprachdefiziten bei Kindern aus. Wenn Kleinkinder zum Beispiel von Beginn an bestimmte Laute nicht aussprechen können, stottern, ihre Sprache sich nicht altersgemäß entwickelt oder Schulkinder eine Lese-Rechtschreib-Schwäche haben.

Aber Logopäden behandeln nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene, die nach einem Unfall, einem Schlaganfall oder eine andere Krankheit durch eine Sprachstörung beeinträchtigt sind. Arbeitsplätze für Logopäden gibt es in Logopädie-Praxen, Reha-Kliniken, Krankenhäusern, Gesundheitsämtern, Behindertenzentren, Kindergärten oder auch bei Verbänden.

Wie kann man Logopäde werden?

Entweder durch ein Studium oder eine Ausbildung als Logopäde /-in. Für die vierjährige Ausbildung ist ein mittlerer Schulabschluss ausreichend, für das in der Regel sieben bis achtsemestrige Studium braucht ihr das Abitur oder die Fachhochschulreife. Studieren könnt ihr unter anderem in Bochum und Erlangen. Mitbringen solltet ihr sehr gute Rechtschreibkenntnisse, eine klare und deutliche Aussprache, musikalisches Talent und ein gutes Hör- und Sehvermögen.

Kinderarzt/Kinderärztin

Kinderärzte sind in eigenen Praxen, Krankenhäusern, Hospizen, in der Forschung, Lehre oder Wissenschaft beschäftigt. Sie setzen sich mit sämtlichen Kinderkrankheiten auseinander und beraten Eltern, wie sie bei gesundheitlichen Problemen mit ihren Kindern umgehen. Im Gegensatz zu erwachsenen Patienten können Säuglinge und Kleinkinder ihre Beschwerden nicht erklären. Kinderärzte sind deshalb besonders stark gefordert, um eine passende Diagnose zu stellen und die Krankheit zu behandeln. Außerdem müssen sie Entwicklungsstörungen frühzeitig erkennen und Vorsorgemaßnahmen treffen.    

Wie wird man Kinderarzt?

Ihr braucht Abitur und müsst zunächst ein klassisches Medizinstudium absolvieren. Das Studium dauert in der Regel zwölf Semester und beinhaltet ein praktisches Jahr, in dem ihr schon Patienten behandeln und Diagnosen stellen dürft. Der Studiengang wird zum Beispiel in Halle-Wittenberg, Hannover und München und umfasst alle Facetten der Medizin. Nach erfolgreichem Abschluss könnt ihr euch auf Kinder- und Jugendmedizin spezialisieren. Diese Weiterbildung zum Facharzt dauert noch einmal fünf Jahre und findet meist an einer Universitätsklinik statt. Dort könnt ihr einen Schwerpunkt wählen, Kinder-Hämatologie und -Onkologie, Neonatologie, Kinder-Kardiologie oder Neuropädiatrie. Mindestens sechs Monate der Facharztausbildung müssen in der intensivmedizinischen Versorgung von Kindern und Jugendlichen absolviert werden.

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