Emotionale Intelligenz
Empathie ist ein wichtiger Bereich der Emotionalen Intelligenz. | Foto: Prostock-Studio/Getty Images
Autor

15. Jun 2020

Lina Wiggeshoff

Weiterbildung

Emotionale Intelligenz: So lernst du mit Gefühlen umzugehen!

Inhaltsverzeichnis

  1. Definition
  2. Bereiche nach Goleman
  3. Im Job
  4. Berufe
  5. Training
  6. FAQ    
  7. Überblick

Definition

Emotionale Intelligenz beschreibt die Fähigkeit, mit den eigenen Gefühlen und auch mit den Gefühlen anderer umgehen zu können. Dieser Soft Skill hilft dabei, die eigenen Gefühle zu verstehen und so auch unser emotionales Handeln zu steuern. Außerdem spielt er in jeder zwischenmenschlichen Kommunikation eine Rolle, da wir durch das Verstehen der Gefühle auch das Handeln unseres Gegenübers besser nachvollziehen können. Emotionale Intelligenz ist damit sowohl eine persönliche Kompetenz als auch eine soziale Kompetenz.

Die fünf Bereiche der Emotionalen Intelligenz nach Goleman

Der amerikanische Psychologe Daniel Goleman ist einer der Wissenschaftler, die den Begriff der Emotionalen Intelligenz besonders geprägt haben. Er sieht diese Schlüsselqualifikation als ein Zusammenspiel aus fünf unterschiedlichen Bereichen an.

1. Selbstwahrnehmung – Gefühle bewusst machen

Zunächst einmal ist es wichtig, dass du dich selbst und deine Gefühle ganz reflektiert wahrnimmst. Für Emotionale Intelligenz musst du deine Emotionen kennen und sie dir bewusst machen. Nur so kannst du auch lernen, sie zu steuern.

2. Selbstregulierung – Der richtige Umgang mit Emotionen

Hast du ein Bewusstsein für deine Gefühle, kannst du lernen, mit ihnen umzugehen. Für jede Situation kannst du so das richtige Maß finden und zum Beispiel verhindern, dass du von deinen Emotionen überwältigt wirst und nicht mehr wie geplant handeln kannst. Andererseits ist es aber auch wichtig, dass du Emotionen zulässt und nicht permanent versuchst, sie zu unterdrücken. Zur Emotionalen Intelligenz gehört also auch, das Ausmaß deiner Gefühle an die jeweilige Situation anzupassen.

3. Motivation – Emotionen nutzen

Du kannst Emotionen auch ganz gezielt nutzen, um deine Ziele zu erreichen. Du wandelst sie quasi in Motivation um. Welche Gefühle du wie nutzen kannst, ist sehr individuell. Zu viel Angst vor einer Prüfung beispielsweise motiviert dich nicht, gar keine Angst aber auch nicht. Finde die richtige Mitte, um dich selbst zu Höchstleistungen zu motivieren.

4. Empathiefähigkeit – Andere verstehen

Nicht nur das Verstehen und Nutzen der eigenen Gefühle gehört zu Emotionaler Intelligenz, auch der Umgang mit anderen Menschen spielt bei dieser Fähigkeit eine Rolle. Deshalb nennt Goleman als vierten Bereich die Empathie. Hier geht es darum, dich in andere Menschen hineinversetzen zu können und so auch ihre Gefühle und ihr Handeln zu verstehen.

5. Beziehungen aufbauen / Soziale Fähigkeiten

Schlussendlich ermöglicht Emotionale Intelligenz dir, soziale Beziehung mit anderen aufzubauen und diese zu pflegen. Dabei geht es auch darum, sich emotional an andere anpassen zu können. Also zu merken, wie es deinen Freunden / -innen geht und dich entsprechend zu verhalten. Nur durch das angemessene emotionale Handeln können Freundschaften aufgebaut werden.

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 EQ vs. IQ 

Ähnlich wie es zur Messung der rationalen Intelligenz verschiedene IQ-Tests gibt, versucht die Wissenschaft auch die Emotionale Intelligenz zu messen. Hierfür werden sogenannte Emotionaler-Quotient-Tests (EQ-Tests) entwickelt. In den Fragen geht es dann darum, wie du dich gegenüber anderen verhältst und auch, wie du dich selbst einschätzt. Am Ende kann aus diesen Antworten dann – ähnlich wie bei den IQ-Tests ein IQ-Wert – ein EQ-Wert ermittelt werden.


Emotionale Intelligenz im Job

Nicht nur im Alltag ist Emotionale Intelligenz eine wichtige Fähigkeit, auch im Job hilft sie dir in vielen Situationen. Einerseits kannst du auf diese Weise deine eigenen Gefühle kontrollieren. Wenn etwas im Job nicht so gut läuft oder du auf einen / -e Kollegen / -in nicht gut zu sprechen bist, ist es oft besser, deine Emotionen diesbezüglich nicht offen zu zeigen. Durch Emotionale Intelligenz kannst du an den richtigen Stellen sachlich bleiben und deine Gefühle für dich behalten.

Ebenso ist es im Job von Vorteil, wenn du die Gefühle anderer gut einschätzen kannst. Wenn du merkst, dass es Kollegen / -innen nicht gut geht oder dein / -e Chef / -in sich dir gegenüber komisch verhält, kannst du durch Emotionale Intelligenz das jeweilige Verhalten besser verstehen und auch angemessen damit umgehen. So gibt es im Berufsleben weniger Konflikte

Emotionale Intelligenz: In diesen Berufen ist sie besonders wichtig

Emotionale Intelligenz ist nicht in allen Berufen gleich wichtig. Wir stellen dir die Branchen vor, in denen diese Fähigkeit unverzichtbar ist.

1. Führungspositionen 

In Führungspositionen, also zum Beispiel als CEO einer Firma, brauchst du eine besonders gute Emotionale Intelligenz. Du bist verantwortlich für deine Mitarbeiter / -innen und musst sie deshalb gut einschätzen können. Auch, wenn sie dir nicht alles direkt erzählen, solltest du wissen, wie es ihnen geht und wie sie zum Beispiel zu einzelnen Projekten oder Veränderungen im Unternehmen stehen. Emotionale Intelligenz hilft dir dabei, deine Führungsrolle angemessen zu erfüllen, deine Mitarbeiter / -innen zu motivieren und auch deine Bindung zu ihnen zu verbessern.

2. Berufe mit Kindern

Kinder handeln noch wesentlich emotionaler als Erwachsene. Allerdings können sie ihre Gefühle oft nicht in Worte fassen. In Berufen mit Kindern spielt Emotionale Intelligenz deshalb auch eine große Rolle. Beispielsweise als Lehrer / -in ist es wichtig, dass du empathisch bist und dich in die Gefühlslage deiner Schüler / -innen hineinversetzen kannst. Nur so kannst du ihnen in schwierigen Situationen helfen.

Emotionale Intelligenz Berufe

3. Gesundheitsbranche

Auch in der Zusammenarbeit mit Patienten / -innen ist Emotionale Intelligenz gefragt. Als Psychotherapeut / -in beispielsweise musst du es schaffen, ein Vertrauensverhältnis zu deinen Patienten / -innen aufzubauen. Nur dann erzählen sie dir von ihren Problemen. Dafür musst du ganz individuell auf jede /-n einzelne /-n eingehen. Das funktioniert am besten, wenn du dich in dein Gegenüber hineinversetzen und durch Emotionen eine Bindung zu ihm / ihr aufbauen kannst.

Training

Wenn du deine Emotionale Intelligenz trainieren möchtest, solltest du zunächst einmal bei deiner Selbstwahrnehmung anfangen. Diese ist nämlich die Grundlage für das Erkennen und Verstehen der eigenen Gefühle. Fang also an, dich in verschiedenen Situationen selbst zu beobachten. Wie fühlst du dich? Wie handelst du? So lernst du, dich und deine Gefühle besser zu verstehen.

Des Weiteren solltest du dich auch mit anderen Menschen auseinandersetzen. Beginne dafür zum Beispiel mit Freunden / -innen oder deiner Familie. Versuche ihnen in Gesprächen deine volle Aufmerksamkeit zu schenken und kümmere dich vor allem auch in schwierigen Zeiten um sie. Besonders in Konfliktsituationen zeigt sich deine Emotionale Intelligenz.

FAQ

Wie wichtig ist Emotionale Intelligenz?

Emotionale Intelligenz wird im Alltag und auch im Berufsleben als eine wichtige Kompetenz angesehen. Sie hilft dir, sowohl dich selbst besser zu verstehen und dein Handeln zu steuern, als auch soziale Kontakte zu knüpfen und als Führungskraft tätig zu sein. 

Ist Emotionale Intelligenz angeboren?

Dazu gibt es in der Wissenschaft verschiedene Ansichten. Man geht davon aus, dass es bei jedem Menschen eine Grundveranlagung für Emotionale Intelligenz gibt. Du musst im Laufe des Lebens lernen, diese zu nutzen und kannst sie auch immer weiter trainieren.

Wie hoch ist der durchschnittliche EQ?

Versucht man die Emotionale Intelligenz durch einen standardisierten EQ-Test zu ermitteln, gilt man bei einem Wert von 100 als durchschnittlich emotional intelligent. Dies ist der gleiche Durchschnittswert wie bei einem IQ-Test.

Überblick

  • Emotionale Intelligenz bedeutet, die eigenen Gefühle und die Gefühle anderer zu verstehen und damit umgehen zu können.
  • Dazu gehören zum Beispiel die Fähigkeiten der Selbstwahrnehmung und Empathie.
  • Besonders in Führungspositionen und Berufen mit Kindern ist diese Kompetenz wichtig.

 
 
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