Berufe mit Zukunft - ein Überblick
Der Wandel der Zeit erfordert neue Berufsbilder | GettyImages/julief514
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13. Dez 2018

Celina Kumpernatz

Berufsbilder

Berufe mit Zukunft

Diese sollen unsere ebenfalls im ständigen Wandel befindende Lebensweise unterstützen und erleichtern. Wir stellen euch Berufe vor, die heute noch verrückt klingen mögen, in der Zukunft aber gar nicht so unwahrscheinlich sein werden. Eines haben diese Berufe auf jeden Fall gemeinsam: Sie setzen die Fähigkeit voraus, altes Wissen mit neuen Technologien zu vereinen.

Tele-Chirurgen

Der Sinn der Telechirurgie besteht darin, dass Mediziner zukünftig trotz weiter Distanzen mit Hilfe von Robotern und Kameras in der Lage sind, Operationen durchzuführen. Diese Methode bietet vor allem für weniger stark besiedelte Regionen die Möglichkeit, eine medizinische Versorgung zu gewährleisten. Für die Operation bedarf es dann nur noch ein kleines medizinisches Team, das die Operation vorbereitet, den Rest erledigen die durch den Arzt geführten Roboter-Hände. Ärzte müssen sich auf diesen Bereich spezialisieren, um dieses Verfahren anzuwenden. Computerassistierte Chirurgie, auch CAS (computer assisted surgery), ist ein bedeutender Faktor bei der Entwicklung der Roboterchirurgie, unterstützt die Operationsplanung und das Leiten sowie die Ausführung der chirurgischen Eingriffe. Derzeit ist es wieder etwas still um das zukunftsorientierte Verfahren geworden, da die heutige Technologie dieses erst einmal zuverlässig stemmen muss. Um in Zukunft in diesem Bereich Erfolge zu verzeichnen, bedarf es die Nachfolger-Technologie von 4G und LTE, nämlich 5G, um eine schnelle Datenübertragung zu gewährleisten. 5G repräsentiert die fünfte Mobilfunk-Generation. Diese steht jedoch noch in den Startlöchern und einigen Hürden gegenüber. Die 5G-Technologie wird jedoch benötigt, um das neue Zeitalter der Telechirurgie einzuläuten, da im Vergleich zu 4G durch 5G auf die hundertfache Geschwindigkeit aufgerüstet wird. Diese Entwicklung von Virtual und Augmented Reality, also erweiterter Realität, spielt neben der Telechirurgie ebenfalls eine wichtige Rolle bei z.B. dem autonomen Fahren. 4G reicht zwar unter Idealbedingungen auch für eine Echtzeitübertragung von hochauflösenden Videoaufnahmen aus, in der Praxis kommt es jedoch trotzdem oft genug zu Verzögerungen. Das stellt besonders die Chirurgie noch vor große Probleme, da diese Verzögerungen zu Risiken für die Patienten werden können. Zur Zeit wird wieder über den 5G-Standard in Deutschland diskutiert und mit Hochdruck daran gearbeitet ihn voraussichtlich 2020 einzuführen. Somit würde auch ein großer Meilenstein für die Telechirurgie gelegt werden.

Roborterberater

Die Zukunft von morgen sind Roboter. Alles was damit zu tun hat, zählt somit auch zu den Berufen mit Zukunft. Selbst heute kommt man an den ersten Einsätzen von Robotern nicht mehr vorbei. Besonders in unserem Alltag sollen Roboter unser Leben erleichtern. Die Zukunft soll so aussehen, dass jeder z.B. einen Kochroboter besitzt und man endlich nicht mehr selber kochen muss. Oder Roboter, die für uns das Putzen übernehmen, unser Auto fahren und sich um unsere Haustiere kümmern. Um den richtigen Assistenten für sich persönlich zu finden, würde man sich dann einen Roboterberater zur Seite holen, der einen bei der richtigen Wahl und der Entscheidung unterstützt. Dieser kann die Bedürfnisse seiner Kunden analysieren und berät sie bei den verschiedensten Modellen, die es auf dem Markt gibt. Roboterberater müssen sich natürlich immer auf dem laufenden halten, denn die Technologie schläft nicht. Die Technik von morgen ist übermorgen schon wieder die Technik von gestern. Ein Roboterberater sollte zudem die klassischen Verkaufsqualitäten aufweisen, die auch heutzutage schon von großer Bedeutung sind, um ein Produkt an den Mann oder an die Frau zu bringen. Die Beraterfunktion unterscheidet sich somit nicht deutlich von den heutigen Qualitäten eines Handyverkäufers, nur die Technologie verändert sich zunehmend mit der Zeit.

Urbane Bauer

Momentan ist der Urban-Farming-Trend in aller Munde. Selber Obst oder Gemüse auf dem Balkon züchten oder einen eigenen kleinen Hühnerstall im Hinterhof - das Ziel ist es, Lebensmittel nicht mehr von weit weg zu importieren, sondern selber direkt vor Ort anzubauen. So weiß man auch direkt wo es herkommt. Mit der urbanen Landwirtschaft ist wieder ein Bewusstsein für die Lebensmittelerzeugung in den Städten eingezogen, dass während der Industrialisierung verloren gegangen schien. Für das Berufsbild des urbanen Bauers wird das Expertenwissen von der traditionellen Landwirtschaft, dem Treibhausanbau, der Energieeffizienz wie der Solarenergie, der Architektur bzw. der Ingenieurwissenschaften benötigt. Ziel ist es in der Zukunft Einwohner von Großstädten durch bereits in den Städten angesiedelten Landwirtschaftsbetrieben zu versorgen. Hilfreich dabei könnten Plantagen auf Hochhausdächern sein oder auch vertikale Gärten, bei denen Pflanzen direkt an den Hauswänden empor wachsen. Der moderne, urbane Bauer sollte daher ein hohes Maß an Expertise mitbringen, der alle Bereiche deckt, um den urbanen Lebensstil in den Städten zu ermöglichen. Dazu gehört das Wissen, wie Pflanzen auf dem kleinsten Raum gepflegt, versorgt und energieeffizient gezüchtet werden können. Da die Weltbevölkerung stetig zunimmt und nicht aufzuhalten ist, würde die urbane Landwirtschaft eine Methode sein, um in Zukunft die Menschheit mit Nahrung zu versorgen. Daher ist der Trend zur Urbanisierung auch so beliebt, besonders in Entwicklungs- und Schwellenländern. Dem Job des urbanen Bauerns kommt somit eine sehr wichtige und bedeutungsvolle Aufgabe zuteil.

Aquaponik-Fischfarmer

Unter Aquaponik versteht man ein bestimmtes Verfahren, das die Aufzucht von Fischen in einer Aquakultur mit der Kultivierung von Nutzpflanzen mittels Hydrokultur verbindet. Kombiniert wird dabei immer eine geschlossene Kreislaufanlage zur Fischproduktion mit einer Hydroponikanlage zur Pflanzenzucht, z.B. für Gemüse. Dabei werden die Exkremente der Fischzucht als Nährstoffe für die Pflanzen verwendet. Das wird durch die Pumpanlagen automatisch in die Wege geleitet. Die Pflanzenzucht erhält die nötigen Nährstoffe über das Fischfutter. Der Ansatz des Aquaponiks bietet eine wichtige Möglichkeit, auch in Zukunft die weltweite Ernährung sicherzustellen. Durch die Kombination der Fisch- und der Pflanzenzucht soll ein nachhaltiges selbsterhaltendes Produktionssystem geschaffen werden. Durch den geschlossenen Wasser- und Nährstoffkreislauf können auf diesem Weg gleichzeitig Fische und beispielsweise Tomaten gezüchtet werden. Aquaponik-Fischfarmer sorgen für einen reibungslosen Ablauf des Systems. Durch den geschlossenen Kreislauf, ist die Qualität der Erzeugnisse leichter zu kontrollieren. Urban Farming wird dadurch gewissermaßen immer mehr zu einem Hype und Experten halten Aquaponik für eine vielversprechende Neuentwicklung und Unterstützung für eine nachhaltige Landwirtschaft.

3D-Handwerker

Jeder hat es schon mal erlebt: Endlich ist der Handwerker da, doch dann fehlt wieder das richtige Werkzeug. Dieses Problem könnte in Zukunft nicht mehr auftreten und zwar dank des 3D-Druckers. Der Handwerker der Zukunft kann ganz einfach und bequem vor Ort das fehlende Werkzeug mit Hilfe des Druckers ausdrucken. So muss man nicht noch zusätzliche Wartezeit einplanen, sondern kann die Reparatur direkt abschließen. Die Frage wird sein, ob der 3D-Druck das Handwerk sowie die Technik revolutionieren wird oder ob es doch bei einem Hype bleibt, das wird jedoch erst die Zukunft zeigen. Ebenso fraglich ist, ob Handwerker durch diese Methode wirklich einen Zeit- und Qualitätsvorteil vorweisen können. Experten versprechen jedoch rosige Aussichten und sehen eine Selbstverständlichkeit des 3D-Druckers in unserem Alltag voraus. Es gibt jedoch auch einige Bedenken, die die Euphorie des 3D-Drucks schwächen. Bereits jetzt soll ein erheblicher Schaden durch illegale 3D-Kopien entstanden sein, besonders in der Musik- und Filmindustrie. Auch der Umweltaspekt darf nicht außen vor gelassen werden, denn durch den 3D-Druck entsteht eine enorme Dominanz von Kunstoff und Metall. Daher sollte man bei allen neugewonnenen Technologien stets die Vor- und Nachteile abwägen. Während ein bestimmter Bereich erleichtert und verkürzt wird, können dadurch in einem anderen Bereich bereits neue Herausforderungen entstehen.

Zahntechniker

Der Bedarf von 3D-Druck nimmt in der Zahntechnik zuAuch für Zahntechniker wird der 3D-Drucker interessant. Bisher wird er in dieser Branche noch sehr selten verwendet, er verspricht aber den Arbeitsalltag der Zahntechniker erheblich zu erleichtern. Prothesen, Bohrschablonen oder andere Modelle können durch den 3D-Druck im Handumdrehen hergestellt werden. Dafür benötigt man nur einen Scan des Kiefers des Patienten und mit einer Software kann so ein 3D-Modell erzeugt werden. Schicht für Schicht wird das benötigte Teil durch den Drucker hergestellt. Ein Vorteil zur herkömmlichen Arbeit, besteht in der Genauigkeit des fertigen Produktes und die Vermeidung von kleineren Fehlern. Prozesse lassen sich so viel einfacher vereinfachen und verkürzen.  Ein Nachteil des Verfahrens ist jedoch, dass nach wie vor die Anschaffungskosten relativ hoch sind. Auch die benötigte Software sowie der Drucker sind noch sehr teuer. Jedoch überwiegen die Vorteile, wenn durch den 3D-Druck in kürzester Zeit mehr produziert wird und somit mehr Patienten behandelt werden können. Wird der 3D-Drucker in noch mehr Bereichen eingesetzt und somit noch beliebter, könnten in Zukunft auch die relativ hohen Kosten bei der Anschaffung sinken.

Cyber Security Officer

Sichere IT-Lösungen entwickeln und absichtlich Systeme hacken, um diese sicherer zu machen? Genau das machen Cyber Security Officer. Sie versuchen z.B. die Mitarbeiterdaten eines Unternehmens vor digitalen Angriffen zu schützen und somit die Internetkriminalität sowie kritische Netzwerkinfrastrukturen zu verbessern. Spezialisten werden daher extra eingesetzt, um mögliche Sicherheitslücken online zu entdecken bevor es Häcker tun können. Aber nicht nur Unternehmensdaten müssen geschützt werden, sondern auch Regierungsserver und wichtige Prozesse, wie beispielsweise die Sicherstellung der Wasser- oder Stromversorgung, stehen ganz oben auf der Liste. Schon jetzt und besonders in der Zukunft werden immer mehr Prozesse mit Hilfe des Internets bewerkstelligt. Ein Grund dafür ist die Digitalisierung. Somit werden diese Prozesse zukünftig auch immer angreifbarer und sensibler. Daher bedarf es auch in den nächsten Jahren an Cyber Security Officer, die für einen Schutz aller wichtigen Prozesse im Internet sorgen. Daher ist dieses Berufsbild ein Beruf mit Zukunft, die eine vielversprechende Karriere voraussagt.

Transporter-Analytiker

Das Autonome Fahren nimmt zunehmend einen höheren Stellenwert in unserem Leben ein. Möchte man Experten Glauben schenken, wird sich diese Entwicklung auch in der Zukunft weiter ausbreiten und dafür sorgen, dass wir irgendwann überhaupt nicht mehr selber Auto fahren müssen. Durch den Wegfall der aktiven Steuerung der Fahrzeuge durch Menschen, wird das Überwachen und das mögliche Einschreiten bei Problemen oder Zwischenfällen umso bedeutender. Transporter-Analytiker sind in Zukunft dafür verantwortlich den autonomen Verkehr in Echtzeit zu überwachen und Verkehrsabläufe effizient zu organisieren sowie zu optimieren. Sollte es in Zukunft tatsächlich so sein, dass nur noch selbstfahrende Autos auf den Straße unterwegs sein werden, wird der Bedarf nach Transporter-Analytiker immens hoch sein und wird somit zu einem Beruf mit Zukunft. Vor allem heutzutage kann ein reibungsloser Ablauf durch das autonome Fahren noch nicht gewährleistet werden. Werden diese Probleme zukünftig nicht behoben, ist ein vollkommen autonomes Fahren eher unwahrscheinlich und Bedarf weiterhin an Unterstützung und Kontrolle durch Menschen.  

Virtual Reality Experience Designer

Auch die Virtual Reality ist ein sehr aktuelles und spannendes Thema und bietet großes Potential für neue Berufsbilder in der Zukunft. Virtual Reality ist gefragt wie nie und vor allem, die Neugier der Verbraucher ist kaum zu stillen. Dies schafft neue Karrierechancen. Die Virtuelle Realität soll unser alltägliches Leben verändern und uns mit Hilfe von Datenbrillen an einen anderen Ort befördern. So können wir innerhalb von Minuten schon an unserem Traumstrand liegen und ein bisschen Urlaubsstimmung genießen. So wird uns nicht nur ermöglicht, in verschiedene Welten einzutauchen, sondern wir können uns auch dank der Datenbrille an den Besprechungsraum mit den Kollegen setzen und sind hautnah dabei, tatsächlich so als wären wir physisch dabei. Die, die uns die Virtuelle Realität ermöglichen, sind Virtual Reality Experience Designer. Sie erschaffen und designen uns die virtuellen Welten und Erlebnisse und sorgen dafür, dass wir, auch wenn nur kurz, mal unserem Alltag entfliehen können. Die Technik in diesem Bereich schreitet rasend voran, ständig übertrifft sie sich selber, es gibt kein Halten mehr. Alles wird optimiert und noch realistischer. Wer weiß, was wir in Zukunft noch alles in der Virtual Reality erleben können?

Abfalldesigner

Der Abfalldesigner soll ein Beruf sein? Auf jeden Fall, er gehört sogar zu den Berufen mit Zukunft! Die Menschheit steht vor einem enormen Umweltproblem und zwar, wie wir in Zukunft mit dem vermehrten Verpackungsmüll umgehen sollen. Die Weltbevölkerung nimmt stetig zu und somit verbrauchen wir jeden Tag noch mehr Müll. Besonders das zunehmende Plastik-Problem, vor allem in den Weltmeeren, ist nicht mehr zu leugnen und auch nur schwer in den Griff zu bekommen. Dadurch entstehen Recyclingkosten, die massiv in die Höhe steigen. Eine Lösung des Problems könnte das Upcycling sein. Ziel beim Upcycling ist es, aus Abfällen oder nutzlosen Stoffen hochwertige Produkte zu produzieren. Bei dieser Form des Recyclings wird eine stoffliche Aufwertung angestrebt. Der Bedarf nach Lösungen für Umweltprobleme ist enorm hoch Der Trend ist schon hier und da erkennbar, um jedoch das Umweltproblem in den Griff zu bekommen, müsste in diesem Bereich viel mehr getan werden und viel mehr Menschen an einem Strang ziehen. Abfalldesigner sollten sich mit alternativen und kreativen Produktionsprozessen auskennen. Auch besteht ihre Aufgabe schon dafür zu sorgen, dass es erst gar nicht zur Produktion von zu viel unnötigen Müll kommt. Der Beruf des Abfalldesigners ist somit ein Querschnitt zwischen Industriedesign, Ingenieur- und Materialwissenschaften. Da das Umweltproblem jetzt schon an jeder Ecke spürbar ist, liegt der Bedarf nach diesem Berufsbild auch gar nicht mehr so weit in der Ferne, sondern wird eigentlich schon seit gestern benötigt.

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