Informatiker Berufe
Bei Informatiker-Berufen solltest du Interesse an technischen Zusammenhängen haben. | Foto: ThisIsEngineering RAEng / Unsplash
Autor

16. Jun 2020

Hannah Dautzenberg

Berufsbilder

Informatik Berufe im Überblick

Inhaltsverzeichnis

  1. Informatiker /-in
  2. Systemintegration
  3. Anwendungsentwicklung
  4. digitale Vernetzung
  5. Daten- und Prozessanalyse 
  6. Zukunft 

Informatiker /-in

Wer an Informatiker /-innen denkt, hat schnell das Klischee des einsamen Nerds vor Augen, der sich nur für Formeln und Programmieren interessiert. Dieses Bild ist weit entfernt von dem tatsächlichen Berufsbild des /-r Informatikers /-in. Informatiker / -innen sind Fachkräfte der Software- und Informationstechnik. Als Informatiker /-in dreht sich dein gesamtes Aufgabengebiet rund um die Computertechnik. Dabei arbeitest du selten allein, sondern häufig in größeren Teams an der Lösung technischer Problemstellungen. Nach einem dreijährigen Bachelorstudium der Informatik kannst du schon ins Berufsleben starten. Eingestellt werden Informatiker /-innen vor allem von Softwareunternehmen, doch nahezu jede erdenkliche Branche ist auf Informatiker /-innen angewiesen. Somit gibt es in der Automobilbranche, der Medizin, den Medien und vielen weiteren Bereichen Bedarf an IT-Fachkräften. Wenn du der akademischen Laufbahn weiter folgen möchtest, kannst du noch einen Master machen. Auch danach gibt es die Möglichkeit, weiter an der Uni zu bleiben. Viele Informatikstudierende entscheiden sich für eine Karriere in der Forschung und gegen die Wirtschaft. Hier kannst du dann deine Dissertation schreiben oder sogar Professor /-in werden. Je nachdem für welchen Weg du dich entscheidest, schwanken die Gehälter. Mit einem durchschnittlichen Informatiker-Gehalt von 40.000 bis 50.000 Euro brutto im Jahr kannst du aber rechnen. 

Fachinformatiker /-in für Systemintegration

Um im Bereich der Informatik zu arbeiten, musst du aber nicht zwangsweise ein Studium absolvieren. Den Beruf des Fachinformatikers für Systemintegration kannst du über eine in der Regel dreijährige Informatiker-Ausbildung erlernen. Du beginnst eine Fachinformatiker-Ausbildung und entscheidest dich im zweiten Lehrjahr für die Fachinformatiker-für-Systemintegration-Ausbildung. Die Ausbildung verläuft dual in einem Unternehmen und der Berufsschule. Zu deinen Aufgaben gehört die Analyse von Kundenwünschen genauso wie die Einrichtung von Netzwerken. Ebenfalls fallen der IT-Support und die Wartung in dein Aufgabenfeld. In der Regel sind Fachinformatiker /-innen für Systemintegration entweder in IT-Konzernen angestellt, oder arbeiten in der IT-Abteilung eines beliebigen Unternehmens. Dort bist du der erste Ansprechpartner für deine Kollegen /-innen bei technischen Fragen und Problemen. Das technische Einrichten von Arbeitsplätzen und die Bereitstellung von technischen Geräten gehören hier zu deinem Arbeitsalltag. Du solltest also Spaß am Erklären und kommunikativer Arbeit haben. Schon während deiner Lehrjahre kannst du dich über ein hohes Fachinformatiker-Gehalt freuen. Im Schnitt verdienst du in den drei Jahren  zwischen 830 Euro und 1.100 Euro brutto im Monat. Somit zählt der Beruf des /-r Fachinformatikers /-in für Systemintegration zu den bestbezahlten Ausbildungsberufen. Nach der Ausbildung liegt das durchschnittliche Fachinformatiker-für-Systemintegration-Gehalt zwischen 1.800 Euro und 2.500 Euro brutto monatlich. 

Fachinformatiker /-in für Anwendungsentwicklung

Eine weitere Möglichkeit ist, den Fachbereich der Anwendungsentwicklung zu wählen. Hier durchläufst du ebenfalls eine dreijährige Ausbildung, bei der du an der Berufsschule die theoretischen Hintergründe deiner Arbeit kennenlernst. Während der Zeit in deinem Ausbildungsbetrieb ergänzt du deine theoretischen Kenntnisse noch durch praktische Erfahrungen. Dein Aufgabenfeld dreht sich um das Programmieren oder Erstellen neuer Software nach kundenspezifischen Vorstellungen und Wünschen. Ein gewöhnlicher Arbeitstag findet also meistens vor deinem Computer statt. Da du in der Regel in einem Team arbeitest, hast du dennoch Kontakt mit Kollegen /-innen. Ebenfalls stehst du mit den jeweiligen Kunden /-innen in Kontakt oder schulst Mitarbeiter /-innen zum Erlernen der neuen Programme. Neben Spaß an der Technik sollte es dir also auch leicht fallen, dich mit anderen auszutauschen. Die meisten Fachinformatiker /-innnen für Anwendungsentwicklung arbeiten entweder bei einem IT-Unternehmen oder in den IT-Abteilungen anderer Unternehmen aus den verschiedensten Branchen. Das Ausbildungsgehalt gleicht dem der Fachinformatiker /-innen für Systemintegration. Während deiner drei Lehrjahre verdienst du im Schnitt also ein Fachinformatiker-für-Anwendungsentwicklung-Gehalt zwischen 850 Euro und 1.100 Euro brutto im Monat. Im späteren Berufsleben liegt dein Einstiegsgehalt bei 2.000 bis 2.400 Euro brutto im Monat. 

Informatik Berufe Programmieren

Fachinformatiker/ -in für digitale Vernetzung

Als Fachinformatiker /-in für digitale Vernetzung durchläufst du ebenfalls eine dreijährige Ausbildung. Die Ausbildung zum /-r Fachinformatiker /-in für digitale Vernetzung wird diesen Sommer erstmalig angeboten und dauert in der Regel drei Jahre. Entscheidest du dich für diese neue Fachrichtung der Informatik, liegen deine Aufgaben vor allem im Bereich der Vernetzung, Automatisierung und Optimierung digitaler Prozesse. Du vereinst Systeme miteinander und beschleunigst wichtige Prozesse. Somit bildest du die Schnittstelle zwischen der IT-Abteilung und der Produktion deines Unternehmens. Dein Gehalt bewegt sich in den Lehrjahren zwischen 1.015 bis 1.150 Euro brutto monatlich. Einmal im Berufsleben angekommen, kannst du mit einem Einstiegsgehalt von 2.000 bis 2.500 Euro im Monat rechnen und bewegst dich damit in ähnlichen Regionen, wie die anderen Fachrichtungen der Fachinformatikausbildungen. Allerdings können noch keine genauen Aussagen zu den Gehältern in diesem Bereich gemacht werden, da diesen Sommer der erste Jahrgang dieser Lehre startet. 

Fachinformatiker/ -in für Daten- und Prozessanalyse

Erstmalig zum August dieses Jahres startet die Ausbildung mit der Fachrichtung der Daten- und Prozessanalyse. Nach der dreijährigen Ausbildung beschäftigst du dich im beruflichen Alltag vor allem damit, datenbasierte Lösungen für digitale Produktions- und Geschäftsprozesse zu finden. Du bereitest Daten logisch auf und erleichterst damit Arbeitsprozesse. Dafür analysierst du zuerst die Geschäftsprozesse und schlägst anschließend Optimierungen vor. Diese führen zu einer schnelleren Bearbeitung der Daten und Waren. Dein Ausbildungsgehalt liegt wie bei den anderen Fachinformatiker-Ausbildungen im Bereich von 850 Euro bis 1.100 Euro brutto im Monat. Mit abgeschlossener Ausbildung startest du mit einem voraussichtlichen Einstiegsgehalt zwischen 2.000 und 2.500 Euro brutto monatlich. Auch hier können noch keine definitiven Aussagen zum Gehalt gemacht werden, da dieser Fachbereich im Sommer 2020 erstmalig angeboten wird.  

Alternativen

Im Bereich der Informatik gibt es neben den vier vorgestellten Berufsoptionen weitere Alternativen. Folgende Jobs kannst du im Bereich der IT und Informatik noch ausüben:

  • Systemadministrator
  • Netzwerkadministrator
  • Informatikkaufmann
  • IT-System-Kaufmann
  • Softwarearchitekt
  • Softwareentwickler
  • SAP-Berater
  • Hardwareentwickler
  • Datenbankentwickler
  • Web-Designer
  • Game Designer
  • Programmierer
  • Data-Scientist
  • Mobile Entwickler

Zukunft der Informatiker-Berufe

Die Anzahl der Informatiker /-innen in Deutschland steigt von Jahr zu Jahr. Zum einen ist das Interesse an dem Job generell hoch und dazu nehmen in den letzten Jahren immer mehr Frauen einen Job in der IT-Branche an. Parallel zu den Fachkräften steigt aber auch der Bedarf daran. Kaum ein Unternehmen hat heutzutage keine eigene IT-Abteilung. Im Gegenteil die meisten technischen Abteilungen in Unternehmen werden aufgestockt und ausgebaut. Die Digitalisierung breitet sich immer weiter aus und daher ist der Bedarf an geschultem Personal zur Umsetzung der Vorstellungen größer als je zuvor. Informatiker /-innen nehmen auf dem derzeitigen Arbeitsmarkt eine überaus komfortable Position ein und das wird sich auch die kommenden Jahre nicht ändern. 

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