Umweltfreundliche Arbeit
Schon als Trainee kannst du die Welt verbessern! | Foto: Thinkstock/weerapatkatdumron
Autor

10. Mai 2017

Janna Degener-Storr

Trainee

Als Trainee die Welt verbessern!

Nachhaltige Traineeprogramme

Energiesparprojekte fördern 

Die Wirtschaftsingenieurin Stefanie Dedeyne (26) setzte schon im Studium den Fokus auf Energie- und Umwelttechnik. Bei einer Schulung lernte sie die Berliner Energieagentur kennen – ihren heutigen Arbeitgeber. Als Trainee führte sie dort zunächst drei Monate lang Energie-Audits in Unternehmen durch.

Kurz darauf wurde sie Mutter, unterbrach das zwölfmonatige Traineeship für ein halbes Jahr und stieg dann wieder ein, um ihren Arbeitgeber bei der Bewerbung auf eine EU-Ausschreibung zu unterstützen: "Es sollen smarte Projekte in Berlin gefördert werden, Ideen wie die Nutzung von Serverabwärme", erklärt Stefanie.

Ihre Aufgabe ist es, Wohnungsbaugesellschaften und andere Partner bei der Weiterentwicklung ihrer Ideen zu unterstützen. Stefanie arbeitet im normalen Alltagsgeschäft der Berliner Energieagentur mit und betreut auch eigene Projekte. Als Trainee hat sie aber eine Mentorin, die ihr mit Rat zu Tat zur Seite steht. Und sie genießt auch einen gewissen "Welpenschutz" , wenn mal etwas schief läuft.

Für Mathefreaks und Menschenkenner

Lukas Stettner (30) wusste früh, dass er seine Zukunft in der grünen Finanzwirtschaft sieht: Während des Studiums der Internationalen Energiewirtschaft arbeitete er als Praktikant in der Klimaabteilung einer Versicherung und bei einer Beteiligungsgesellschaft für Wind- und Solarparks.

Dann entschied er sich für das Traineeprogramm der UmweltBank in Nürnberg, die sich auf die Finanzierung von ökologischen Projekten spezialisiert hat. Die erste Station seines Programms war die Anlageabteilung, in der alle Trainees einen generellen Einstieg ins Banking bekommen.

Von dort aus wechselte Lukas in die Projektfinanzierung für Wind- und Solarparks, wo er zurzeit arbeitet: Er liest, bewertet und schreibt hier Verträge, erstellt und interpretiert Finanzmodelle, bespricht seine Überlegungen mit Kollegen wie Investoren und präsentiert die Ergebnisse schließlich in einem Paper, mit dessen Hilfe die Bank beurteilt, ob ein Projekt als förderfähig erachtet wird.

Welche weiteren Stationen Lukas im Laufe seines 2-jährigen Traineeprogramms durchlaufen wird, steht noch nicht fest. Lukas hofft, nach absolviertem Programm von der UmweltBank übernommen zu werden: "In diesem Unternehmen wird Nachhaltigkeit wirklich gelebt. Die Büromöbel sind höhenverstellbar, es wird eine breite Palette an Sportarten für alle Mitarbeiter angeboten und der Fuhrpark passt auch zur Unternehmensphilosophie: Wir fahren Tesla!", freut sich Lukas.

Engagement für den Drahtesel

Lena Mengel (27) ist eine leidenschaftliche Fahrradfahrerin. Nach ihrem BWL-Bachelor an der Universität Bayreuth wechselte sie an die Technische Universität in Berlin, um Ökologie und Umweltplanung zu studieren. Nebenbei engagierte sie sich für das Projekt mitRADgelegenheit, um das Radeln in der Stadt zu stärken.

Die Stellenangebote des ökologischen Verkehrsclubs VCD hatte sie immer im Auge und nachdem sie beim Zukunftscamp des »Projekt 2050« das Team kennengelernt hatte, bekam sie dort eine Traineestelle. Eineinhalb Jahre Zeit bietet ihr das Programm, um Bildungsprojekte zum Thema nachhaltige Mobilität an Berufs- und Hochschulen mit zu organisieren.

"Ich recherchiere Hintergrundinformationen für einzelne Seminare oder Vorträge und nehme Kontakt zu den Ansprechpartnern von Studiengängen und Ausbildungsberufen auf. Die Seminare halte ich dann auch selbst und kümmer mich danach um die Evaluation", erzählt die 27-Jährige. Besonders gut gefällt ihr, dass sie hier Bildungsarbeit mit Projektmanagement kombinieren und dabei den Verband kennenlernen kann.

Als Trainee Nachhaltigkeit voranbringen

Dr. Stefan Rennicke, Geschäftsführer des Unternehmens CSR jobs & companies, das auf der Website www.csr-jobs.de Bewerber über CSR-, Nachhaltigkeitsengagement und Personalpolitik potenzieller Arbeitgeber informiert, verrät im Interview, wie sich ein Traineeprogramm und Nachhaltigkeit verbinden lassen. 

UNICUM BERUF: Welche Vorteile bieten Traineeprogramme, um im Bereich Nachhaltigkeit Fuß zu fassen?
Stefan Rrennicke: Wer sich schon im Studium auf Nachhaltigkeit und CSR spezialisiert hat, kann als Trainee die Prozessabläufe und internen Produktionsbedingungen eines Unternehmens, einer Nichtregierungsorganisation (NGOs) oder multilateralen Institution kennenlernen.

In welchen Bereichen der Nachhaltigkeit bieten Unternehmen und Institutionen Traineeships an?

  1. Traineeprogramme werden u. a. im Umweltbereich angeboten, vor allem in der Produktion. Weitere Arbeitsbereiche sind Corporate Citizenship, Social Partnerships, nachhaltige Investments und auch im Personalbereich steigt die Bedeutung von Corporate Social Responsibility. Allerdings sind Traineeangebote in diesen Bereichen eher selten.

Wie gehen Absolventen vor, um eine Stelle zu ergattern?
Wichtig ist, sich schon frühzeitig über interessante Arbeitgeber zu informieren. In der Regel findet man auf den Websites von Großkonzernen, NGOs und multilateralen Organisationen Informationen über CSR- und Nachhaltigkeitsinitiativen. Und dann gilt es, die Websites und die auf Nachhaltigkeit spezialisierten Jobbörsen im Auge zu behalten, um kein interessantes Angebot zu verpassen.

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