Justizwachtmeister Ausbildung: alles was du wissen musst!
Justizwachtmeister sorgen für Sicherheit und Ordnung | Getty Images/Jirsak
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23. Jul 2018

Celina Kumpernatz

Berufsbilder

Die Justizwachtmeister Ausbildung

Der Helfer des Gesetzes!

Checkliste zur Erfüllung der Voraussetzungen als Justizwachtmeister / -in

  • Du arbeitest immer selbstständig, da du immer weißt, was zu tun ist
  • Du gehst verantwortungsvoll mit deinen Aufgaben um
  • Leistungs- und Einsatzbereitschaft sind deine täglichen Begleiter
  • Verschwiegenheit ist für dich selbstverständlich
  • Kommunikativ und freundlich beantwortest du alle Besucherfragen
  • Sollte es mal brenzlig werden, stehst du konfliktfähig bereit
  • Selbstkontrolle ist für dich kein Problem, du hast dich immer im Griff
  • Mit deiner Beobachtungsgabe kannst du potentielle Konflikte vorhersehen

Voraussetzungen für die Ausbildung zum Justizwachtmeister / zur Justizwachtmeisterin

Die Ausbildung im einfachen Dienst erfolgt als ein 6 bis 12 - monatiger Vorbereitungsdienst. In manchen Bundesländern ist die Ausbildung sogar als Sonderlaufbahn in den mittleren Dienst eingruppiert und kann daher bis zu 18 Monate dauern. Da die Ausbildung der Justizwachtmeister durch Verordnungen der einzelnen Bundesländer geregelt ist, muss erst eine Befähigung für den Beruf festgestellt werden. Beamte oder Angestellte mit einer anderen Berufslaufbahn, aber einer geeigneten Vorbildung und der entsprechenden Befähigung haben die Möglichkeit, zum einfachen oder mittleren Dienst als Justizwachtmeister / -in zugelassen zu werden.

Voraussetzungen für die Ausbildung sind mindestens ein Hauptschulabschluss sowie in manchen Fällen auch ein mittlerer Schulabschluss. Ebenso wichtig sind gute Kenntnisse in den Fächer Deutsch und Mathematik. Gute Deutschkenntnisse helfen dir in deinem Berufsalltag bei der Erstellung von Berichten oder Protokollen sowie wenn du Besucherauskünfte geben musst. Mathematik hilft dir bei der Berechnung von Gebühren oder bei Büromaterialbedarfsrechnungen.

Diese Kenntnisse sowie Allgemeinwissen werden in einem Eignungstest abgefragt, der vor dem Beginn der Ausbildung prüft, ob du für die Tätigkeiten des Berufs geeignet bist.

Die Voraussetzungen an den Beruf können jedoch auch nach den einzelnen Bundesländern variieren. Manche setzen eine bereits abgeschlossene berufliche Vorbildung voraus sowie eine Mindest- bzw. Höchstaltersgrenze. Andere Bundesländer setzen auf eine Fahrerlaubnis der Klasse B oder auf das Sportabzeichen des Deutschen Sportbundes.

Auch beamtenrechtliche Voraussetzungen müssen für den Zugang zur Ausbildung erfüllt werden, wie z.B. die deutsche Staatsangehörigkeit oder die eines anderen Mitgliedstaates der EU. Ebenfalls darfst du keine Vorstrafen oder Entmündigung besitzen. Durch eine ärztliche Einstellungsuntersuchung wird zusätzlich deine körperliche Eignung für den Beruf festgestellt.

Ausbildungsinhalte

In der theoretischen Ausbildung an Justizakademien oder Justizschulen erwirbt man beispielsweise Wissen in den Bereichen des Sicherheitsdienstes oder des Verfassungsrechts. Auch die Gerichtsorganisation, die Aktenordnung sowie die erste Hilfe gehören zu diesem Bereich.

In der praktischen Ausbildung lernt man das zukünftige Berufsfeld in der Praxis, also vor Ort durch Praktika besser kennen. Somit hat man die Möglichkeit alle in der Theorie erworbenen Kenntnisse anzuwenden. Einen detaillierten Einblick erhält man beispielsweise in die Aufgaben und Arbeitsweisen der Gerichte oder der Staatsanwaltschaften. Auch erlernt man den Umgang mit unterschiedlichen Programmen und Geräten, die man in seinem Berufsalltag verwendet.

Einsatzorte und Aufgabenbereiche

Justizwachtmeister / Justizwachtmeisterinnen arbeiten für Behörden wie das Gericht, die Staatsanwaltschaft oder Justizvollzugsanstalten. Sie sorgen dort in den Gebäuden für Ordnung, Ruhe und Sicherheit. Dies geschieht bereits bei der Kontrolle am Eingang oder bei der Vor- oder Abführung von Zeugen oder Gefangenen im Gericht. Sie begleiten und bewachen diese. In genau definierten Situationen sind sie sogar befugt, unmittelbaren Zwang anzuwenden und durch z.B. Handfesseln zur Beruhigung der Situation beizutragen. Auch der Transport von Gefangenen zu den einzelnen Behörden fällt in die Tätigkeit der Justizwachtmeister. Andere Aufgaben sind die Überwachung des Gerichtsgeländes, prozessrelevante Gegenstände aus der Asservatenkammer zu besorgen oder Prozessunterlagen zum Versand vorzubereiten. Auch Tätigkeiten im Außendienst sind möglich, wie beispielsweise die Zustellung von Schriftstücken, Poststücken oder die Übermittlung von dienstlichen Mitteilungen. Justizwachtmeister können ebenfalls als Dienstwagenfahrer / -innen eingesetzt werden. 

Das Gehalt eines Justizwachtmeister / einer Justizwachtmeisterin

In den beiden Lehrjahren der Ausbildung verdient man monatlich um die 981 Euro brutto. Nach dem erfolgreichen Abschluss der Ausbildung ist ein Gehalt im Bereich des öffentlichen Dienstes (einfacherer Dienst oder mittlerer Dienst) abhängig vom Bundesland zwischen den Besoldungsgruppen A 2 und A 6 möglich, das bedeutet monatlich zwischen 2018 und 2630 Euro brutto.

Weiterbildungsmöglichkeiten

Lehrgänge und Fortbildungen sind möglich, um sich als Justizwachtmeister / Justizwachtmeisterin weiterzubilden. Beispielsweise kann man sich für eine Weiterbildung für den Gerichtsvollzieherdienst oder den Rechtspflegerdienst qualifizieren. Diese Laufbahnzweige kann man in zusätzlichen Ausbildung absolvieren.

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