Ausbildung Integartionshelfer / Integrationshelferin - ein Überblick zum Berufsbild!!
Integrationshelfer stehen Kindern unterstützend zur Seite | Getty Images/diego_cervo
Autorenbild

16. Jul 2018

Celina Kumpernatz

Berufsbilder

Ausbildung Integrationshelfer / Integrationshelferin

Zur Hilfsbereitschaft berufen!

Checkliste: Bin ich den Anforderungen des Integrationshelfers / der Integrationshelferin gewachsen?

  • Der Kontakt mit Menschen schüchtert dich nicht ein
  • Dein Motto lautet: In der Ruhe liegt die Kraft!
  • Du hast kein Problem damit dich für andere aufzuopfern
  • Geduld und Einfühlungsvermögen sind deine Stärken
  • Hilfsbereitschaft ist für dich selbstverständlich

Wichtigkeit des Berufes des Integrationshelfers / der Integrationshelferin

Integrationshelfer / Integrationshelferinnen werden immer gebraucht, besonders seitdem von der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen beschlossen wurde, dass jedes Kind mit Behinderung einen rechtlichen Anspruch auf einen Platz in einer Regelschule hat. Seitdem befindet sich das Schulsystem in einem Umbruch und der Stellenwert der Integrationshelfer ist gestiegen. Kinder und Jugendliche mit geistigen oder körperlichen Behinderungen sind auf diese spezielle Hilfe angewiesen. Ziel ist es ihre Selbstständigkeit angemessen zu fördern, damit sie in ihren schulischen Alltag integriert werden können.

Voraussetzungen für die Absolvierung der Ausbildung

Die Ausbildung zum / zur Integrationshelfer / Integrationshelferin ist keine klassische Ausbildung wie man sie kennt, sondern eher eine Weiterbildung oder Fortbildung. Für diesen Beruf ist keine spezielle Qualifizierung nötig, ein Hauptschulabschluss reicht hier aus, trotzdem wird eine umfassende Fachkompetenz empfohlen, um den hohen Anforderungen im Alltag gerecht zu werden. Von Vorteil wären daher soziale oder pädagogische Erfahrungen. Bei manchen Bildungszentren oder Vereinen ist sogar eine Voraussetzung bereits Ausbildungsberufe wie der des Erziehers oder Heilerziehungspflegers absolviert zu haben, um die hohe emotionale Verantwortung im Berufsalltag bewältigen zu können.

Je nach Bundesland variieren jedoch die Voraussetzungen an diese Tätigkeit, daher ist hier eine genauere Recherche im jeweiligen Bundesland zu empfehlen.

Die ersten Schritte als Integrationshelfer

Da es keine festgelegten Richtlinien gibt, kannst du selbstständig sowohl bei privaten als auch bei öffentlichen Schulen nach freien Stellen Ausschau halten. Eine andere Anlaufstelle wären z.B. auch Wohlfahrtsverbände oder Vereine.

Ohne bereits erste Erfahrungen in dem Bereich der Integrationshilfe gesammelt zu haben, kann man schnell an seine physischen und psychischen Grenzen stoßen. Daher solltest du dich erst ausreichend informieren, ob du den beruflichen Ansprüchen gewachsen bist. Ein freiwilliges soziales Jahr wäre an dieser Stelle eine gute Orientierungshilfe.

In der Fortbildung, die meistens um die 10 Wochen dauert, erlangst du das nötige Wissen bezüglich Behinderungen sowie den richtigen Umgang mit diesen. Außerdem lernst du Kinder zu motivieren, zu pflegen und ihnen immer mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Geduldig begleitest du die kleinen, aber erfolgreichen Schritte der Kinder. Die Fortbildung wird nicht vergütet, sondern erfordert eine Selbstfinanzierung. Es ist jedoch nicht unüblich, dass das Jobcenter für die anfallenden Kosten aufkommt. Du kannst die Fortbildung direkt vor deinem Einsatz oder auch während deiner Tätigkeit als Integrationshelfer begleitend absolvieren.

Der Berufsalltag

Als Integrationshelfer / Integrationshelferin wirst du oft an Schulen eingesetzt, um dort Kinder und Jugendliche während des Unterrichts, bei Ausflügen oder anderen Tätigkeiten zu begleiten und zu unterstützen. Integrationshilfe wird oft in Fällen von beispielsweise ADHS, Körperbehinderungen, Autismus oder Sprachstörungen in Anspruch genommen. Du motivierst die Kinder bei der Kommunikation mit Lehrern und Mitschülern und hilfst ihnen ihre gesetzten Ziele zu erreichen. Somit stellst du eher eine Hilfestellung dar und fungierst keinesfalls als Zweitlehrer. Nach deiner Fortbildung entstehen so oft an den Schulen versicherungspflichtige Teilzeit- oder Vollzeitstellen.

Bestimmte Soft-Skills wie Geduld, Einfühlvermögen, Geduld oder Verständnis erleichtern deinen Berufsalltag in dem Umgang mit Kindern und Jugendlichen. Du solltest daher auch keine Scheu vor dem engen Kontakt mit gehandicapten Kindern haben.

Ein zusätzlicher Vorteil, der dir einen einfacheren Arbeitsalltag bereitet, ist es, wenn du es schaffst zu deinem zu betreuenden Kind und dessen Eltern einen guten Draht herzustellen und du ein hohes Vertrauen aufbauen kannst.

Verdienstmöglichkeiten als Integrationshelfer (w/m)

Die Themen der Integration und Inklusion erhalten zunehmend einen höheren Stellenwert, daher werden Integrationshelfer immer bedeutsamer. Aber wie bei vielen sozialen Berufen in Deutschland fällt der Verdienst eher gering aus. Hier solltest du nicht finanziell, sondern vielmehr sozial motiviert sein, dich quasi dazu berufen fühlen, die Integration von Kindern und Jugendlichen zu begleiten.

Wie auch schon die Tätigkeit an sich ist auch der Verdienst nicht einheitlich geregelt, sondern ist abhängig von den Bundesländern, von bereits erworbenen Qualifikationen oder von wem du beschäftigt wirst. Beispielsweise kannst du vom Jugendamt beschäftigt werden, die auf ein bestimmtes Budget für Integrationshelfer zurückgreifen können, oder auch von den betroffenen Eltern selbst. Andere Träger können Schulen oder Vereine sein. Es hängt jedoch auch von der Art der Behinderung des Kindes ab, wie intensiv es betreut werden muss bzw. wie aufwendig der pflegerische Aufwand ist.  

Hast du bereits eine Ausbildung im sozialen Bereich absolviert oder ein Studium beispielsweise in Sonderpädagogik oder Sozialer Arbeit abgeschlossen, wird dies natürlich auch bei deiner Gehaltseinstufung berücksichtigt. Grob geschätzt kannst du somit in einer Teilzeitbeschäftigung monatlich zwischen 830 und 1300 Euro brutto verdienen, bei deiner Vollzeitstelle dagegen durchschnittlich um die 2000 Euro brutto.

Auch andere Einsatzgebiete möglich

Wenn du dein Wissen weiter ausbauen möchtest und noch andere Bereiche außer der Schule kennenlernen möchtest, bietet sich die Ausbildung zum Erzieher oder Heilerziehungspflege an. Hier findet vor allem eine Erweiterung der pflegerischen und pädagogischen Kenntnisse statt. So bist du für verschiedene Bereich perfekt ausgebildet und verfügst somit auch über mehr Einsatzmöglichkeiten. Durch andere Weiterbildungen und Umschulungen kannst du dich dann noch auf zusätzliche Bereiche spezialisieren.

Falls dir das alles noch nicht ausreichen sollte und du auch noch über betriebswirtschaftliches Wissen verfügst, kannst du auch selber einen Verein ins Leben rufen und zu einer Verbesserung in dem Bereich der Integrationshilfe beitragen.

Diese Themen könnten dich auch interessieren
Lehrer werden: Einstieg, Gehalt & mehr!

Willst du wirklich Lehrer werden?

Schlechtes Image, lange Ferien und das Beamtenprivileg. So lauten die gängigen Lehrer-Klischees. Doch wie sehen Jobchancen, Arbeitsalltag und Bezahlung wirklich aus? mehr »
Berufe mit Kindern: Traumjobs im Überblick

Berufe mit Kindern

Arbeit mit Kindern: Für viele eine Traumvorstellung! UNICUM stellt euch vor, welche Berufe mit Kindern es gibt und welche Ausbildungen dafür erforderlich sind. mehr »
Berufe mit Menschen: Die Top 10 Jobs!

Berufe mit Menschen

Für viele Menschen steht schon früh fest, dass sie nicht in irgendeinem langweiligen Büro arbeiten möchten, sondern den täglichen Kontakt und Umgang mit Menschen brauchen. Berufe mit... mehr »