Industriekaufmann / Industriekauffrau: alle Infos!
Industriekaufleute überzeugen mit kaufmännischen Denken | Foto: Getty Images/Pinkypills
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02. Jul 2018

Celina Kumpernatz

Berufsbilder

Industriekaufmann

Das Multitalent!

Checkliste: Ist der Beruf Industriekaufmann / Industriekauffrau etwas für mich?

  • Kaufmännisches Denken lässt dich auch in deiner Freizeit nicht los
  • Dreisatz und Zinsrechnung sind für dich keine Endgegner
  • Kommunikationsfähigkeit ist eine deiner größten Stärken
  • Die richtige Betreuung der Kunden liegt dir am Herzen
  • Selbstständiges Arbeiten ist für dich selbstverständlich
  • Du kannst mit guten Englischkenntnissen punkten, denn auch internationale Kunden zählen auf deine Betreuung

Voraussetzungen und Ausbildungsablauf

Als Industriekaufmann / Industriekauffrau stellst du die Schnittstelle zwischen Vertrieb und Produktion dar und bist für Aufgaben in den großen Bereichen Material, Produktion, Personal, Vertrieb und Finanzen zuständig. Du wirst somit in deiner Ausbildung in allen wichtigen Bereichen eines Unternehmens auf deinen spannenden Berufsalltag vorbereitet.

Als Industriekaufmann / Industriekauffrau durchläufst du eine duale Ausbildung, die in der Regel drei Jahre dauert. Ausbildungsplätze kannst du theoretisch auch ohne einen Schulabschluss finden, in der Praxis ist jedoch eine mittlere Reife mit guten Noten oder ein (Fach-) Abitur gerne gesehen. Ein großer Vorteil wäre auch, wenn du in diesem Bereich bereits Praktika absolviert hättest.

Du lernst in deiner Ausbildung sowohl die theoretischen Grundlagen in der Berufsschule als auch den praxisbezogenen Arbeitsalltag in deinem Ausbildungsbetrieb kennen. Nach der Hälfte deiner Ausbildungszeit findet deine Zwischenprüfung statt, in der du in den Bereichen Produkte und Dienstleistungen, Kosten- und Leistungsrechnung sowie Beschaffung und Bevorratung geprüft wirst. Nach dem dritten und letzten Ausbildungsjahr folgt die schriftliche Abschlussprüfung vor der zuständigen Industrie- und Handelskammer (IHK), in der Themen wie Geschäftsprozesse, kaufmännische Steuerung und Kontrolle sowie Wirtschafts- und Sozialkunde im Fokus stehen. Zusätzlich gibt es eine mündliche Prüfung, in der du in einem frei wählbaren Prüfungsbereich mit einem Fachgespräch und einer Präsentation deine Prüfer von dir überzeugen musst.

Ausbildungsberufe wie der Industriekaufmann (m/w) zählen zu den kaufmännischen Berufen. Daher durchläufst du in deiner Ausbildung alle wichtigen Bereiche eines Unternehmens wie beispielsweise die Materialwirtschaft, in der du hauptsächlich für Verhandlungen mit Zulieferern und die Überprüfung von gelieferter Ware verantwortlich bist. Im Vertrieb kümmerst du dich um die Verhandlung und Kalkulation von Preisen mit Kunden. Im Rechnungs- und Finanzwesen wird die Buchhaltung genauer unter die Lupe genommen und in der Personalabteilung beschäftigst du dich mit tarifrechtlichen Vorschriften.

Der Berufseinstieg als Industriekaufmann / Industriekauffrau

Nach erfolgreichem Abschluss deiner Ausbildung bist du in vielen verschiedenen Bereichen einsetzbar, Stellen als Industriekaufmann/ - frau sind somit immer gefragt. Die Elektroindustrie, die Luft- und Raumfahrttechnik, die IT-Technik oder auch die Medienbranche sind nur einige wenige Bereiche, in denen du nach deiner Ausbildung Fuß fassen kannst. Abgesehen davon, in welcher Branche du zu arbeiten beginnst, bist du für diverse Aufgaben zuständig. Der Einkauf von Waren und die Verwaltung von Warenbeständen sind neben der Buchhaltung, also der Erstellung von Rechnungen, der Überwachung des Zahlungsverkehrs sowie die Ermittlung, Planung und Kontrolle von Kosten für Aufträge, nur ein wichtiger Aufgabenbereich. Bei personalbezogenen Entscheidungen kannst du mitgestalten sowie Verkaufsverhandlungen mit Kunden führen.

Hauptsächlich verbringst du deinen Arbeitsalltag am Computer in Büroräumen und bearbeitest deine Aufgaben mit einer branchenspezifischen Software. Es kommt aber auch vor, dass du dir im Lager oder in Produktionshallen deines Unternehmens einen Überblick verschaffst. So bleibst du auch vor Ort immer auf dem Laufenden.

Gehalt während und nach der Ausbildung

Eine wichtige Frage bei jeder Berufswahl bezieht sich auf das Gehalt. Dieses ist schon in deiner Ausbildung von verschiedenen Faktoren abhängig wie der Region, dem Wirtschaftszweig sowie von deinem Arbeitgeber.

Doch du hast Glück: Die Ausbildung zum Industriekaufmann / Industriekauffrau zählt zu den überdurchschnittlich gut bezahlten Ausbildungsberufen in Deutschland. In deinem ersten Ausbildungsjahr kannst du somit monatlich bis zu 930 Euro brutto verdienen, im dritten Ausbildungsjahr bis zu 1060 Euro brutto im Monat. Nach dem erfolgreichen Abschluss deiner Ausbildung ist ein durchschnittliches Einstiegsgehalt monatlich zwischen 1700 und 2500 Euro brutto die Regel. Arbeitest du schon länger in einem Unternehmen und hast schon viel Erfahrung gesammelt, ist ein Einkommen um die 3000 Euro brutto im Monat ziemlich wahrscheinlich. 

Karrieresprung durch Weiterbildung

Falls du nach deiner Ausbildung noch nicht genug hast und weiter die Karriereleiter hochklettern möchtest, gibt es ein großes Angebot an Weiterbildungsmöglichkeiten. Zum einen gibt es die Option der Spezialisierung auf einen bestimmten Wirtschaftszweig oder Weiterbildungen zum Finanz- oder Betriebswirt sowie zum Handelsfach- oder Industriefachwirt. Auch ein Studium ist nach deiner Ausbildung eine gute Alternative, beispielsweise in Studienfächern wie Betriebswirtschaftslehre, Wirtschaftswissenschaften oder Business Administration. Dies ermöglicht dir eine gute Grundlage und die nötigen Voraussetzungen, falls du eine Fach- oder Führungslaufbahn anstreben möchtest. Hast du keine schulische Hochschulzugangsberechtigung gibt es trotzdem unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit ein Studium zu beginnen. Es gibt auch die Möglichkeit ein duales Studium in Betracht zu ziehen. Beispielsweise kannst du ein Wirtschaft und Management-Studium mit der Ausbildung zum / zur Industriekaufmann / Industriekauffrau kombinieren. Auch weitere Kombinationsmöglichkeiten mit anderen kaufmännischen Ausbildungen sind möglich.

Der aktuelle Trend der Künstlichen Intelligenz z.B. in der Routenplanung oder dem Warentransport bietet dir ebenso eine gute Weiterbildungsmöglichkeit. Die Robotertechnik im Bereich der Logistik nimmt auch immer mehr an Bedeutung zu und zählt somit zu einem weiteren wichtigen Weiterbildungsthema.

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