Berufe in der IT-Branche
Als Informatiker stehst du deinen Kollegen bei Hard- und Software-Problemen zur Seite | GettyImages/golubovy
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29. Okt 2018

Celina Kumpernatz

Berufsbilder

Fachinformatiker Ausbildung

Berufe in der IT-Branche

Checkliste: Du bist perfekt für den Job, wenn:

  • Das Programmieren deine Leidenschaft ist und du dein Hobby zum Beruf machen möchtest
  • Du genau weißt wie ein Rechner und Computersysteme aufgebaut sind und du gerne tüftelst
  • Du fit in Mathe bist und komplexe Rechenaufgaben für dich kein Hindernis sind
  • Du mit Durchhaltevermögen und Geduld jedes Problem löst
  • Du dich wissbegierig und lernbereit im IT-Bereich immer auf dem neuesten Stand hältst

Voraussetzungen und Ausbildungsablauf

Um die Ausbildung zum Fachinformatiker / zur Fachinformatikerin beginnen zu können, wird eine mittlere Reife oder ein Abitur bzw. ein (Fach-) Abitur empfohlen. Die Ausbildungsdauer beträgt in der Regel 3 Jahre, du kannst die Zeit jedoch vorzeitig verkürzen bei besonders guten Leistungen oder bereits gesammelter Erfahrung, die du dir anrechnen lassen kannst. Bist du vor allem in Fächern wie Mathematik und Englisch fit, erhöht das deine Chancen auf einen beliebten Ausbildungsplatz.

Die Fachinformatiker Ausbildung wird in zwei verschiedenen Schwerpunkten angeboten: einmal der Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung und einmal der Fachinformatiker für Systemintegration. Auf welchen Schwerpunkt deine Wahl fällt, entscheidest du in der Regel zu Beginn deiner Ausbildung oder spätestens in deinem zweiten Ausbildungsjahr. Die Ausbildung ist durch das duale System gekennzeichnet, das heißt ein Teil der Ausbildung findet in der Berufsschule statt, der andere Teil in einem Ausbildungsbetrieb. Die IHK (Industrie- und Handelskammer) ist dann für den Ablauf und die Betreuung deiner Ausbildung zuständig. Du hast jedoch auch die Möglichkeit, ein duales Studium zu wählen. Dann erlernst du die Theorie nicht in der Berufsschule, sondern parallel in einer Fachhochschule.

In der Mitte deiner Ausbildung legst du eine Zwischenprüfung ab, am Ende der Ausbildungszeit steht die Abschlussprüfung an, die von der IHK geprüft wird. Diese besteht aus einer Projektarbeit und einer schriftlichen Prüfung.

Die Spezialisierung

Entscheidest du dich für den Schwerpunkt Anwendungsentwicklung liegt der Fokus auf Software. Du entwickelst neue Programme und optimierst sie. Gibt es irgendwelche Probleme mit der Software, bist du da, um sie zu lösen. Gibt es Neuerungen, weist du deine Kollegen in Schulungen in neue Themen ein. Du solltest ein gutes Gespür für Mathematik und Logik besitzen, da du der Experte der verschiedenen Programmiersprachen werden musst. Du beschäftigst dich während der Ausbildung beispielsweise mit technischen oder kaufmännischen Systemen, Multimedia- und Expertensystemen.

Bei der Spezialisierung auf die Systemintegration wirst du zum Spezialisten für den Aufbau und die Einrichtung von Rechensystemen für deine Kunden, alles dreht sich also um die Hardware. Du kümmerst dich darum, dass PCs und Server miteinander vernetzt werden. Stürzt also mal ein Rechner ab oder gibt den Geist auf, bist du derjenige, der ihn wieder zum Laufen bringt. Wichtige Bestandteile während der Ausbildung sind z.B. Netzwerke, Rechenzentren oder Funknetze.

Immer auf dem Laufenden bleiben

Auch wenn du die Fachinformatiker Ausbildung abgeschlossen hast, solltest du in der IT-Branche immer auf dem neuesten Stand bleiben. Die IT-Branche entwickelt sich stetig weiter und somit die verschiedenen Programme und Programmiersprachen, wie beispielsweise JavaScript oder Python. Mit entsprechender Fachliteratur solltest du dich also auch mal in deiner Freizeit beschäftigen, um langfristig nicht das berufliche Nachsehen zu haben.

Der Arbeitsalltag eines Fachinformatikers

Du bist für die Konzeption und Realisierung von komplexen EDV-Systemen in deinem Unternehmen zuständig und passt diese für deine Kollegen benutzergerecht an. Bei Schulungen unterrichtest du deine Mitarbeiter über die richtige Nutzungen der Programme und Anwendungen. Hier ist Kommunikationsstärke und Feingefühl von Vorteil, da deine Kollegen keine IT-Experten sind und daher wahrscheinlich öfter Unterstützung von dir benötigen.

Als Fachinformatiker / Fachinformatikerin kannst du in vielen verschiedenen Unternehmen in vielen Wirtschaftszweigen arbeiten. Gebraucht werden IT-ler nahezu überall. Denn die richtigen Ansprechpartner für alle Probleme rund um den Computer sind in jeder Firma sehr wichtig. Installationen, Reparaturen oder Wartungen von Computern stehen in jedem Unternehmen an.

Was sind die Verdienstmöglichkeiten?

Während der Fachinformatiker Ausbildung kannst du im ersten Ausbildungsjahr im Monat bis zu 800 Euro brutto verdienen, im zweiten Jahr bis zu 940 Euro brutto, und im letzten Ausbildungsjahr monatlich um die 1000 Euro brutto. Sollte das monatliche Ausbildungsgehalt nicht ausreichen, hast du die Möglichkeit Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) oder BAföG in Anspruch zu nehmen.

Dein Gehalt nach der Ausbildung hängt natürlich auch davon ab, in welcher Branche du tatsächlich arbeitest, da du als Fachinformatiker in nahezu allen Branchen vertreten sein kannst. Ein weiterer Einflussfaktor auf das Gehalt ist, ob du ein Tarifvertrag erhältst oder direkt mit deinem Arbeitgeber über dein Verdienst verhandelst. Bist du ein ausgebildeter Fachinformatiker liegt das durchschnittliche Einstiegsgehalt im Monat zwischen 1500 und 2200 Euro brutto. Abhängig von der Branche kann es aber auch bei bis zu 2500 Euro brutto liegen. Mit mehr Erfahrung kann dein Gehalt über die Jahre weiter ansteigen. Die beste und erfolgversprechendste Möglichkeit, um dies zu erreichen, sind Weiterbildungen.

Weiterbildungsmöglichkeiten als Fachinformatiker

Weiterbildungen helfen dir nicht nur in deinem Fachbereich immer auf dem Laufenden zu bleiben, sie ermöglichen dir auch die Karriereleiter weiter hinauf zu steigen und Voraussetzungen für ein besseres Gehalt zu schaffen.

Die Weiterbildung zum operativen oder strategischen Professional erhöht deine Verantwortung und somit auch deine Verdienstmöglichkeiten. Hier kannst du mit einem Gehalt ab mindestens 3000 Euro brutto rechnen. Als operativer Professional kannst du z.B. zum IT-Entwickler oder Projektleiter werden. Strategischer Professional ermöglicht eine Führungspositionen in kleinen Unternehmen bis hin zu Großkonzernen.

Interessierst du dich für ein Studium für Informatik, schaffst du auch somit die notwendigen Bedingungen, um ein höheres Gehalt zu erhalten. Ein Verdienst ab 4000 Euro brutto monatlich wären hier denkbar. In einem Studium vertiefst du wichtige Kenntnisse aus deinem Fachbereich. Dabei hast du die Wahl zwischen vielen Spezialisierungen z.B. Wirtschaftsinformatik oder Medieninformatik. Wenn für dich kein Vollzeitstudium in Frage kommt, kannst du dich auch für ein duales Studium entscheiden.

Bei der Weiterbildung zum Betriebswirt für Informationsverarbeitung lernst du, wie man Büros mit den notwendigen Programmen und Kommunikationssystemen einrichtet.

Du hast auch die Möglichkeit dich mit einem TGA-Zertifikat (Trägergemeinschaft für Akkreditierung) auf einen bestimmten Bereich zu spezialisieren, beispielsweise in der Fachrichtung Software und Solution Developer oder als Administrator. Somit kannst du auch dein persönliches Kompetenzgebiet schärfen. Besuchst du Schulungen, die Hersteller aus der IT-Branche zu ihren Produkten anbieten, erhältst du dafür ebenfalls Zertifikate.

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