Lehrer werden Klasse
Wer Lehrer werden möchte, hat gute Berufsaussichten. | Foto: Monkeybusinessimages/Getty Images
Autor

03. Sep 2019

Marvin Kesper

Berufsbilder

Lehrer werden: alle Informationen zum Beruf!

Der Beruf als Lehrer (m/w) passt zu dir, wenn du: 

  • fleißig bist.
  • gerne mit Kindern und Jugendlichen arbeitest.
  • viel Engagement zeigst.
  • durchsetzungsfähig bist.
  • gut mit Stress umgehen kannst. 
  • anderen gut dein Wissen vermitteln kannst. 
  • gute Präsentationen halten kannst. 
  • geduldig bist.
  • die deutsche Sprache und Grammatik sehr gut beherrschst. 

Inhaltsverzeichnis

  1. Studium/Ausbildung
  2. Quereinsteiger
  3. Ausbildung
  4. Aufgaben
  5. Gehalt
  6. Weiterbildung
  7. Zukunftschancen
  8. Zusammenfassung
  9. Selbsttest

So wirst du Lehrer – Studium und Ausbildung

Wenn du Lehrer werden möchtest, brauchst du Abitur, da das notwendige Lehramtsstudium nur an Universitäten oder gleichgestellten Hochschulen angeboten wird. Wenn du dich auf einen Studienplatz bewirbst, entscheidest du dich in der Regel für zwei Fächer, die du später einmal unterrichten möchtest. Besonders begehrt sind Lehrer in den MINT-Fächern, wie Mathematik, Informatik oder Physik. 

Da Bildung Ländersache ist und nicht vom Bund einheitlich geregelt wird, unterscheiden sich die Lehramtsstudiengänge zwischen den Bundesländern teilweise erheblich. Während du in einigen Bundesländern einen Bachelor oder Masterabschluss machst, endet die universitäre Lehrerausbildung in Bayern zum Beispiel mit dem ersten Staatsexamen. Auch die Länge des Studiums unterscheidet sich zum einen zwischen den Bundesländern und zum anderen hängt sie von der Schulform ab, an der du später einmal unterrichten möchtest. Wenn du später an einem Gymnasium lehren willst, studierst du mindestens fünf Jahre und musst anschließend noch ein zweijähriges Referendariat anhängen.

Das Referendariat ist ein sogenannter Vorbereitungsdienst, bei dem du zwei Jahre an einer Schule selbstständig unterrichtest und dir dabei Tipps und Beratung von erfahrenen Lehrern einholst. Außerdem besuchst du Seminare mit pädagogischen und didaktischen Inhalten, um für den Lehrberuf vorbereitet zu sein. Am Ende des Referendariats wartet eine Prüfung auf dich. Bestehst du diese, hast du deine Lehrerausbildung beendet und das zweite Staatsexamen abgeschlossen. 

Als Quereinsteiger Lehrer werden

Unter gewissen Voraussetzungen kannst du auch als Quereinsteiger Lehrer werden. Wenn du einen Masterabschluss hast, kannst du das Lehramtsstudium überspringen und direkt über ein Referendariat in den Beruf einsteigen. Als Quereinsteiger brauchst du somit kein erstes Staatsexamen, hast nach deiner zweiten staatlichen Prüfung jedoch die gleichen Jobchancen, wie Lehramtsstudenten. Selbst eine Verbeamtung ist für Quereinsteiger möglich.

Ausbildungsschwerpunkte

Schon vor Beginn deines Studiums legst du die ersten Ausbildungsschwerpunkte deiner Lehrerausbildung fest, indem du deine späteren Unterrichtsfächer wählst. Sehr gute Jobaussichten hast du in den MINT-Fächern, wie Mathematik, Physik, Informatik und Technik. Lehrer in diesen Bereichen werden an Schulen besonders stark gesucht. 

Zusätzlich entscheidest du dich für eine Schulform, die du unterrichten möchtest. Hier stehen dir folgende Formen zur Auswahl:

  • Primarstufe: Grund- und Hauptschulen
  • Sekundarstufe I: Realschule
  • Sekundarstufe II: Gymnasium und Gesamtschule 
  • Berufsbildende Schulen und Berufskollegs
  • Sonderschulen und Sonderpädagogik

Je nachdem für welche Schulform du dich entscheidest, werden andere Schwerpunkte gesetzt. Wenn du zum Beispiel an einer Sonderschule unterrichten möchtest, liegen deine Schwerpunkte vor allem auf pädagogischer Ebene, da du dich deinen Schülern noch individueller widmen musst, um ihnen den Lernstoff beizubringen. 

Um Berufsschullehrer zu werden, kann es sinnvoll sein, sich nicht für die klassischen Fächer wie Deutsch oder Englisch zu entscheiden. Hier sind berufsbezogene Fächer wie Bautechnik, Sozialpädagogik oder Elektrotechnik gefragt. 

Die Aufgaben als Lehrer

Als Lehrer ist es deine Aufgabe, Schüler auf ihr späteres Leben und die berufliche Laufbahn vorzubereiten. Hier geht es vor allem darum, ihnen Lehrinhalte aus einem Fach zu vermitteln, auf das du dich spezialisiert hast. Dafür ist es wichtig, die Inhalte auch außerhalb der Unterrichtszeit aufzubereiten und die einzelnen Unterrichtsstunden sorgfältig vorzubereiten. Des Weiteren prüfst du das Wissen deiner Schüler durch regelmäßige Tests, Klassenarbeiten und Klausuren und korrigierst diese im Anschluss. Auf dieser Grundlage bewertest du deine Schüler und vergibst individuelle Noten. 

Da Jugendliche und Kinder einen Großteil ihrer Zeit in der Schule verbringen, gehört es auch zu deinen Aufgaben, eine Bezugsperson darzustellen. Du trägst zur Erziehung bei und stehst ihnen auch bei außerschulischen Angelegenheiten beratend zur Seite. Dafür genießt du pädagogische Aus- und Fortbildungen. 

Als Lehrer bist du auch ein Stück weit Eventmanager. Du organisierst schulinterne Veranstaltungen, Klassenfahrten oder große Projekte. Dabei stehst du oft in Kontakt mit den Eltern oder Elternvertretern, um einen möglichst reibungslosen Ablauf und eine gute Finanzierung zu garantieren.

Um dein Wissen zu erweitern und aufzufrischen, besuchst du regelmäßig Fortbildungen und Tagungen. Diese finden oft in den Ferien oder an Wochenenden statt und erfordern, dass du dafür deine Freizeit opferst. Es heißt zwar immer, dass Lehrer viel Freizeit haben, da sie in den Ferien keinen Unterricht geben müssen, aber Lehrer leisten einen großen Teil der Arbeit von zu Hause, wie zum Beispiel das Korrigieren von Tests und Klausuren.  

Lehrer werden Bezugsperson

Gehalt: So viel verdienst du als Lehrer

Das Gehalt eines Lehrers ist von einigen Faktoren abhängig: Zum einen kommt es darauf an, ob man als Lehrer verbeamtet ist oder nicht. Zusätzlich entscheidet auch die Schulform, an der du unterrichtest über das Gehalt, welches du erwarten kannst. Auch das Bundesland spielt gehaltstechnisch eine große Rolle. Die Tarife in den Bundesländern unterscheiden sich nämlich teilweise deutlich. Deswegen ist ein genereller Durchschnittswert schwer zu ermitteln. Grob kannst du aber mit einem Einstiegsgehalt von mindestens 3200 Euro brutto im Monat rechnen. Ein Lehrer der Sekundarstufe I verdient im Schnitt 55.200 Euro im Jahr. Damit zählt der Beruf als Lehrer zu den bestbezahlten Berufen. Oft haben angestellte Lehrer ein höheres Bruttogehalt als verbeamtete. Dafür profitieren Beamte von niedrigeren Steuerabzügen, sodass am Ende meist ein höherer Nettoverdienst als bei Angestellten herauskommt.

Als verbeamteter Lehrer wirst du in eine Besoldungsgruppe eingestuft, die je nach Bundesland verschieden ausfällt. Als Grundschullehrer beginnst du üblicherweise in der Besoldungsgruppe A12, als Lehrer an einem Gymnasium in A13. Mit steigender Berufserfahrung und mit höheren Positionen verbessert sich auch deine Besoldungsgruppe. Dabei gibt es auf dem Gymnasium deutlich bessere Verdienstmöglichkeiten, als auf einer Grundschule. Ein Schulleiter einer Grundschule wird beispielsweise in die Besoldungsgruppen A12 oder A13 eingestuft, während Leiter eines Gymnasiums bis in die Gruppe A16 aufsteigen können. In Nordrhein-Westfalen zum Beispiel macht das einen Unterschied von fast 1500 Euro brutto im Monat. 

Die Weiterbildungsmöglichkeiten als Lehrer

Als Lehrer ist es wichtig, dass du regelmäßig an Weiterbildungen teilnimmst. Oft wirst du sogar von der Schulleitung zur Teilnahme aufgefordert. Dabei lernst du vor allem neue Entwicklungen in der Pädagogik kennen, um immer auf dem neuesten Stand zu sein. Aber auch Weiterbildungen zu neuen Gesetzen oder Richtlinien sind Bestandteil deines Berufes. Neben den Weiterbildungen besuchst du regelmäßig Lehrertagungen, um dich mit Kollegen auszutauschen und Erfahrungen zu teilen. 

Lehrer werden Weiterbildung

Lehrer: Ein Beruf mit Zukunft

Wer Lehrer werden möchte, entscheidet sich für einen Beruf mit hervorragenden Berufsaussichten. Lehrer werden in Deutschland in jedem Bundesland händeringend gesucht. Laut Untersuchungen der Bertelsmannstiftung fehlen in Deutschland bis 2025 zum Beispiel bis zu 35.000 Grundschullehrer. Doch auch an den weiterführenden Schulen wird gesucht. Vor allem wer sich auf naturwissenschaftliche und technische Fächer spezialisiert, kann mit einem sicheren Job rechnen. In diesen Bereichen fehlt es dem Bildungssystem an Nachwuchs. 

Überblick: Die wichtigsten Infos zum Beruf des Lehrers

  • Um Lehrer zu werden, musst du an einer Universität auf Lehramt studieren
  • Du kannst dich auf verschiedene Fächer und Schulformen spezialisieren. 
  • Die Gehälter von Lehrern variieren stark von Bundesland zu Bundesland.
  • Aufgrund des Nachwuchsmangels ist Lehrer ein Beruf mit guten Berufsaussichten

Selbsttest: Ist der Beruf des Lehrers / der Lehrerin der richtige für dich?

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