Erster Arbeitsvertrag Inhalte
Der Arbeitsvertrag soll beide Parteien für den Ernstfall absichern | Foto: Gabrielle Henderson / Unsplash
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24. Mär 2022

Arbeitsrecht

Erster Arbeitsvertrag nach dem Studium - Darauf solltest du achten

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Was genau hat der Arbeitsvertrag für eine Bedeutung?

Rein rechtlich betrachtet handelt es sich bei einem Arbeitsvertrag um einen schuldrechtlichen und gegenseitigen Austauschvertrag zwischen zwei Parteien - dem Arbeitgeber und dem Arbeitnehmer. Um Missverständnissen und Fehldeutungen vorzubeugen, können die Rechte und Pflichten beider Vertragsparteien sehr genau definiert sein. In der Regel leistet der Arbeitnehmer hierbei abhängige Arbeit und erhält im Gegenzug dafür vom Arbeitgeber eine Vergütung, welche Gehalt genannt wird. Der Arbeitsvertrag an sich ist eine Sonderform des Dienstvertrages, der die rechtliche Grundlage des Arbeitsverhältnisses bildet. Die Eckdaten hierfür sind im BGB §611 und §630 geregelt.

Literaturverzeichnis HinweisÜbrigens: Ohne sogenannten Sachgrund darf ein Arbeitsvertrag in der Regel nicht länger als 2 Jahre befristet werden. Allerdings gibt es auch hier Ausnahmen. Wer sich unsicher ist und dazu mehr Information benötigt, sollte seinen Arbeitsvertrag anwaltlich prüfen lassen.

Inhalt eines Arbeitsvertrags

Je genauer die Beschreibungen von Rechten und Pflichten im Arbeitsvertrag festgelegt sind, desto besser ist es für beide Parteien, da sie sich dadurch für den "Ernstfall" absichern. Folgende Punkte sollten deshalb unbedingt im Arbeitsvertrag beinhaltet sein:

Vertragsparteien

Beide Vertragsparteien müssen im Arbeitsvertrag genau aufgelistet sein. Dabei müssen Namen, Anschriften und die Rollen, die beide im Rahmen des Arbeitsverhältnisses einnehmen, angegeben werden.

Beginn und ggf. Ende

Genauer Beginn und genaues Ende (im Falle einer Befristung) müssen ebenfalls im Arbeitsvertrag beinhaltet sein. Nur durch ein exaktes Datum lassen sich Urlaubsanspruch, Kündigungsfrist, Sozialversicherungspflicht etc. errechnen. Ist der Arbeitsvertrag aus einem bestimmten Grund befristet, muss dieser Grund ebenso dokumentiert sein.

Beschreibung des Arbeitsinhalts

Ebenso sollte definiert sein, welche Aufgaben und Tätigkeiten der Arbeitnehmer zu erledigen hat. Das bedeutet auch, dass der Arbeitgeber den Arbeitnehmer nicht für x-beliebige Aufgaben einsetzen kann. Allerdings sollte man die Aufgaben auch nicht zu sehr eingrenzen, da man als Arbeitnehmer auch flexibel sein sollte, um ggf. in mehreren Bereichen eingesetzt werden zu können.

Festlegung des Arbeitsortes

Der genaue Arbeitsort oder auch weitere Arbeitsorte (bei mehreren Niederlassungen) sollten hingegen genau definiert sein. Nur an diesen darf man dann auch eingesetzt werden.

Arbeitszeit

Die Arbeitszeiten von Arbeitnehmern sind durch das Arbeitszeitgesetz geregelt und müssen ebenso im Arbeitsvertrag festgehalten sein. Im Normalfall gilt hierzulande eine 40-Stunden-Woche als Regelarbeitszeit einer Vollzeitstelle. An dieser Stelle gibt es aber zahlreiche Ausnahmen, da sich der Arbeitsmarkt zunehmend flexibler gestaltet.

Erster Arbeitsvertrag Gespräch

Urlaub

Auch der Urlaubsanspruch muss klar definiert sein. Bei einer 5-Tage-Woche gilt ein gesetzlicher Anspruch von mindestens 20 Tagen pro Jahr; bei einer 6-Tage-Woche liegt er bei mindestens 24 Tagen im Jahr.

Gehalt

Vor der Erstellung des Arbeitsvertrags sollte das Gehalt ausgehandelt werden, welches dann ebenso in selbigem als Bruttoarbeitslohn dokumentiert wird. Ebenso werden ggf. Zuschläge und Sonderzahlungen dokumentiert.

Kündigung

Die Kündigungsfristen sollten auch aufgezeigt sein. Die gesetzlich festgelegte Kündigungsfrist beträgt in der Regel 4 Wochen zum 15. oder Ende eines Kalendermonats. 4 Wochen bedeuten in dem Fall exakt 28 Tage.

Krankheit

Wie im Falle von Krankheit vorzugehen ist, sollte ebenso dem Arbeitsvertrag zu entnehmen sein. Im Normalfall hat sich ein Mitarbeiter unmittelbar bei Krankheit im Unternehmen krankzumelden. Dauert die Krankheit länger an als 3 Tage, so muss eine Krankmeldung vom Arzt her. Nicht selten ist eine Krankmeldung auch direkt am ersten Tag vorzulegen.

Nebentätigkeiten

Auch Nebentätigkeiten kann nachgegangen werden, wenn der "Hauptjob" dadurch nicht beeinträchtigt wird. Dies sollte im Arbeitsvertrag festgelegt sein und muss vom Arbeitgeber genehmigt werden.

Geheimhaltung und Konkurrenzvereinbarungen

Betriebsgeheimnisse und Geschäftsinterna sind grundsätzlich geheim zu halten, da sie niemanden außerhalb der Firma etwas angehen. Auch diese Themen können im Arbeitsvertrag geregelt sein.

Fazit

Glückwunsch zum ersten Arbeitsvertrag, allerdings solltest du diesen genau prüfen. Die o. g. Themen sollten auf jeden Fall beinhaltet und genau definiert sein. Denn je genauer ein Arbeitsvertrag definiert ist, desto besser kannst du dich im "Ernstfall" absichern.