berufsbegleitend studieren
Ein berufsbegleitendes Studium erfordert Multi-Tasking | Foto: Thinkstock/gpointstudio
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22. Jun 2016

Debora Bürth

Weiterbildung

Das berufsbegleitende Studium

Alle Infos zur universitären Weiterbildung für Berufstätige

Wer kann ein berufsbegleitendes Studium beginnen?

Im Prinzip kann jeder ein berufsbegleitendes Studium beginnen. Voraussetzung ist natürlich, dass man bereits einen Beruf ausübt. Dabei ist es auch egal, ob man diesen durch eine Ausbildung erlangt hat oder aufgrund eines vorherigen Studiums in Arbeit gekommen ist.

Die meisten Studiengänge erfordern zudem die allgemeine oder die fachgebundene Hochschulreife. Viele berufsbegleitende Studiengänge werden aber vermehrt auch für Personen angeboten, die kein Abitur haben, solange sie eine u.a. entsprechende Berufserfahrung vorweisen können. Wie in regulären Studienfächern sind manche Studiengänge zudem zulassungsbeschränkt.

Ein berufsbegleitendes Studium kann für dich interessant sein, wenn du nicht in Vollzeit an einer Universität studieren möchtest. Egal, welchen Beweggrund du hast: wenn du dich für ein Studium neben dem Beruf entscheidest, musst du dir über die finanzielle, aber vor allem zeitliche Herausforderung im Klaren sein.
 


Das Abendstudium/ Wochenendstudium

Aufbau:

Du schreibst dich an einer regulären Präsenzuniversität ein, die ein Abendstudium in deinem Fach anbietet. Dann hast du an einigen Abenden in der Woche und auch an Wochenendtagen Vorlesungen. Beispielsweise könnte dein Studienalltag so aussehen, dass du an einigen Wochenabenden von 18-21 Uhr an der Hochschule bist und dazu noch ganztägig am Wochenende Studienpräsenz hast. Ebenso schreibst du Klausuren, hältst Referate und legst deine Prüfungen ab.

Dauer:

Deine Studiendauer orientiert sich an regulären Studiengängen. Das bedeutet, dass du für einen Bachelor sechs bis sieben Semester einrechnen musst, für einen Master vier weitere Semester. Aufgrund der Doppelbelastung wird du allerdings in den meisten Fällen mehr Zeit für deinen Abschluss einrechnen müssen. Diese Variante ist nur für sehr ehrgeizige Personen geeignet. Die meisten Chefs zeigen sich jedoch sehr kooperativ, da dies die Willenskraft, Ausdauer und Wissbegierigkeit der Mitarbeiter unter Beweis stellt. Deine Jobchancen stehen nach deinem Abschluss demnach sehr gut.

 

Vorteil

Nachteil

  • Du stehst im direkten Kontakt mit Kommilitonen und Dozenten. Dadurch kannst du dich austauschen, nachfragen und dich intensiver mit deinem Fach auseinander setzen.
  • Diese Variante ist für alle zu empfehlen, die besonders durch ein soziales Gefüge besser lernen.
  • Zeitliche Belastung. Du kannst dir deine Zeit nicht frei einteilen.
  • Außerdem ist es wahrscheinlich, dass du neben den Präsenzzeiten trotzdem noch in deiner Freizeit für deinen Abschluss arbeiten musst.
  • Studienort ist beschränkt auf die Nähe deines Wohn- und Arbeitsortes.

Fernstudium

Aufbau:

Du schreibst dich an einer staatlichen oder privaten Fernuniversität ein. Deine Unterrichtsmaterialen bekommst du zugeschickt, über E-Learning nimmst du an Seminaren teil. Dein Studienfortschritt bestimmst du somit selbst. Manche Fernuniversitäten bieten auch Präsenzstunden an, die allerdings keine Pflicht sind.

Dauer:

Die Dauer deines Studiums richtet sich danach, wie schnell du mit dem zu bearbeiten Material vorankommst. Dabei kannst du dir deine Zeit ganz individuell einteilen. Die meisten Fernuniversitäten richten sich allerdings auch an die regulären Studienzeiten.

 

Vorteil

Nachteil

  • Freie Zeiteinteilung. Je nach dem, wie sehr dich deine Arbeit einspannt, kannst du dein Studienfortschritt einplanen.
  • Du kannst von Zuhause studieren. Lange Wege zur Uni entfallen.
  • Du kannst dich nicht persönlich mit Kommilitonen und Professoren austauschen.
  • Dein Studienfortschritt wird dir überlassen, womit unter dein Studium evtl. in die Länge gezogen wird.
  • Ein Fernstudium kann je nach Studiengang sehr kostspielig sein.

Teilzeitstudium

Aufbau:

Du schreibst dich an einer Präsenzuniversität ein, die ein Teilzeitstudium in deinem Fach anbietet. Je nach Universität kann ein Semesterplan für ein Teilzeitstudium sehr unterschiedlich ausfallen. Zu einem kann es ähnlich wie ein Abend- oder Wochenendstudium aufgebaut sein. Das bedeutet, dass du sowohl abends als auch an Wochenenden zur Uni gehst. Zum anderem werden für Teilzeitstudiengänge auch Blockveranstaltungen angeboten. Hier nimmst du an Seminaren teil, die über einen komprimierten Zeitraum durchgeführt werden.

Dauer:

Auch hier richten sich die meisten Universitäten nach der Regelstudienzeiten. Doch kann dein Studium aufgrund der geringeren Anwesenheitsstunden in einem Semester deutlich verlängert werden.

 

Vorteil

Nachteil

  • Du kannst nebenbei arbeiten gehen, Angehörige pflegen, Kinder betreuen.
  • Persönlicher Kontakt mit Studierenden und Dozenten.
  • Die Dauer deines Studiums kann sich verlängern.
  • Trotzdem ein zeitlicher Balanceakt.
  • Viele staatliche Universitäten bieten kein Teilzeitstudium an
  • Manche Studiengänge werden nicht in Teilzeit angeboten.

Wie lässt sich ein berufsbegleitendes Studium finanzieren?

Ein Studium kostet Geld. Immer. Allerdings gibt es signifikante Unterschiede zwischen staatlichen und privaten Universitäten. An staatlichen Universitäten werden seit dem Wintersemester 14/15 in Deutschland keine Studiengebühren mehr erhoben. Trotzdem können Kosten für den Sozialbeitrag pro Semester, Kopien und Studiumsbedarf anfallen. Die Preise für ein Studium an einer privaten Hochschule variieren je nach Universität und Studiengang. Durchschnittlich kostet ein Studium an einer privaten Universität ca. 520 Euro im Monat.

Der Vorteil an einem berufsbegleitenden Studium ist, dass du weiterhin regulär Geld verdienen kannst. In den meisten Fällen kannst du somit auch dein Studium finanzieren. Trotzdem gibt es die Möglichkeit, einen privaten Studienkredit aufzunehmen, den du individuell planen kannst. Wenn du neben dem Studium arbeitest, ist es eher unwahrscheinlich, dass du auf Unterstützung von BAföG rechnen kannst.
 

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